Musikerin in Rampenlicht: Jelka Weber

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Die Flötistin Jelka Weber (*1971) hat sehr früh in ihrem Leben gespürt, dass die Musik sie trägt. Dass eindeutig der Wunsch da war, sich mit Musik auszudrücken und vor allem mit der Musik andere Seelen zu erreichen und sie miteinander zu verbinden.

Jelka WeberBereits mit 8 Jahren erhielt Jelka Weber, die heute 2. Flötistin bei den Berliner Philharmonikern ist, ihren ersten Flötenunterricht bei Joseph Paschek (damals Solo-Piccolist beim SWR Baden-Baden). Ihr Vater war Lehrer und Leiter des musikalischen Zugs an der Heimschule Lender in Sasbach (Baden). Er war darum sehr bemüht, dass sie und ihr Bruder früh ein Instrument erlernen sollten. Die Auswahl hatte sie zwischen der Oboe und der Querflöte. „Ich habe mich dann intuitiv für die Flöte entschieden. Sie gefiel mir vom Klang irgendwie besser: leicht und geschmeidig“, so Jelka Weber.

Jelka Weber hat von Kindheit an schon sehr gerne gesungen. Das Flötenspiel ist in seiner Art der Atemführung und in der Art der Zwerchfellarbeit dem Singen sehr ähnlich. Somit hat sie früh eine große Affinität zur Flöte entwickelt.

Ihre Gymnasial-Zeit hat sie an der Schule ihres Vaters, der Heimschule Lender verbracht. Die Heimschule Lender ist ein Privatgymnasium der Erzdiözese Freiburg mit Schwerpunkt Musik. Musik war für sie Hauptfach und das Abitur mit Leistungskurs Musik. Während ihrer Schulzeit sang Jelka Weber im Schulchor und spielte sowohl im Sinfonischen Blasorchester der Schule, als auch im „Bühler Flötenkreis“, einem Ensemble gegründet von ihrem Lehrer Joseph Paschek, bestehend aus 12 Flötisten, die alle Instrumente der Querflötenfamilie beherrschten und Arrangements und Originalstücke für diese Besetzung auf Tourneen weltweit aufführten. Dies war eine sehr prägende Erfahrung für Jelka Weber, die sie seit dem 12. Lebensjahr begleitete. Ab dem 16. Lebensjahr bis zum Abitur hatte sie Flötenunterricht bei Christoph Haarmann an der Musikschule Lahr bis zum Abitur 1990. Als sie 1988 in Vorbereitung auf ihr Abitur stand und daneben auch im Landesjugendorchester Baden-Württemberg unter Christoph Wyneken spielte wurde ihr klar, dass sie mit Musik und ihrem Flötenspiel ihr Berufsziel verfolgen wollte. Zuerst dachte sie an ein Schulmusik-Studium. Aber ihr Vater ermutigte sie, den künstlerischen Weg einzuschlagen. Dafür ist sie ihm sehr dankbar, denn in erster Linie war es ihr wichtig, sich mit der Flöte auszudrücken und direkt mit der Sprache der Musik arbeiten zu können.

Ihr Studium führte sie an die Musikhochschule in München. Sie studierte bei Hermann Klemeyer (Soloflötist der Bayerischen Staatsoper) mit Abschluß des künstlerischen Diploms im Jahr 1994. In dieser Zeit wurde sie auch Stipendiatin der Yamaha Music Foundation, sowie Praktikantin bei den Nürnberger Sinfonikern, Substitutin beim Bayerischen Rundfunk Orchester, Solistin des Schleswig-Holstein-Musikfestivals. Im Anschluß an ihr Studium wurde sie außerdem in die Herbert-von-Karajan-Stiftung der Berliner Philharmoniker aufgenommen.

In der Karajan-Akademie hatte sie ihren Hauptfachunterricht beim damaligen Soloflötisten der Berliner Philharmoniker Andreas Blau und Piccolo-Unterricht bei Wolfgang Dünschede, dem damaligen Solopiccolisten. Diese beiden Lehrer haben sie das Orchesterspiel gelehrt, sie auf Wettbewerbe und auf Probespiele vorbereitet.

Jelka Weber wurde somit gleich als Studierende an die Berliner Philharmoniker herangeführt. Im Jahr 1996 gewann sie – nach einer Zwischenstation als Soloflötistin des Landestheaters Magdeburg – das Probespiel bei den Berliner Philharmonikern.

Jelka WeberAm 1. April 1997 startete für Jelka Weber das Probejahr bei den Berliner Philharmonikern. Mit dem Eintritt ins Probejahr änderten sich auch die Verhältnisse zu ihren ehemaligen Lehrern. Diese wurden dann zu Kollegen und der Anspruch an ihre Leistungen kannte für sie keine Kompromisse. Dieser Wechsel von Schüler zu Kollegin war für sie zunächst nicht einfach. Aber nach bestandener Probezeit vertieften sich auch die menschlichen Kontakte, wobei klar war und bis heute auch klar ist, dass die Leistung an erster Stelle steht. Das Orchester empfindet sie nicht als familiär bzw. gemütlich. Dennoch hat sie mittlerweile freundschaftliche Beziehungen und vertraute Menschen im Orchester. Das ist für sie wichtig.

Die Berliner Philharmoniker sind für Jelka Weber etwas ganz Besonderes. Eine Vielzahl von Musizierenden mit unglaublicher Energie, Strahlkraft und Kreativität. Jelka Weber sagt über das Orchester: „Die Berliner Philharmoniker sind durch ihre starken und charismatischen Chefdirigenten wie z. B. Furtwängler, Karajan, Abbado und Rattle einzigartig geformt worden und das Orchester hat eine tiefe, historische Geschichte. Somit kann man, glaube ich, das Orchester schon als Aushängeschild Deutschlands bezeichnen.“

Ihre prägendste Erfahrung, von der sie bis zum heutigen Tage zehrt und auch immer wieder schöpft, ist die Zeit mit dem früheren Chefdirigenten Claudio Abbado. Er verstand wie kein anderer, den riesigen und gewaltigen Klangkörper zum Schweben zu bringen. Sprich, das gemeinsam gestaltete Werk auf eine geistig-seelische Ebene zu heben. Dieses Arbeiten war für alle Seiten (Musiker, Dirigenten und Publikum) hör- und spürbar.

Besondere Erlebnisse waren für Jelka Weber die Opernproduktionen wie „Boris Godunov“ von Mussorgski in Salzburg oder „Wozzeck“ von Alban Berg mit Claudio Abbado. Sehr berührend und intensiv die szenischen Aufführungen der Matthäus- wie auch der Johannespassion von J. S. Bach mit Sir Simon Rattle in der Inszenierung von Peter Sellars. Auch die Aufführung der ganzen Ballettsuite „Daphnis und Chloe“ von Maurice Ravel mit Maris Jansons als Dirigent gehören für Jelka Weber zu den besonderen Ereignissen ihres Musikerlebens.

Eine unglaubliche Erfahrung mit den Berliner Philharmonikern war für Jelka Weber eine dreiwöchige Japanreise gleich am Anfang ihrer Akademiezeit. Städte wie Tokio, Osaka, Nagoya waren für sie faszinierend und erweiterten ihren Horizont für andere Kulturen und Lebensstile. Besonders eindrücklich war für sie der ganz andere Zugang der Japaner zur europäischen Musik.

Unter dem derzeitigen Chefdirigenten Sir Simon Rattle haben die Berliner Philharmoniker in den letzten Jahren sehr viel zeitgenössische Musik gespielt. Sehr beliebt sowohl bei Musikern wie auch Zuhörern waren Kompositionen von Thomas Ades, Marc Anthony Turnage, Markus Lindberg, Jörg Widmann, Wolfgang Rihm und Aribert Reimann. Jelka Weber könnte sich gut vorstellen, dass sich diese Komponisten in der Musikwelt und Musikgeschichte etablieren und irgendwann zu „Klassikern“ werden.

Zu ihren bevorzugten Orchesterwerken gehören die impressionistischen Werke von Ravel und Debussy, da sie die Flöte in ihrer Farbvielfalt immer gut orchestrieren und sie strahlen lassen.

Mittlerweile ist Jelka Weber selbst Lehrende an der Berliner Orchesterakademie. Sie betreut einen Akademisten intensiv. Im Zentrum steht dabei erst einmal der Hauptfachunterricht, wo die klanglichen und technischen Fähigkeiten des Flötenspiels noch verstärkt trainiert werden. Dann bringt sie auch das Nebeninstrument Piccolo in die Arbeit mit ein, um den Stipendiaten flexibel und damit vertraut zu machen. Wettbewerbe und Probespiele werden vorbereitet, konkrete Fragen zum Orchesterspiel werden beantwortet und sie betreut viel und gerne Kammermusik.

Beim Unterrichten ist ihr wichtig, dass der Student sich als Reproduzierender versteht. Also den Notentext genau analysiert, stilistisch die Musik versteht und einordnen kann und sich somit klanglich und interpretatorisch auf die Musik einlassen kann.

Junge Musiker, die sich auf den Weg begeben Musik zu ihrem Beruf zu machen ermuntert sie, sich auf ihre Intuition zu verlassen. Sowohl was das Studienfach anbelangt und vor allem was den Lehrer betrifft. Wichtig ist, dass man einen Professor bzw. eine Professorin findet, die den Studierenden in seinen Stärken erkennt und in seinen schwächeren Seiten gut stärken kann. Somit sollte die Wahl des Studienorts und Lehrkörpers sehr individuell getroffen werden.

Heutzutage ist es sicherlich schwieriger geworden einen Platz in einem Orchester zu erspielen, da durch einige Fusionen von Orchestern einfach weniger Stellen zur Verfügung stehen. Dennoch glaubt und vertraut Jelka Weber auf Talent und Qualität. Ein talentierter und auch fleißiger Student wird immer eine Möglichkeit finden, musikalisch beruflich arbeiten zu können. Sei es in einem Orchester als Spieler, als Lehrender und Pädagoge oder in festen, professionellen kleineren Ensembles. Kreativität und Offenheit hält sie für wichtig. „Vor allem haben aber auch die Lehrer die Verantwortung, den Studenten gut zu führen und gut zu beraten“, so Jelka Weber.

In Zukunft möchte Jelka Weber gerne auch schon FlötistInnen in jugendlichem Alter unterrichten um für die Musikwelt einen guten Nachwuchs zu fördern. Die Schaltstelle für eine Begabung liegt oft schon vor einem Musikstudium, vor einer Aufnahme-Prüfung und genau an diesem Punkt möchte sie gerne einhaken. Dabei denkt sie an entsprechende Workshops, Meisterkurse und gemeinsam gestaltete Konzerte.

Die Blasmusik war für Jelka Weber schon als 9-jährige ein wöchentliches Freitagabend-Erlebnis, weil ihr Vater damals Dirigent der Trachtenkapelle Kappelrodeck war und dies sehr engagiert betrieb. Das Repertoire und auch die musikalische Arbeit mit Amateuren bzw. semiprofessionellen Musikern auf hohem Niveau sind ihr vertraut.

Zum Thema “Blasmusik” darf ich Jelka Weber zititeren: „Man lernt in der Blasmusik schnell das ‘Vom Blatt spielen‘. Ein Stück das erste Mal zu sehen, schnell zu überblicken und dann zu spielen. Oder es eben gemeinsam langsam zu erarbeiten. So etwas kann sehr erfrischend sein und nimmt vor allem die Scheu vor dem Spielen. Man tut einfach. Durch die Blasorchestererfahrung habe ich mir bis heute eine Natürlichkeit und Neugierde bewahrt.“

Jelka Weber spielt zur Zeit eine Vollsilberflöte von Yamaha (Modell 877) mit einem Vollsilberkopfstück mit einer goldenen Mundlochplatte, ebenfalls von Yamaha.

 

Ein herzliches Dankeschön an Jelka Weber für das Interview, auf dem dieser Text basiert. Dieser Beitrag kam mit freundlicher Unterstützung von Yamaha Music Europe GmbH zustande. Vielen Dank für diese Kooperation.

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Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Musizierende Menschen zusammen zu bringen meine Leidenschaft.

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