Der Musikverein – eine aussterbende Art?

Vor kurzem hat mich in der Badischen Zeitung ein Artikel über eine Jahreshauptversammlung eines Musikvereins aufgeschreckt, in der es hieß, der Verein sei auf 18 Musiker geschrumpft, ein Konzert nur als Projekt mit dem Nachbarverein möglich. Als Gründe wurden angegeben: Weggang von jungen Musikern wegen Schule, Studium und Ausbildung. Nicht nur, dass in mir die Alarmglocken geläutet haben, sofort sind mir folgende Fragen in den Sinn gekommen: Wieso konnten die weggegangenen Musiker nicht durch junge Musiker ersetzt werden? Ist es wirklich so, dass die jungen Musikerinnen und Musiker wegen Schule, Studium und Ausbildung weggegangen sind, oder steckt etwas anderes dahinter? Bei den Nachbarvereinen der Gesamtgemeinde läuft es verhältnismäßig gut, warum nicht in diesem Teilort?

„Papier 30, Real 12“ (Teilnehmerantwort nach der Größe des Musikvereins gefragt….)

Die Umfrage zur „Zukunft der Musikvereine“ belegt schwarz auf weiß, dass die Blasorchester eher kleiner werden. Die Aussage „Seit Jahren wächst unser Orchester“ haben 36,59% der Teilnehmer eher verneint und 16,18% entschieden verneint. Leistungsdruck als Kündigungsgrund lehnen 90% der Antwortenden ab. Die Gründe eines Austritts aus dem Musikverein liegen also nicht im fehlenden Leistungswillen sondern anderswo. Ca. ein Drittel der Teilnehmer gibt an, ohne Aushilfen am Konzert nicht spielfähig zu sein. Ebenso geben 26,58% an, dass die Besetzung zwar ausgewogen ist, aber dennoch Aushilfen nötig sind. Soweit zum Ist-Zustand. Doch wie sind die Wünsche für die Zukunft? Der Wunsch nach einer ausgewogenen Besetzung in der Zukunft ist bei fast allen Antwortenden vorhanden. Mit der Situation zufrieden geben und sich auf die Gegebenheiten wie sie sind einstellen möchten sich ca. 40%. Das heißt für mich, eine ausgewogene Besetzung wollen alle anstreben, aber wenn’s nicht funktioniert, dann ist man halt mit dem zufrieden, was da ist. Für mich zu wenig. Das klingt nach Lethargie und fehlendem Schwung und nicht nach Leidenschaft und Energie für die Sache „Blasmusik“.

„Wenn alle da sind, sind wir gut besetzt“ (Teilnehmerstimme)

In meiner Umfrage habe ich auch danach gefragt, welche Instrumente bzw. Instrumentengruppen fehlen. Neben dem fast allgemeinen Zustand, dass Oboe und Fagott fehlen, sind es vor allem das Tiefe Blech, das Sorgen macht, die Klarinetten und das Horn! Der Mangel an Klarinetten mit 290 Nennungen wiegt deshalb so schwer, da meiner Meinung nach ein Blasorchester erst richtig gut klingt, wenn zwischen 9 und 12 Klarinetten mitspielen. Noch lieber höre ich Blasorchester, die mit mehr als 12 Klarinetten spielen und dazu noch mindestens 2 Bassklarinetten haben. Dass aber das Horn mit 531 Nennungen der Spitzenreiter (nach Tuba mit 383 Nennungen und Posaune mit 356 Nennungen) ist, hätte ich erst mal nicht gedacht. Warum das so ist und wie sich das in den Orchestern auswirkt, werde ich in einem extra Beitrag demnächst hier veröffentlichen. Die Recherchen laufen noch. Also, aussterben werden die Musikvereine bzw. die Blasorchester sicher nicht. Dennoch stehen große Veränderungen an und wir sind mehr denn je aufgerufen und gefordert, Kinder und Jugendliche zum Musizieren zu bringen. Was ist in Deinem Musikverein der Grund, warum das Orchester kleiner wird? Langweilige Probenarbeit? Schlechter Dirigent? Uninteressante Stücke? Unorganisierte Vorstandschaft? Musiker, die nur ans Gesellige denken und bei denen die Musik „schließlich nur ein Hobby“ ist? Fehlender Nachwuchs? Fehlende Kinder- und Jugendarbeit? Woran liegt’s bei Euch? Wäre toll, wenn Du Dich im untenstehenden Kommentarfeld dazu äußerst!

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19 thoughts on “Der Musikverein – eine aussterbende Art?

  • 14. April 2015 at 11:35
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    Ich glaube, dass junge Leute oder neue Mitglieder nur gewonnen werden, wenn der Verein eine klare Struktur und Linie verfolgt. Wir verfolgen seit einiger Zeit eine klare Ausrichtung, die sich vor allem durch konzeptionelle Konzerte, besondere Projekte und die Teilnahme an Wertungsspielen orientiert. Der Erfolg gibt uns Recht, denn es konnten einige Musiker zurück gewonnen werden. Eine drastische Reduzierung der Schützenfeste, verbunden mit einer deutlichen Anhebung der Mitgliedsbeiträge unterstreicht das zusätzlich.

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  • 14. April 2015 at 11:54
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    Genau das meinte ich auch mit den “großen Veränderungen”. Auf lange Sicht gesehen, können sich Blasorchester nur spezialisieren um zukunftsfähig zu bleiben. Weg vom Gemeinde-Orchester das bei allen Anlässen spielt, hin zum Konzert-, Unterhaltungs- oder Traditionsblasorchester.

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    • 15. April 2015 at 11:42
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      Es muss beides parallel gehen. Das ist einer der Grundgedanken des Musikvereins und es gibt auch Leute die sich nicht in ein Lager “konzertante Auftritte” oder “Festzeltmusik” einordnen wollen, da eben beides Spaß macht und beides geniale, tolle Facetten der Blasmusik sind und die Musiker begeistern können. Es gibt solche Leute die mit Begeisterung beides machen. Das wie du es genannt hast “Gemeinde-Orchester” hat nach wie vor seine Daseinsberechtigung. Wer sich allerdings so fest in einem der “Lager” einordnet und den anderen Teil der Auftritte nur missmutig mitspielt, sollte sich vielleicht einfach fragen ob für sich so ein Musikverein die richtige Form ist sein Hobby zu leben. Ich fände es sehr traurig, wenn die versteiften Musiker die sich nicht auf die Vielfalt der Anlässe einlassen möchte es schaffen die Musikvereine kaputt zu machen.

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      • 16. April 2015 at 10:25
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        Danke für Deinen Kommentar, Julian. Es ist aber leider Tatsache, dass sich die Frage, ob der Musikverein mit all seinen vielfältigen Anlässen das richtige Hobby ist, immer mehr abitionierte Musiker stellen und den Musikverein genau deshalb verlassen…. Mit ein Grund, warum mancherorts die Blasorchester kleiner werden….

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  • 14. April 2015 at 13:43
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    Christians Kommentar kann man hier nur unterstreichen und um einen weitere. Punkt erweitern:

    Musikverein als Gemeinschaft!
    Motivation zu musikalischen Leistungen entwickelt sich nur in einem angenehmen Umfeld. Das bedeutet vor allem für Vorstände, sich nicht ausschließlich auf die wirtschaftliche oder musikalische Entwicklung ihrer Vereine zu konzentrieren. Wo Leistung erwartet wird ist die Bereitschaft zur Leistung meistens gering.
    In Vereinen in denen auch die Pflege der Gemeinschaft nicht zu kurz kommt ist die Bereitschaft der Mitglieder zu mehr Leistung meist ausgeprägter. Es darf niemals vergessen werden, dass die Vereinsmitglieder sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren.

    In Kurzform: herrscht im Verein eine gute Stimmung zwischen den bestehenden Mitgliedern wird das auch außen wahrgenommen und neue Mitglieder kommen eher dazu.
    Wird vom Verein immer nur gefordert kommt automatisch schlechte Stimmung auf und die Gemeinschaft ist über kurz oder lang nicht mehr vorhanden.

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  • 14. April 2015 at 15:36
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    Hallo Christian,

    das mag ein möglicher Weg sein. Allerdings machen nicht alle Mitglieder eine drastische Erhöhung der Beiträge mit. Und für viele Musikvereine sind die Schützenfestbegleitung gelebte Tradition. Zu einigen Vereinen pflegt unser Orchester beispielsweise eine über 60 jährige Freundschaft. Da ist es nicht immer einfach zu sagen, wir spielen nicht mehr beim Schützenfest.

    Auch bei solchen Traditionsfesten und -veranstaltungen kann Nachwuchs gewonnen werden und sich der Verein präsentieren.
    Und – auch das darf man nicht vergessen. Über die Einnahmen bei den Schützenfesten werden Noten, Instrumente, Vereinsuniformen, Probenräume und die Ausbilder sowie Dirigenten finanziert. Hinzu kommen mancherorts noch die Fördervereine als zusätzliche finanzielle Unterstützung.

    Wichtig finde ich, dass ein Musikverein die gesamte Bandbreite der Blasmusik abdeckt. Wer meiner Meinung nach lieber nur Böhmische Musik, Big Band oder Jazz, als drei Beispiele, spielen möchte, ist eher in Ensembles aufgehoben.
    Die Kunst ist es doch Spaß an allen Musikstilen zu vermitteln und auch darüber sowie über gesellige Veranstaltungen und Fahrten die Gemeinschaft des Orchesters zu formen und zu pflegen.

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    • 14. April 2015 at 15:45
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      Hallo Jürgen, wenn ich höre, was bei Euren “Schützenfesten” (im Norden) bzw. bei unseren Hocks und anderen Heckenfesten (im Süden) als Blasmusik geboten wird, dann bezweifle ich sehr stark, dass dadurch Nachwuchs gewonnen werden kann…. Sicher gibt es auch hier Ausnahmevereine, die sich auch bei der Unterhaltungsmusik im Festzelt gut präsentieren, aber allgemeingültig ist das sicher nicht…. Nichts für ungut! Alexandra

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      • 14. April 2015 at 16:37
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        Ich denke beide Wege sind nicht falsch, wenn es zur Identität des Vereins passt.
        In meinem Umfeld gibt es Vereinzelte Vereine, bei denen die reine Umrahmung von dem was ich unter “Heckenfeste” bzw. “Schützenfeste” verstehe ausreicht um die Vereine Zukunftssicherung zu gestalten. Auch wenn die meisten dieser Vereine musikalisch auf einem katastrophalen Niveau spielen. Die Freude an dem was sie tuen strahlt von der Bühne auf das Publikum, was ihnen viele attraktive Auftritte und somit Bekanntheit verschafft. Letztendlich zeigt sich das in den Mitgliederzahlen.

        an diesem Beispiel zeigt sich, dass ein Musikverein eine Identität braucht. Ein konzerterprobtes Orchester wird an Festzeltauftritten keine neuen Mitglieder für sich begeistern können. Eine “bierabendkapelle” wird nur selten ambitionierte Musiker für sich gewinnen können.

        Jedem das seine, es muss nur klar sein WAS man bieten möchte !

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    • 14. April 2015 at 22:10
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      Ich denke von Jürgen und von Hans-Peter wurde hier schon sehr viel richtiges gesagt.

      Was ist das Ziel eines Musikers/Musikvereins/Band/Orchester/Spielkreis …? Man will das Publikum begeistern! Die Reaktion des Publikums ist das was zählt (ich glaube nicht, dass man ohne Publikum den gleichen Spass am Musizieren haben kann) und wenn der Beifall kommt (nicht nur der “höfliche”) und die Begeisterung beim Publikum spürbar ist, dann ist man als Musikant glücklich und fühlt sich angespornt. Das gut unterhaltene Publikum wird sicherlich die tolle Leistung “weitererzählen” und so bekommen viele auch Lust in so einem “be- und anerkannten” Orchester mitzuwirken.

      Wenn also das Begeistern des Publikums die Aufgabe ist, dann sollten wir uns auch als “Dienstleister” verstehen! Egal ob im Konzertsaal oder im Festzelt – das Publikum will hervorragend unterhalten werden. Dies kann mit großer Virtuosität des Aufführenden geschehen aber auch mit weniger musikalischen Mitteln wenn man das Publikum einfach gut “in Stimmung” bringt. Ein Orchester das nur auf “Selbstverwirklichung” aus ist und nicht auf das Publikum schaut, wird nicht lange “existieren” können.

      Aus meiner Sicht sollte es so sein, dass ein Orchester eines Musikvereins (meistens hat der Musikverein ja auch passive Mitglieder 🙂 beide Richtungen – also konzertante wie auch unterhaltende Blasmusik – beherrschen muss. Es macht genausoviel Spass bei einem Konzert zu “brillieren” wie bei einem “Bierauftritt” das Festzelt zum Brodeln zu bringen. Einen eminent wichtigen Part spielen hier die Dirigenten – die Auswahl der Musikstücke sollte dem Anlass und der Qualität des Orchester entsprechend erfolgen. Auch sollte stets die “Spannung” hoch gehalten werden – Spannung dabei in mehrerlei Hinsicht:
      – Das Publikum sollte sich stets fragen können: Wie überrascht mich das Orchester denn als nächstes? z.B. “Gags” in Konzertstücken oder im Festzelt (dabei aber immer authentisch bleiben!)
      – “Spannung” auch im Orchester: Bei einem Festzeltauftritt z.B. keine 10 Min. Pause zwischen den Stücken, sondern “Schlag auf Schlag” mit durchdachtem Programm.
      – Das Orchester sollte sich im Klaren sein, dass das Publikum sehr wohl wahrnimmt ob das Orchester unter “positiver Spannung” steht. Ich meine damit ob die Musiker Lust haben das Publikum zu unterhalten oder ob die von der Körper”Spannung” und Körpersprache eher das Gegenteil aussagen. Nur wenn man Lust hat zu Musizieren, strahlt das nach außen und man erreicht das Publikum. (z.B. LÄCHELN!!!)

      Mein Fazit:
      Wenn ein Orchester eines Musikvereins das Publikum begeistern kann, und das ist in einer Mittelstufe gleich wie bei einem Höchststufenorchester, wird es nicht Aussterben. (Dabei kommt es weniger auf die musikalische Qualität an – ich behaupte mal das hören die wenigsten im Publikum – als auf die Ausstrahlung). Ich stelle folgende “Gleichung” auf:

      Publikum begeistert = Orchester motiviert = tolle. positive Ausstrahlung = viele Leute die im Orchester mitmachen wollen und sich mit dem Verein identifizieren = tolle Gemeinschaft

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      • 16. April 2015 at 10:22
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        Hallo Alfredo, herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Wir wissen, die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte…..
        Viele Grüße
        Alexandra

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  • 15. April 2015 at 1:18
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    Der Musikstil kann eine Rolle spielen, muss es aber nicht. Musikalischer Erfolg kann (junge) Menschen an einen Verein binden. Unser Verein spielt auf gutem Nieveau, was aber nicht der Grund ist, weshalb wir steigende Mitgliederzahlen haben. Es ist vor allem ein Konzept der Jugendwerbung und Jugendarbeit, das funktioniert. Wir waren vor ein paar Jahren mit Fakt konfrontiert, dass wir kaum noch Kinder in der Ausbildung hatten. Ich, als damaliger Dirigent des Jugendorchesters, habe dies deutliche gespürt. Die Zeiten hatten sich geändert. Es war einfach nicht mehr selbstverständlich für Jugendliche, sich an einen Verein zu binden, der auch noch persönlichen Einsatz abverlangt – da gibt es bequemere Angebote.

    In den letzten Jahren wurde das Jugendkonzept überarbeitet: Musikalische Früherziehung, Blockflötengruppe, Vororchester, und schließlich die Jugendkapelle. Es war klar, dass Kinder früh an die Musik (und den Verein) herangeführt werden müssen und dass bei den Eltern auch ein gesteigertes Bedürfnis vorhanden ist, ihre Kinder früh zu fördern.
    Das alles ist aber vergebene Liebesmüh, wenn der Übergang von der Jugend ins große Orchester misslingt (was ich bei anderen Vereinen erlebt habe). Die Jugendlichen müssen aufgenommen und angenommen werden – von jedem im Orchester. Eine Versuch ist es auch, durch Patenschaften den Einstieg zu erleichtern.

    Die Kinder und Jugendlichen müssen sich mit dem Verein verbunden fühlen, dann wird ein großer Teil, trotz Ausbildung und Studium, den Kontakt nicht abreißen lassen.
    So eine Gemeinschaft übersteht auch schwierige Zeiten (Dirigentenwechsel usw.).

    Das verlangt vielleicht viel vom Verein ab, ist aber besser, als beim Aussterben zuzusehen.

    Ich sehe uns auch nach ein paar Jahren noch im Umbruch und wir müssen die weitere Entwicklung erst beobachten. Klar ist aber, dass wir in letzter Zeit so viele sind, dass es auf der Bühne eng wird.

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  • 31. Mai 2015 at 16:51
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    Wenn sich ein normaler musikverein spezialisiert fährt er die falsche schiene. Es muss beides möglich sein weil man zwei richtungen innerhalb des blasorchesters bedienen muss. Wenn ich mit meinem orchester nur konzertmusik mache, hören mit sicherheit viele auf. Ebenso umgekehrt. Die vielfältigkeit ist doch das was die blasmusik ausmacht. Mal davon abgesehen muss sich ein orchester finanzieren. Daa geschieht durch unterhaltungsmusik. Die wenigstens orchester werden durch städte finanziert.

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  • 6. Mai 2016 at 9:38
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    Drei Gedanken sind es, die mich zudem Thema seit Langem beschäftigen:

    (1) Die Spezialisierung ist notwendig. Vor allem das sinfonische Blasorchester wird perspektivisch seinen Ruch als “Philharmonie des kleinen Mannes” verlieren und als eine weitere Möglichkeit bürgerlichen Musizierens neben andere Ensembleformen stellen. Zuerst in den urbanen Zentren, gefolgt von ländlichen Gebieten.

    (2) Der Verein als gesellschaftsbildende und -abbildende Institution wird sich transformieren. Er wird Organisationsstruktur in einer hochvernetzten Welt sein, kein soziales Sammelbecken mehr.

    (3) Musikausübende Menschen werden spartenübergreifend und/oder interessegeleitet solche organisierten Möglichkeiten suchen und finden. Darüber hinaus wird sich (mit Abstrichen: leider) die Projektstruktur in einer schnelllebigen Welt durchsetzen.

    Diese und andere Gedanken beschäftigen mich vor allem vor dem Hintergrund des oft selbst verschuldeten und leidlich gepflegten Images der Blasmusik.
    Alle anderen Sparten bürgerlichen Musizierens funktionieren, wenn sie mit der Zeit gehen. Und “die Zeit” bedeutet nun mal auch eine Veränderung der Blasmusik.

    Neue Blasorchester schießen wie Pilze aus dem Boden und bieten ihren Mitgliedern sinnerfüllte Kunstarbeit. Die in vielen Musikvereinen unklaren Selbstbilder durch die selbsterfüllende Prophezeiung einer “vielseitigen Blasmusik” (die oft genug zu einer “beliebigen Blasmusik” wird) tun da ihr Übriges.

    Und ein letztes: es geht oder sollte weder um Blas- oder sonstiges , sondern nur um Musik gehen. Und da gilt, zumindest meiner Meinung nach, das Schönbergsche Postulat: “Der einzige Weg, der nicht nach Rom führt, ist der Mittelweg.”

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    • Alexandra Link
      6. Mai 2016 at 11:07
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      Bin vollkommen gleicher Meinung. Herzlichen Dank für diesen Beitrag, Norman Grüneberg!

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