Der Komponist James Curnow – Interview

James Curnow zum 75. Geburtstag gewidmet!

James CurnowWenn mich jemand nach meinen Lieblingswerken von James Curnow fragen würde, müsste ich nicht lange überlegen. An erster Stelle steht Where never lark or eagle flew und dann die Symphonic Variants for Euphonium. Und wie das bei meinen Lieblingswerken immer so ist, verbinde ich auch mit diesen beiden Werken persönliche Erfahrungen und Erlebnisse.

Jim Curnow und seine Frau Margaret habe ich bei meiner ersten Mid West Band Clinic, die ich besuchen durfte, im Jahr 1996 kennen gelernt. Damals war im Jahr zuvor der Musikverlag Curnow Music Press gegründet worden. James Curnow war das Aushängeschild des Verlags, sein Sohn Jeff und Schwiegertochter Kelly leiteten die Vertriebsfirma in den USA. Verlag und Vertriebsfirma waren eng an den De Haske-Verlag gekoppelt. (Anm. heute ist Curnow Music Press ein Label der weltweiten Hal Leonard-Verlagsgruppe.) Weitere Komponisten, die bei Curnow Music Press veröffentlichten, waren Stephen Bulla, James L. Hosay, Mike Hannickel (mit einem unglaublichen Gespür für Musik in Grad 0,5 – 1,5), Paul Curnow, Douglas Court, um nur einige zu nennen. Die ganze Curnow-Familie mit den dazugehörigen Komponisten bildete zusammen mit dem DeHaske-Verlag und seinen Komponisten einen großen Stand in der Ausstellung der Mid West (damals noch im riesigen „Keller“ des Hotels Hilton & Towers in Chicago). Was heißt groß. Eigentlich war der Stand immer viel zu klein, bei all den Dirigentinnen und Dirigenten, die begierig darauf waren, die neuesten Werke zu sehen und zu hören und mit den Komponisten darüber zu fachsimpeln.

Im Jahr 1997 hatte ich auch die Gelegenheit die Curnow-Familie in Lexington, Kentucky, zu besuchen.

Meine schönsten Erlebnisse mit Jim Curnow bringe ich jedoch mit einer Orchesterwoche im Jahr 1998 (Wow! 20 Jahre her…) in Verbindung, bei der ich mitgespielt habe. Damals haben wir von De Haske James Curnow als Dirigent für das Projekt „Benefiz – Musik und Kultur für andere“ in Waldkirch (nördlich von Freiburg), vermittelt. U. a. haben wir oben genannte Werke Where never lark or eagle flew und die Symphonic Variants for Euphonium, mit Steven Mead am Euphonium, gespielt. Jeder, der schon einmal unter der Leitung eines Komponisten dessen Werke gespielt hat, weiß, wie besonders das ist. Beim Abschlußkonzert der Orchesterwoche haben wir uns einen kleinen Spaß mit Jim erlaubt. Wir haben auch ein Medley mit Stephen Foster-Melodien gespielt. Darunter auch die Hymne seines Heimatstaats “My Old Kentucky Home” – in Baden in etwa mit dem Badner-Lied vergleichbar. Jemand kam auf die Idee, dieses Lied anstatt zu spielen im Konzert als Überraschung für Jim zu singen. Seine Reaktion unvergleichlich und unvergesslich…

 

Um Euch James Curnow und seine Werke näher zu bringen habe ich folgendes Interview mit ihm geführt:

Wie alt warst Du, als Du Deine ersten Versuche im Arrangieren bzw. Komponieren gestartet hast, welches waren Deine allerersten Werke bzw. Komponier-Versuche und wie bist Du überhaupt zum Komponieren gekommen?

„Meine ersten Versuche waren in der Highschool, als ich 15 war. Ich begann mit einigen der Blasorchesterwerke, die mir wirklich Spaß gemacht haben, und arrangierte sie für ein Bläsersextett, das ich zuvor gegründet hatte. Ich war der Euphoniumspieler. Bei diesen Übungen habe ich viel über Transponieren gelernt.“

Wie gehst Du an eine neue Komposition heran? Was inspiriert Dich? Wie findest Du den Anfang und die entsprechenden Motive und Themen?

„Die meisten meiner Kompositionen basieren auf etwas, das ich gelesen oder studiert oder aus erster Hand erfahren habe. Etwas, das ich bei Reisen um die Welt gesehen habe. Wir leben in einer großartige Welt und es gibt so viele Dinge zu erleben, wenn wir die Möglichkeit dazu haben. Musik hat mir diese Erfahrungen ermöglicht, wofür ich dankbar bin. Da ich im Prinzip kein Klavier spiele (ich benutze es nur als Referenz beim Schreiben), habe ich die Fähigkeit, überall und jederzeit zu schreiben. Ich habe immer ein Notizbuch dabei, um meine Ideen dann zu skizzieren, wenn sie mir kommen. Ich entwickle die Ideen (melodisch, harmonisch, rhythmisch, formell usw.) dann später, wenn ich mehr Zeit habe, die Skizzen zu vollständigen Kompositionen zu überarbeiten.“

Hast Du Vorbilder und wenn ja, warum sind dies Deine Vorbilder? Wie beeinflussen diese Vorbilder Dein musikalisches Schaffen? Welches Werk / welche Werke der Musikgeschichte hältst Du für besonders gelungen und warum?

„Ich habe viele Vorbilder aus der Musikgeschichte und aus meinem Leben, die mir nicht nur musikalisch, sondern auch sozial und spirituell Orientierung gegeben haben. Ich habe die großen Komponisten für alle musikalischen Medien (Chor, Orchester, Blasmusik, Blasorchester, Jazz usw.) geliebt, seit ich ihnen das erste Mal zu Hause und in der Schule begegnet bin. Ich lernte die Grundlagen der Komposition und Arrangements von einem wenig bekannten Heilsarmee-Kapellmeister in meiner Heimatstadt, der ein Komponist und Musiklehrer war. Ich habe meine Studien mit meinen Kompositionslehrern während meiner Studienzeit fortgesetzt, wo ich weiterhin die Musik der großen Meister und zeitgenössischen Komponisten der Blasmusik studierte. Ich fühle, dass meine Ausbildung abgeschlossen war und habe versucht, mein Wissen an meine Schüler weiterzugeben.“

Was ist Dir beim Schreiben einer Komposition besonders wichtig?

„Bevor ich den technischen Aspekt, die Notizen auf Papier zu bringen, anwende, arbeite ich wochenlang in meinem Kopf an der Komposition….. und überarbeite das ganze Stück mehrmals, um sicherzugehen, dass ich weiß, wohin ich mit der Form und der Entwicklung des Stücks will. Dann beginne ich schließlich mit der mechanischen Aufgabe, sie auf Papier zu schreiben.
Ich skizziere alles auf Papier (ich benutze keinen Computer beim Schreiben) in einer kurzen Partitur-Form (eine Art Direktion), damit ich leicht analysieren kann, was ich geschrieben habe, bevor ich den Prozess der Orchestrierung beginne.
Wenn das Stück in der Direktion keine Richtung zu haben scheint, weiß ich, dass es sich nicht zu einer kompletten Partitur entwickeln wird. Also schreibe ich die skizzierte Direktion nach Bedarf neu, um sicherzustellen, dass ich mit dem, was ich geschrieben habe, zufrieden bin.“

Warum schreibst Du Kompositionen für Blasorchester? Was sind für Dich die großen Unterschiede beim Schreiben einer Komposition für Blasorchester im Gegensatz zu anderen Ensemblearten?

„Nun, ich betrachte mich selbst als einen Komponisten, also beschränke ich mich nicht auf irgendein Medium…. Blasorchester (Bläserensemble), Orchester, Streichorchester, Chor, Solo, kleine Ensembles, Brass Band sind mir alle gleich lieb. Ich mag es, für jedes Medium zu komponieren, und ich habe das Gefühl, in mehreren Bereichen kleine Erfolge zu haben. Die Möglichkeit zum Komponieren ist ein großes Privileg und eine große Ehre unabhängig von der Art des Ensembles.“

Welchen Stellenwert hat die Blasmusik in Deinem Leben?

„Auch hier sind Bläserensembles und alle Arten von Medien wichtig. Ich begann zunächst mit dem Euphonium in einem sehr guten Bläser-Programm der Heilsarmee in meiner Heimatstadt (Royal Oak, Michigan) und begann im Jahr darauf in einem Blasorchester-Schulprogramm. Für mich als Komponist, aufgewachsen unter einem starken Einfluss der Brass Band, war die zusätzliche Textur und Farbe der Holzbläser und ein erweitertes Schlagwerk zur Gesamtsonorität der Brass Band eine zentrale Erfahrung, die mir neue Welt von kompositorischen Möglichkeiten eröffnete.“

Auftragskompositionen bringen Einschränkungen im Schwierigkeitsgrad, in der Besetzung und in der Länge mit sich. Wie gehst Du damit um? Wie wirst Du Deinem Auftraggeber gerecht und bleibst doch Du selbst in der Komposition?

„Ein Auftrag ist ein Auftrag… alles, was man tun muss, ist, das Leistungsniveau der Organisation zu verstehen, für die man gerade schreibt. Da ich auch Musikpädagoge war, hatte ich das Privileg, auf vielen verschiedenen Ebenen zu unterrichten, bevor ich beschloss, in Vollzeit zu komponieren. Das Verständnis und das Erleben der verschiedenen Leistungs-Ebenen (in den USA haben wir musikalische Leistungsstufen Klasse 1-6… Vom Anfänger bis zu sehr fortgeschrittenen Spielern) gibt dem Komponisten die Freiheit Musikstücke zu schreiben, welche die Fähigkeiten des Ensembles einerseits abdecken, aber gleichzeitig auch eine kleine Herausforderung hinzuzufügen, ohne das Ensemble in der entsprechenden Stufe zu überfordern. Die Musiker müssen herausgefordert werden, aber das Schreiben über das eigentliche Leistungsniveau hinaus macht die Musik unspielbar und nutzlos.
Um herauszufinden, wo die Stärken des Ensembles liegen arbeite ich eng mit dem Auftraggeber zusammen. Das funktioniert nicht immer, weil der Dirigent oft sagt, dass er ein schwierigeres Niveau spielen kann als es tatsächlich realistisch ist. Er sagt beispielsweise, dass sein Orchester Grad 5 (schwierig) spielen kann, obwohl das Ensemble gerade einmal ein Werk Grad 5 im Jahr spielt – während alle anderen Werke aus einen niedrigeren Schwierigkeitsgrad sind. Am besten ist es, sofern möglich, vom Auftraggeber Aufnahmen von Werken in verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu erhalten. Das gibt dem Komponisten einen besseren Eindruck über die Fähigkeiten des Orchesters.“ (Anm. AL: Jim Curnow ist bis 2020 mit Kompositionsaufträgen ausgebucht, wie er mir mitteilte…)

Welches Deiner Werke hat für Dich persönlich die größte Bedeutung und warum?

„Ich denke, dass die meisten Komponisten, wenn sie ihre Kompositionen als ihre eigenen Schöpfungen betrachten, all ihre Stücke nennen würden, aber wenn ich ein paar auswählen muß, wären sie wie folgt: (Bitte bedenke, dass ich über 800 Werke geschrieben habe. Dies ist keine komplette Liste…)

  1. Lochinvar (A Symphonic Poem-grade 6) – weil es ein Auftrag von der United States (Pershing’s Own) Army Band war und auf einem meiner liebsten Gedichte meines Lieblingsautors Sir Walter Scott basiert. Dieses Werk hat außerdem den „Coup de Vents“ in Le Havre, Frankreich, gewonnen und wurde weltweit zu einem großen Erfolg.
  2. Mutanza (Grade 5-6) – Gewinner des „Ostwald Awards“ der American Bandmasters Association (Verband der amerikanischen Blasorchesterdirigenten) im Jahr 1980.
  3. Symphonic Variants for Euphonium (Grade 6 – mit Versionen für Posaune und Tuba, sowie für Sinfonisches Blasorchesgter, Sinfonieorchester und Klavier) – Es wurde geschrieben für Phil Franke und die University of Illinois Symphonic Band. Dieses Werk gewann im Jahr 1984 den „Ostwald Award“ der American Bandmasters Association.
  4. Nulli Secundus (Grade 5) – ein Auftrag der Michigan School Band and Orchestra Association (dem Verband der Schulorchester in Michigan) aus dem Jahr 2012 zu Ehren meines Lehrers Dr. Harry Begian, uraufgeführt durch die Michigan Sate University Wind Symphony.
  5. Down from the Shimmering Sky (Grade 5) – ein Auftrag der Indiana Bandmasters Association (Verband der Blasorchesterdirigenten in Indiana) für das Auswahlorchester in Indiana.
  6. Praetorius Variations (Grade 6) – ein Auftrag der Lake Braddock Secondary School Symphonic Band in Burke, Virginia.
  7. Fanfare and Flourishes for a Festive Occasion (Grade 4) – Ein Auftrag für die European Brass Band Championships (Rotterdam) und uraufgeführt durch die Black Dyke Brass Band. Die Blasorchesterfassung wurde durch die Barbe High School Band, Lake Charles, Louisiana, beauftragt.
  8. Canticles of the Creatures (Grade 5) – Ein Auftrag der North Hills High School Band, Pittsburgh, PA.
  9. Four Colonial Country Dances (Grade 5) – Ein Auftrag der Metropolitan Wind Symphony of Boston, MA.
  10. Variants on an Ancient Air (Grade 6) – Ein Auftrag von Gamma Phi Chapter of Kappa Kappa Psi and the Beta Zeta Chapter of Tau Beat Sigma at Stephen F. Austin State University.
  11. Where Never Lark Or Eagle Flew (Grade 5) – Ein Auftrag der Tenri (Japan) High School Band zu Ehren des 50. Jubiläums der Alumni Association.
  12. Toward the Sunrising (Grade 5) – Ein Auftrag der Davidson Fine Arts Bands, Augusta, GA.
  13. Journey (Grade 5) – Ein Auftrag Naperville Illinois Municipal Band, zum 150-jährigen bestehen.
  14. Australian Variant Suite (Grade 6) – Ein Auftrag der Western Michigan University Bands, Kalamazoo, Michigan.
  15. To Fly Without Wings (Grade 4) – ein Auftrag der Paris Kentucky High School Band.
  16. A Moment In Time (Grade 6), basierend auf einem „Haiku“ des japanischen Poeten Matsuo Basho und Henry David Thoreau. Eine Suite in drei Sätzen.
  17. Hail the Champions (Grade 5) – Ein Auftrag der Drs. Mark und Sandy Auburn für die University of Akron Symphonic Band.
  18. To Bind the Nations Wounds (Grade 5) – Ein Auftrag der University of Central Oklahoma Wind Ensemble. Gewidmet den Überlebenden des Bombenattentats auf das Murrah Federal Building in Oklahoma City am 19. April 1995.
  19. Olympic Fanfare and Theme for the Olympic Flag (Grade 4) – Ein Auftrag des Olympischen Komitees für die Olympischen Spiele im Jahr 1996 in Atlanta und immer gespielt, wenn die Olympische Flagge vor und während der Olympischen Spiele gehisst wurde. Es wurde auch bei den Olympischen Spielen im Jahr 2000 in Sydney, Australien, aufgeführt.
  20. Festivity (Grade3) – Ein Auftrag für das 20-jährige Bestehen des Worlds of Fun Festivals of Music in Kansas City, Missouri.
  21. Canticles (Grade 3) – Ein Auftrag des Berner Kantonalen Musikverband, Huttwil, Schweiz.
  22. Celebration on a Theme by Saint-Saens (Grade 4) – Ein Auftrag der Norcross Georgia High School Band und gewidmet zur Erinnerung an den Studenten Mark Nanney.
  23. Northwest Passage (Grade 4) – Ein Auftrag von und gewidmet der Gemeinschaft der St. George’s School, Vancouver, Canada.
  24. Symphonic Triptych (Grade 4) – Ein Auftrag der Conneaut Ohio High School Band.
  25. Inventions from the Sacred Harp (Grade 5) – Ein Auftrag der East Mecklenburg High School Band, Charlotte, NC.

Ich habe in den letzten 55 Jahren über 400 Aufträge erhalten. Ich habe versucht, aus unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Stilen Werke zu nennen… dies sind aber nur einige meiner Favoriten.“

Welches war Dein erstes erfolgreiches Werk? Welche Deiner Werke sind bisher am erfolgreichsten und wie erklärst Du Dir deren Erfolg?

„Meine erstes erfolgreiches Werk war Symphonic Triptych (ein Werk bestehend aus drei Sätzen) mit dem ich 1977 den von der American School Band Directors Association vergebenen “Volkwein Award” gewonnen habe. Dieser Preis machte meine Musik einem nationalen Publikum bekannt und rief ein großes Interesse an meiner Musik hervor. Ich habe diese Auszeichnung auch 1979 mit meiner Collage für Blasorchester erhalten, was meinem Namen und meiner Musik noch mehr Anerkennung eingebracht hat.“

Über welches Thema würdest Du nie eine Komposition schreiben wollen und warum nicht?

„Ich wäre nicht daran interessiert, etwas zu schreiben, was mit Politik oder Politikern zu tun hat, es sei denn, es handelt sich um historische Stoffe. Einige meiner Kompositionen basieren auf den Schriften unserer größten Präsidenten.“

Komponieren versus Arrangieren: wo liegen in der Tätigkeit die Gemeinsamkeiten und wo die größten Unterschiede? In welchem Bereich liegen Deine Vorlieben?

„Ich ziehe es vor zu komponieren anstatt zu arrangieren, aber ich bin offen für beides, wie es die Zeit erlaubt. Ich denke, dass Komponieren das Schreiben basierend auf einem eigenen Thema und Arrangieren das Schreiben basierend auf einem Thema eines anderen Autors ist.“

Außerhalb Deiner Kompositionen: welchen musikalischen und welchen außermusikalischen Tätigkeiten gehen oder gingst Du in Deinem Berufsleben nach? Und außerhalb der Musik: wie gestaltest Du am liebsten Deine Freizeit?

„Als Komponist habe ich viel Zeit in verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt verbracht, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Ich habe auch an Schulen (fünf Jahre) und verschiedenen Universitäten (dreiunddreißig Jahre) unterrichtet. Seit 1986 schreibe ich Vollzeit in meinem Heimstudio und bin als Dirigent unterwegs.

In meiner Freizeit lese ich gerne (Geschichte, Kriminalromane und Biografien), gehe mit unserem Hund Lucy spazieren, reise mit meiner Frau Margaret und genieße die freie Natur.“

Was macht Dich in Deinem Leben besonders glücklich und zufrieden?

„Zuerst mein Glaube, der mir Richtung und Stärke in meinem Leben gibt, meine Frau Margaret (seit 55 Jahren), die selbst eine Künstlerin ist und unsere drei Kinder, fünf Enkel und eine neue Urenkelin, die im September kommen wird. Das Leben ist großartig!“

Was liebst Du an der Blasorchesterszene und was würdest Du gerne verändern, wenn Du für einen Tag das Sagen hättest? Wie siehst Du die Zukunft der Blasorchester und Musikvereine?

„Ich bewundere die Blasorchesterszene weltweit und es ist wunderbar, sie so zu erleben, wie sie sich in den letzten 25 Jahren entwickelt hat. Sie bereitet mir große Freude, denn sie ist das Ergebnis unserer Bildungssysteme weltweit und zeigt, wie wir es geschafft haben, die Liebe zur und Freude am Musizieren in unseren Schülern zu wecken.

Wenn die Schüler nach dem Schulabschluss nicht weiter spielen, haben wir ihnen wenigstens beigebracht, Musik zu lieben. Folglich denke ich, dass diejenigen, die weiterhin in Blasorchestern spielen, offensichtlich die Musik so sehr lieben, dass sie weiterhin spielen möchten.“

„Denn wenn es Kunst ist, ist sie nicht für alle, und wenn sie für alle ist, ist sie keine Kunst“: Wie stehst Du zu diesem Zitat von Arnold Schönberg?

 „Ich stimme nicht zu! Kunst, wie jemand so weise sagte, ist im Auge (oder Ohr) des Betrachters und ich fühle, dass in der meisten Musik (besonders in dieser Diskussion über Blasmusik) eine unglaubliche Tiefe in allen Schwierigkeitsgraden vorhanden ist.

Musik ist Musik und das Komponieren eines pädagogischen Werkes oder eines im höheren Schwierigkeitsgrad bereitet mir das selbe Vergnügen, wie es hoffentlich auch dem Zuhörer tut. Alle großen Komponisten schrieben Kinderstücke. Diese Stücke zu hören oder selbst zu spielen ist für mich immer eine erfreuliche musikalische und künstlerische Erfahrung.

Ich denke, es gibt viele Komponisten, die exzellente Musik für alle Altersstufen, Schwierigkeitsgrade und Arten von Ensembles komponieren. Ich vertraue darauf, dass eine solche Aussage die Komponisten nicht davon abhält, dies für kommende Generationen zu tun.“

Die allerherzlichsten Glückwünsche an James Curnow zum heutigen 75. Geburtstag! Ich wünsche ihm ein sehr langes, glückliches, gesundes Leben und weiterhin viel musikalische Kreativität und Schaffenskraft!

Allen Dirigentinnen und Dirigenten, die sich bisher noch nicht mit den Werken von James Curnow auseinander gesetzt haben, empfehle ich, dies einmal zu tun. Ihr könnt ja mit dem von ihm genannten Werken oben in der Liste anfangen. Zur einfacheren Handhabung habe ich die Werke mit dem Online-Shop des Hebu-Musikverlags verknüpft. Dabei handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links ([Werbung]).

 

PS Wer einmal ein sehr besonderes Werk für ein Weihnachtskonzert sucht, dem sei Praetorius Variations mit dem zentralen Thema “Es ist ein Ros’ entsprungen” ans Herz gelegt:

 

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Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Musizierende Menschen zusammen zu bringen meine Leidenschaft.

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