Sinfonisches Blasorchester Bern: Vorfreude auf Kerkrade!

Ein Gastbeitrag von Simone Hubacher, Flötistin im SIBO

Acht Buchstaben, die im Kalender schon lange über dem kommenden Wochenende (14.-17. Juli) mit Ausrufezeichen stehen. Ein Wort, das den Höhepunkt einer intensiven Probezeit markiert und für eine viertägige Auszeit von der Arbeit oder ein aufregendes Erlebnis in den Semesterferien steht: KERKRADE! Das Sinfonische Blasorchester Bern unter der Leitung von Rolf Schumacher darf erneut Gast am World Music Contest in Holland sein und wird in der Rodahal mit einem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Programm antreten. Wer schon einmal da war, freut sich erneut auf ein geselliges und musikalisch reizvolles Wochenende – wer zu den Kerkrade-Neulingen gehört und das große Musikfest nur aus Erzählungen kennt, blickt erwartungsvoll dem internationalen Treffpunkt für Blasmusik-Fans entgegen.

Schon beim Vorbereitungskonzert am vergangenen Sonntag (9.7.) in Freiburg (CH) ist die Vorfreude und Aufregung spürbar gewesen. In der Aula Magna, in der sonst universitäre Atmosphäre herrscht, haben das SIBO und „La Concordia de Fribourg“ unter der Leitung von Jean-Claude Kolly je eine Konzerthälfte bestritten. Die Concordia wird eine Woche später, am 22. Juli, in Kerkrade spielen, ebenfalls in der Kategorie „Konzertklasse“.

Sibo PhoenixNach knapp drei Monaten der Detailarbeit haben wir unser 60-minütiges Programm zum ersten Mal einem Publikum präsentieren können. Den drei sorgfältig ausgewählten Stücken geht jeweils ein Intro voran: Kammermusikalisch gespielte Intermezzi des Schweizer Komponisten Benedikt Hayoz, welche die Zuhörer mit passender Bildpräsentation auf die Thematik des Werkes einstimmen sollen. So entsteht aus einzelnen sich bewegenden Bildteilen nach und nach ein farbiger Phönix und das Stück La Danse du Phénix (Toshio Mashima) beginnt: Ein Anfang der tiefen Bläser, der eher dunkel gefärbt und mysteriös erklingt. Die Harfe und die hohen Holzbläser lassen aber nicht lange auf sich warten und setzen mit rhythmisch sich wiederholenden tänzerischen Einwürfen ein. Das zeitweise mechanisch wirkende Geflecht aus Strukturen lässt immer wieder Raum für Leichtfüssigeres, etwa als sich das Sopransaxophon mit einem wehmütigen Solo Gehör verschafft.

Im nächsten Intro verdichten sich Themen der Celli nach und nach zu einem Triller, wo das ganze Orchester mit einem satten Klang übernimmt. Les Gursks von Jean Balissat ist ein symphonisches Gedicht – wie der Komponist selber es betitelt – und greift unter anderem auf traditionelle Strukturen zurück: Marsch und Walzer.

Probe SIBOUnser drittes Werk hat beim Proben die Hauptaufmerksamkeit erhalten – El Jardin de las Hespérides von José Suñer Oriola ist nicht nur das umfangreichste Werk, sondern es stellt auch technisch grosse Anforderungen an die Musiker. Das halbstündige Stück ist ein Meisterwerk mit diversen Überraschungen: Zarteste Melodien gehen in Cluster-Akkorde über und entwirren sich genauso schnell, wie die reibende Tonalität entstanden ist. Immer wieder wird die Fingerfertigkeit der Holzbläser auf die Probe gestellt. Sehr schlicht besetzte Stellen bauen sich auf zu wirkungsstarken Tuttis, welche mal mit fast brutaler Bissigkeit, mal in einer virtuosen Jazz-Facette daherkommen. Auch bietet es den Schlagzeugern die Gelegenheit, ein spezielles Instrument auszuprobieren: Das Waterphone besteht aus einem mit Wasser gefüllten Korpus, einem Hals und aus Metallstäben, welche mit einem Streichbogen zum klingen gebracht werden.

Die erste Auseinandersetzung mit dem Programm durfte das SIBO in den Klostermauern der Musikinsel Rheinau erleben. Ein inspirierender und wunderbarer Ort! Seither haben wir uns jeweils Sonntag-Abends und zusätzlich Freitags zum Proben getroffen. Wir freuen uns auf unsere Reise und sind gespannt auf die Stimmung in der Rodahal!

Simone Hubacher, Sinfonisches Blasorchester Bern

Herzlichen Dank an Simone Hubacher und dem Sinfonischen Blasorchester Bern viel Glück und Erfolg in Kerkrade!

 

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