Siegmund Andraschek: Sakura – Variations on a Japanese Folk Song

„Cross-Over“ mit einem Hauch von „Wiener Musik“ konkretisierte Dr. Wolfgang Jud den Kompositionsauftrag des Steirischen Blasmusikverbands an Siegmund Andraschek. Cross-Over passt zu Siegmund Andraschek. Der Vater Österreicher, die Mutter mit japanischen Wurzeln. Was lag da näher, als die Verarbeitung eines traditionellen Japanischen Liedes? So kann man sagen, dass „Sakura“ durchaus biografische Züge des Komponisten trägt.

Siegmund Andraschek
Siegmund Andraschek

Der Komponist Siegmund Andraschek schreibt zu seinem Werk:

„Die kulturell bedeutsame japanische Kirschblüte (Sakura) beginnt in Japan Mitte März in Kyūshū und „wandert“ dann nach Nordosten, bis sie etwa Anfang Mai in Hokkaidō ankommt. Sie steht für Schönheit (1), Aufbruch (2) und Vergänglichkeit (3). In dieser Komposition tritt die Kirschblüte in Form des gleichnamigen japanischen Volksliedes allerdings ihre Reise in Richtung Westen an.

  • Auf der Reise werden u.a. religiös zugeordnete musikalische Ausdrucksformen wie das buddhistische „Ohm“ mühelos mit gregorianischen Klängen zu einer harmonischen Einheit geführt.
  • In einer Art „Bestäubungszeremonie“ unterstützt von zwei Cajons vermischt sich die Melodie nach und nach mit lateinamerikanischen Klängen. Nach einer kurzen unerwarteten Unterbrechung in der eine Vereinigung mit typischen Merkmalen der Wiener Musik vollbracht wird, verschmilzt das Volksliedthema mehr und mehr mit lateinamerikanischen Rhythmen zu einer Einheit, ehe diese
  • von einer unglaublichen Gewalt, grausam, wie sie nur von Menschenhand ausgeübt werden kann, und durch Musik niemals beschrieben werden kann, gestoppt und scheinbar vernichtet wird.

Aber Zerstörung und Gewalt hindern die Kirschblüte nicht, ihren Weg erneut anzutreten und alles beginnt wieder von vorne.

Trotz aller Ernsthaftigkeit, die jede Thematik bieten kann, ist es mir stets ein Anliegen, auch Momente in meine Werke einzubauen, die durchaus mit einem gewissen „Augenzwinkern“ gesehen werden können. Sie wollen aber erst entdeckt werden und zeigen sich nicht von selbst. Aber sie sind da ;). Die Erleuchtung ist – wie im Leben – bei diesem Stück demnach nicht zu finden, wenn man alles zu ernst nimmt, es ist die Mischung, das cross-over von Ernst und Spaß bei Wahrung des Respekts, das den richtigen Zugang zum Stück schaffen kann.“

Anfang Januar fand die Uraufführung im Grazer Stefaniensaal – ausverkauftes Haus mit über 1.000 Plätzen – mit dem Landesjugendblasorchester Steiermark unter der Leitung von Dr. Wolfgang Jud statt.

Sakura AndraschekLetzte Woche habe ich mit Johannes Thaler, dem Konzertmeister des LJBO über die Uraufführung (die in Velenje, Slowenien, und Triest, Italien, nochmals wiederholt wurde) und die Probenzeit davor gesprochen. Er war voller Begeisterung über das Werk. Siegmund Andraschek ist sehr mit diesem Orchester verbunden und war auch bei einer Probe anwesend. Johannes wiederholte die unkonventionelle Aufforderung des Komponisten an die Musiker: „Nehmt das alles nicht so ernst. Hört mit dem Denken auf und spielt! Frei und folkloristisch!“ Zugegeben, es wird schon einiges verlangt von den Musikern. Hauptsächlich von den Solisten: Große Soli für Posaune, Trompete, Flöte, Alt-Saxophon, Fagott und Klarinette werden verlangt. Dazu 2 Cachons und eine Ukulele (die klanglich die japanische Koto ersetzen soll).

Aber was soll man über Musik schreiben? Hört selbst:

Neben der Uraufführung von Sakura begeisterte das LJBO auch mit dem neuen Konzertmarsch von Siegmund Andraschek Promise of peace. Hier die Live-Aufnahme vom Konzert:

Und wer jetzt noch mehr Musik von Siegmund Andraschek hören möchte, dem empfehle ich die Fanfare of the Universe:

Wenn Ihr nun Lust bekommen habt, das eine oder andere Werk zu spielen, dann wendet Euch direkt an: shop@pettermusic.at.

 

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Weitere Werke von Siegmund Andraschek:

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Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Musizierende Menschen zusammen zu bringen meine Leidenschaft.

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