Über das musikalische Selbstverständnis im Musikverein

Ein Gastbeitrag von Siegfried Rappenecker

Der Oberbadische Blasmusikverband “Breisgau” e. V. feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen. Ich habe im Blasmusikblog darüber bereits berichtet: 125 Jahre OBV.

In der Festschrift zum Jubiläum habe ich einen Text des Verbandsdirigenten Siegfried Rappenecker mit dem Titel “Über das musikalische Selbstverständnis im Musikverein” entdeckt. Er ist sehr interessant und bietet für die Vereinsarbeit vor allem in der Beziehung Dirigent – Vorstandschaft neue Ideen und Impulse. Der Beitrag soll ein Anstoss zu einer regen Diskussion über dieses Thema werden. Sowohl Siegfried Rappenecker als auch ich würden uns über Eure Kommentare, Ideen und auch konträre Meinungen zu diesem Thema freuen. Platz dafür ist unter dem Beitrag im Kommentarfeld!

Über das musikalische Selbstverständnis im Musikverein

Siegfried Rappenecker
Siegfried Rappenecker

Wie die Bezeichnung „Musikverein“ schon vermuten lässt, handelt es sich dabei um eine Vereinigung, deren Hauptanliegen eigentlich das Musizieren sein sollte – eigentlich.

Ein Blick auf die Tagesordnung des Vorstands oder Verwaltungsrates verrät oftmals etwas anderes. In der Regel behandelt der Vorstand die Themen Organisation und Finanzen. Aber wer entscheidet über die musikalische Arbeit? Wie entwickelt sich das Orchester? Wer klärt Fragen zur Nach­wuchsarbeit, Integration, Programmgestaltung u.s.w.?

In aller Regel obliegt dem Dirigenten die komplette musikalische Verant­wortung. Aber wer steht ihm zur Seite? Wer kontrolliert ihn? Wer hilft ihm?

Manchmal trifft er auf eine gut funktionierende Bläserjugend, die sich der Ausbildungsfrage annimmt. Aber reicht das aus?

Nachfolgende Gedanken erheben weder den Anspruch auf Vollständigkeit, noch sind sie der Weisheit letzter Schluss. Vielmehr sollen sie dazu anre­gen, Abläufe zu hinterfragen und diese gegebenenfalls mit Mut zu verän­dern.

Meiner Meinung nach macht es Sinn, den organisatorischen Teil und den musikalischen Teil zu trennen und im Verein zwei gleichwertige Vertretun­gen zu etablieren. Schließlich wurde der Verein gegründet damit seine Mit­glieder musizieren können. Die organisatorische Arbeit liefert nur den Rahmen für das Musizieren – nicht umgekehrt.

Zielorientiertes Arbeiten innerhalb einer Musikkommission oder einem Musikbeirat vermeidet Missverständnisse und hilft dem Dirigenten seine Arbeit zur Zufriedenheit aller Beteiligten gut durchzuführen. Umgekehrt kann dieser Kreis die Ideen des Dirigenten besser ins Orchester transpor­tieren. Es ist daher wichtig, die eingefahrenen Strukturen nicht einfach zu akzeptieren, sondern sich immer wieder den aktuellen Herausforderungen zu stellen und den administrativen Bereich sinnvoll anzupassen.

Im Wesentlichen sollte sich der Musikbeirat/die Musikkommission folgen­der Punkte regelmäßig annehmen um eine Weiterentwicklung ihrer Mit­glieder zu fördern:

  • klare Zielvorgaben definieren, wie zum Beispiel: Welche Besetzung und welches Niveau strebt das Orchester bis in fünf Jahren an? 

  • Auftrittsplanung 

  • Programmgestaltung 

  • regelmäßige Besuche von Wettbewerben und/oder Wertungsspielen 

  • Pflege der Kammermusik 

  • Probearbeit 

  • Nachwuchsarbeit und Integration neuer Musiker 

  • Konzertplanungen und Durchführung


„Wer nicht genau weiß, wohin er will, darf sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt.“ Mit diesem Zitat von Mark Twain ist eigentlich alles gesagt. Agieren ist das Zauberwort, nicht reagieren. Ich muss wissen was ich will und wann ich es will. In fünf Jahren soll das Orchester zwei Oboen im Orchester haben, also muss ich jetzt mit der Nachwuchsarbeit beginnen. „Ich möchte dieses Stück im nächsten Konzert spielen, weil ich mir eine positive Entwicklung in der Intonation erhoffe.“ u.s.w. Die Kom­mission (Verein) – nicht nur der Dirigent – muss sich im Klaren darüber sein, welche Art von Musik gespielt wird und welche Besetzung dafür an­gestrebt werden soll. 


Auftrittsplanung

Dazu kommt ein sinnvolle Auftrittsplanung. Vier Monate kein einziges Konzert zu spielen ist genauso sträflich wie vier Konzerte in einem Monat. Das Orchester braucht Phasen zum Proben.

Auch hier müssen sich die Verantwortlichen die Frage stellen ob überhaupt jeder (Unterhaltungs-­) Auftritt notwendig ist oder in das Vereinskonzept passt. Veranstalter und Ausführende unterliegen häufig dem Irrglauben, alle Arten von Veranstaltungen bedienen zu müssen und die Besucher ständig mit Musik unterhalten zu müssen. Vielleicht möchten sich Ihre Gäste ein­fach nur unterhalten und empfinden es eher störend wenn die Musik spielt. Vergleichen Sie den Lautstärkepegel in einem Festzelt wenn die Musik pausiert und wenn sie spielt. In einer Konzertatmosphäre ist das Publikum ruhig wenn der Vortrag erfolgt. Im Festzelt ist es umgekehrt. Das ist für beide Seiten eine frustrierende Situation. Also, warum ändern wir sie nicht?

Programmgestaltung

Die „richtige“ Literatur zu finden und eine gute Dramaturgie in einem Konzert aufzubauen zählen zu den schwierigsten und zeitaufwändigsten Tätigkeiten eines Dirigenten. Dieses Thema alleine würden diesen Rahmen bei Weitem sprengen. Ich möchte daher nur das Wesentliche zur Literatur­wahl erwähnen. Die gewählte Literatur muss in erster Linie Spielfreude er­zeugen, die Klangfarben eines Orchesters präsentieren und die Entwick­lung der Musiker/des Orchesters fördern. Stücke mit einer intelligenten In­strumentierung und sinnvoller Abwechslung von Kammermusik und Tutti­spiel werden Publikum und Musiker lieben.

Wettbewerbe und/oder Wertungsspiele

Wertungsspiele und Wettbewerbe zählen zu den wichtigsten Einrichtungen, die die Entwicklung eines Musikers/Ensembles/Orchesters fördern. Zum einen können Dirigent und Musiker an zwei Werken viel mehr Zeit inves­tieren als bei einer gewöhnlichen Konzertvorbereitung. Zum anderen hat man eine wirklich objektive Beurteilung und eine – in den allermeisten Fällen – konstruktive Kritik. Seien sie zu sich selbst ehrlich: Erhält ein Or­chester oder ein Dirigent bei all seinen jährlichen Auftritten eine wirkliche konstruktive Kritik? Nein! Sie musizieren überwiegend vor Freunden und Bekannten, die ihnen sicher nichts Schlechtes sagen werden. Das Gleiche gilt für die regionale Presse, die von Hause aus generell nur Positives über Vereinsveranstaltungen schreiben darf. Konstruktive Kritik? Fehlanzeige. Somit ist es natürlich einfach, sich hochleben zu lassen. Aber in dieser glo­rifizierten Wolke ist keine Weiterentwicklung möglich, und oftmals ist die Enttäuschung dann groß, wenn man nach vielen Jahren bei einem Wer­tungsspiel aus dieser rosaroten Wolke gerissen wird.

Pflege der Kammermusik

Ein Orchester entwickelt sich aber
 nicht nur bei Wertungsspielen. Es ist
 wie beim Kochen: Gute Zutaten er­
geben eine gutes Gericht. Ein gutes
 Orchester ist die Summe vieler guter
 Ensembles innerhalb eines Orches­
ters. Alle guten Orchester pflegen
 die Qualität ihres Orchesters, indem 
sie regelmäßig ihr Kammermusik­
spiel fördern. Es ist naheliegend: In einer kleinen Gruppe muss jeder Spie­ler seine Stimme spielen können und auf die anderen hören. Das funktio­niert bei allen Altersgruppen, nicht nur bei Jugendlichen. Meiner Meinung nach ist die Pflege der Kammermusik, neben der Orchesterarbeit und der Instrumentalausbildung, das dritte Standbein eines Musikvereins. Warum werden eigentlich in den meisten Konzerten alle Programmpunkte immer mit der gleichen Besetzung bestritten?

Probearbeit

An oberster Stelle steht die Vorbereitung des Dirigenten. Dabei muss er lang­, mittel­, und kurzfristige Termine im Auge behalten und die Probe­arbeit danach ausrichten. Das Einspielen und Einstimmen des eigenen Instruments ist etwas sehr individuelles und muss nicht zwingend mit dem gesamten Orchester durchgeführt werden. Vielmehr sollten die Musiker ler­nen, sich selbst einzuspielen und einzustimmen. Der Dirigent ist während der Probe ständig damit beschäftigt Register, oder einzelne Stellen, einzu­stimmen.

Zu einer effektiven Probearbeit gehört aber auch die individuelle Vorberei­tung der Literatur jedes einzelnen Musikers. Nur er allein ist in der Lage, sich selbst auf das Niveau des Orchesters zu bringen. Jeder hat unterschiedliche Voraussetzungen und Qualitäten bzw. Defizite. Sind die Leis­tungsunterschiede zu groß, schadet das dem sozialen Frieden innerhalb des Orchesters. Das Niveau fällt und die Orchesteraustritte nehmen zu.

Nachwuchsarbeit und Integration neuer Musiker

Wir haben eine gute instrumentale Ausbildung in unseren Vereinen, und dennoch denke ich, dass unser Ausbildungssystem an zwei Punkten sehr stark vernachlässigt wird.

Ein Punkt sind die Bereiche Theorie, Gehörbildung und Rhythmus. Ist es nicht so, dass in den meisten Fällen sich unser Nachwuchs in Crash-­Kursen – mehr schlecht als recht – diese grundlegenden Fähigkeiten entweder selbst beibringen muss, oder durch Kinder beigebracht bekommt?

Rhythmische Schulung und Gehörbildung sind Fächer, die langfristig und ergänzend zum Instrumentalunterricht (wieder) angeboten werden müssen. Kennen Ihre Musiker alle Informationen auf dem Notenblatt oder ist es für manche eher wie eine chinesische Betriebsanleitung?

Der zweite Punkt ist die Arbeit in den Vor­ und/oder Jugendorchestern. Führen wir unsere Kinder in den Jugendorchestern wirklich an das Niveau des Erwachsenenorchesters heran oder proben wir nicht überwiegend Lite­ratur die schnell gut klingt? Muss ein Jugendorchester zwei Stunden Unterhaltungsprogramm spielen, oder sollte es nicht eher lernen sich zu ent­wickeln, und so lieber nur 45 Minuten Spielzeit vortragen?

Werden unsere Vor-­ und Jugendorchester von qualifizierten Fachkräften geleitet oder überlassen wir die Leitung (evtl. aus Kostengründen) anderen Jugendlichen aus dem Verein? Wenn wir wollen, dass unser Nachwuchs an das Niveau des Hauptorchesters herangeführt werden soll, müssen wir das auch über musikalisch und pädagogisch ausgebildete Leiter einfordern.

Konzertplanungen und Durchführung

In diesem Punkt möchte ich mich der Präsentation des (Haupt­) Konzertes widmen.

Ein gut geplanter Konzertabend besteht meiner Meinung nach aus 80 Mi­nuten Musik (inklusive Zugabe), zehn Minuten Moderation und 30 Minu­ten Pause. Dieser Zeitplan hebt das Niveau des Konzertes auf eine Stufe, die dem Aufwand, den ein Orchester mit der Konzertvorbereitung betrei­ben muss, würdig ist.

Im Hinblick auf den Respekt vor der Leistung aller Beteiligten: Sollen Eh­rungen verdienter Mitglieder und die Übergaben der Jungmusiker­-Leis­tungsabzeichen tatsächlich Teil eines Konzertes sein? Können diese Leistungen in einem anderen Rahmen nicht umfangreicher und würdevoller gewürdigt werden?

Und aus der Sicht des Publikums: Was erwarten Sie, wenn Sie als Zuhörer in ein Konzert gehen? Musik, oder?

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Sicht der Dinge einen Denkanstoß ge­geben habe und Sie so vielleicht auch Impulse für positive Veränderungen in Ihrem Verein bekommen.

Ihr Siegfried Rappenecker

Ein herzliches Dankeschön an Siegfried Rappenecker für diesen Beitrag!

Und hiermit ist die Diskussion eröffnet! Bitte benutzt das Kommentarfeld weiter unten auf dieser Seite. Danke.

 

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Was alle Musiker brauchen

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Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Musizierende Menschen zusammen zu bringen meine Leidenschaft.

6 thoughts on “Über das musikalische Selbstverständnis im Musikverein

  • 5. Juni 2017 at 10:48
    Permalink

    Da hat sich unser Verbandsdirigent ja viel Arbeit gemacht. Gut. Ich kann mich noch an seinen Anruf vor mehr als zwei Jahren erinnern, in dem er in unserem gemeinsamen Telefongespräch die Idee auf ein gemeinsames Musizieren im Kammermusikbereich im Oberen Elztal brachte. Bis heute ist nichts passiert. Ich persönlich finde, dass nach einem Gespräch auch Taten folgen sollten, zumindest eine Rückmeldung. Schade.

    Dann ein weiteres. Warum muß in Deutschland immer alles bis ins letzte organisiert werden? Klar ist die Vorstandschaft für viele Geschäftsbereiche zuständig. Es muß ja auch Geld hereinkommen für Jugendarbeit, Instrumente etc. Doch brauche ich deswegen eine weitere Vorstandschaft nur für die Musik? Das kann ich als guter Dirigent auch mit interessierten Musikern des Vereins ohne eine förmliche “Musikinstitution” hinbekommen. Ich denke nur an die Registerleiter, den Vizedirigenten und den Jugendleiter. Und dann wird manches halt in der Vorstandschaft besprochen, was ich als Dirigent vielleicht nicht unbedingt im musikalischen Bereich weiterbringt, aber es ist auch mal gut, zu sehen und mitzubekommen, wieviel Manpower ein Fest benötigt, welche Gelder erwirtschaftet werden etc. Das macht aus meiner Sicht einen Musikverein aus: Musizieren, gemeinsame Freizeitgestaltung, Festle organisieren…
    Letztendlich ist es für die Verantwortlichen in der Vorstandschaft auch wichtig, zu sehen, wieviel Zeit in die Jugendarbeit gesteckt wird, welche Probleme in der Musikschule auftauchen etc. Denn sonst benötigen wir ja nochmals eine Sitzung innerhalb der Vorstandschaften zum Austausch…

    Qualifizierte Ausbilder benötigen wir im Blasmusikbereich auf jeden Fall, keine Frage. Meiner Meinung nach können diese Tätigkeit Musiker – auch junge, begabte Musiker – aus den eigenen Reihen bewerkstelligen, da sie einen ganz persönlichen Bezug zum Musikverein haben.
    Darum ist immer eine ganzheitliche Sicht wichtig, sowohl bei den organisatiorischen als auch musikalischen Themen des Musikvereins, um unsere Blasmusik sowohl im konzertanten als auch unterhaltsamen Sektor weiterzuentwickeln und positiv bei den Mitmenschen zu besetzen.

    Dann noch etwas. In einem Musikverein muß ein guter Musiker es aushalten können, dass nicht alle so perfekt spielen wie er selbst. Dabei ist der Dirigent gefordert, keine Frage. Diese Arbeit ist nicht einfach, da es zwischenmenschliche Differenzen auszuhalten gilt und nun sich die Frage stellt, wie diese Spannungen so klein wie mögliche gehalten werden. Meiner Meinung nach gelingt dies auch nur wieder, in dem der Blickpunkt positiv auf den Musikverein, auf die Sache gerichtet wird. Sozusagen eine ganzheitliche Sichtweise, die auch die Frage beantworten muß, was bringt mir persönlich der Einsatz im Verein, was erhalte ich zurück? Sobald der Verein an sich nicht mehr im Vordergund steht, kann ich den Musiker nicht mehr halten, dann ist dies einfach so.
    Diese Sichtweise fängt bereits bei der Ausbildung an, hier wird der Grundstein für ein positiv besetztes Bild auf den Musikverein gelegt. Denn was passiert mit Auszubildenden denen gesagt wird, “jetzt lernsch halt mol des Instrument, un ob du dann no in de Musikverein willsch, des sieht ma jo dann”, das frage ich mich. Und dann sind wir schon wieder bei den Ausbildern, die in der Musikschule arbeiten, den Profis, die nicht immer Verständnis haben für die Musikvereine.

    Zum Schluß möchte ich an dieser Stelle einfach noch erwähnen, dass es seit vielen Jahren im Hegau-Bodensee Verband einen erfolgreichen Dirigentenkongress gibt.

    Reply
    • Alexandra Link
      5. Juni 2017 at 13:36
      Permalink

      Danke, lieber Rainer, für Deinen ausführlichen Kommentar!

      Reply
  • 5. Juni 2017 at 17:38
    Permalink

    Hach, wieder ein interessanter Blog-Beitrag! Vor einigen Monaten (oder ist es schon 1 Jahr?) habe ich diese Website bei Facebook entdeckt und seitdem gehöre ich zu regelmäßigen Lesern und auch Teilern von den Blog-Posts, hauptsächlich auf der Seite des Bläserverbands M-V.
    Diesen Beitrag werde ich per Link heute aber zuallererst intern per Mail an unseren Beirat senden und wird bei unserer nächsten Versammlung vielleicht dann auch Thema sein. Was Berücksichtigung finden wird, werden wir sehen, interessante Denkanstöße sind es allemal.

    Nur die Aussage mit den Ehrungen außerhalb des selbst veranstalteten Konzerts teile ich nicht. Mag daran liegen, dass ich es als einzigen würdigen Ort empfinde, den ich als angemessen einstufe – mangels Alternativen.

    Reply
    • Alexandra Link
      5. Juni 2017 at 17:52
      Permalink

      Liebe Anne, herzlichen Dank für Deinen Kommentar und vor allem auch für’s Teilen! Halte uns gerne hier auf dieser Seite auf dem Laufenden, wie die Kollegen im Beirat reagiert haben. Viele Grüße Alexandra

      Reply
  • 8. Juni 2017 at 13:17
    Permalink

    Insgesamt ein sehr guter Beitrag, der aber einem Punkt – aus meiner Sicht – nicht für zeitgemäßes Management eines Orchesters passt. Der Verfasser ist, soweit ich das erkennen kann, selber Dirigent und möchte natürlich völlige Freiheit in seinen Entscheidungen.
    Nun stellt sich aber die Frage, wer den/die DirigentenIn / KapellmeisterIn bestellt und wem gegenüber er/sie auch Rechenschaft ablegen muss. Aus meiner Sicht wird der Vorstand von der GV beauftragt, die Geschäfte zu führen und die langfristige Weiterentwicklung des Orchesters sicher zu stellen. Damit ist der Vorstand und hier vor allem Obmann/Obfrau für die strategische Ausrichtung und die Aktivitäten zur Umsetzung verantwortlich. Der Dirgent kannn damit auch nicht Teil des Vorstand sein, ist aber natürlich bei allen Sitzungen anwesend und kann seine/ihre Meinung zu den behandelten Themen darlegen (und wird sicher auch “gehört”). Allerdings – und damit bin ich auch wieder näher beim Verfasser des Artikels – ist dem Dirigenten/in die Entscheidungskompetenz in Bezug auf musikalische Ausrichtung und die dafür erforderlichen musikalische Aktivitäten zu geben (aber wiederum im Rahmen der beschlossenen Strategie).
    So wie ich den Beitrag des Verfasser verstehe, müssten Vorstand und Dirgent jeweils von der GV bestimmt werden und wären dann auch nur der GV gegenüber verantwortlich. Das ist aber sicher keine zeitgemäße und effektive Art einen Musikverein/kapelle/Orchester zu führen.

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  • 8. Juni 2017 at 18:03
    Permalink

    Lieber Walter,

    vielen Dank für deinen konstruktiven Beitrag. Stimmt, ich bin selbst Dirigent, beanspruche aber nicht völlige Freiheit in meinen Entscheidungen – ganz im Gegenteil. Selbstverständlich ist der von der GV gewählte Vorstand für die strategische Ausrichtung des Vereines verantwortlich – auch für die musikalische. Ich stelle aber immer wieder fest, dass der Vorstand sich überwiegend außermusikalischen organisatorischen Aufgaben widmet und dem Dirigenten alleine die musikalische Strategie überlässt. Bei vielen Musikvereinen (zumindest in meiner Umgebung) vermisse ich ein musikalisches Etikett (oder Selbstverständnis) und/oder sie legen zu wenig Wert auf ihre musikalische Weiterentwicklung.

    Reply

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