Das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen auf dem Weg nach Kerkrade

Ein Gastbeitrag von Stefan Roth, musikalischer Leiter des Symphonischen Blasorchesters Kreuzlingen

Stefan Roth
Stefan Roth

Die Koffer sind gepackt und bereit um in unseren Reisebus geladen zu werden. Heute, Freitag, früh um 06.00 Uhr treffen wir uns um eine der grösste Herausforderung unserer Vereinsgeschichte anzutreten. Es rufen die Weltmeisterschaften der Blasorchester, der legendäre WMC in Kerkrade ist unser Ziel.

In den letzten neun Monaten haben wir uns Stück für Stück auf eine Unknown Journey eine unbekannte Reise eingelassen. Auf die furiose Einleitung von Philip Sparkes Komposition folgt ein scheinbar vor sich hinplätschernder Dreivierteltakt. Elegant geschwungene Melodien gehen einem orchestral perkussiven Intermezzo voraus, bevor die Reprise in eine offensichtliche Homage an Ravels «La Valse» mündet. Ein scheinbar ziellos beschleunigendes Accelerando unterwandert den lieblichen Walzer und verleiht dem Stück zeitweise eine derartige Eigendynamik, dass man als Zuhörer beinahe schon mit der Entgleisung des rasanten Musikflusses rechnen muss.

Das Aufgabestück der «1st Division» fordert sämtlichen Instrumentalisten technische Höchstleistungen ab und in den 11.30 Minuten Musik wird sich deutlich zeigen, wer den extrem hohen Anforderungen dieser Komposition gewachsen ist.

Als Selbstwahlstück haben wir uns für Guernica des Schweizer Komponisten Jean-François Michel entschieden. Mit dieser Stückwahl legt sich das noch relativ junge 65-köpfige Blasorchester die Messlatte hoch, doch scheint das Aufgabenstück der Höchsten Klasse des Eidgenössischen Musikfests in Montreux und seine zeitgenössische Tonsprache dem Orchester zu liegen. Trotz allem fordert die Vertonung der Kriegsgräuel an der Zivilbevölkerung im Spanischen Bürgerkrieg von den Instrumentalisten einiges ab: das Dröhnen der herannahenden 57 Bomber, die infernalische Entladung ihrer tödlichen Fracht und die darauffolgende, grauenhafte Stille. So macht der Komponist mit Guernica den Krieg nicht nur hörbar, er macht ihn erlebbar, teilweise sogar spürbar.

Die Teilnahme am WMC in Kerkrade bildet für das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen einen weiteren Schritt in seiner Entwicklung und wir freuen uns sehr unsere Arbeit einem interessierten Fachpublikum und natürlich den drei Juroren präsentieren zu dürfen.

Am Samstag werden wir eine letzte Probeeinheit im Probelokal der königlichen Fanfare Sint Caecilia Hulsberg NL durchführen, um dann am Sonntag, 16. Juli um 14.20 Uhr in der Rodahal unser Konzertprogramm zu spielen.

Stefan Roth

Dirigent Symphonisches Blasorchester Kreuzlingen

(unter Verwendung der Stückbeschreibungen meines Bruders Thomas Roth, 1. Trompeter des SBO Kreuzlingen)

Ein herzliches Dankeschön an Stefan Roth vom Symphonischen Blasorchester Kreuzlingen. Viel Glück und Erfolg in Kerkrade! Wir freuen uns schon auf Euren Bericht nach dem Wettbewerb.

 

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