Uraufführung „The Wall“ von Otto M. Schwarz mit dem KJBO Ostalbkreis

Von stehenden Ovationen beim Konzert berichten Musiker und in die Presse. Eine Zeitung titelte: „The Wall reißt die Zuhörer von ihren Stühlen“.

Presse The WallEs geht um die Uraufführung der Auftragskomposition The Wall mit dem Untertitel Germanicus Maximus – The Limes von Otto M. Schwarz. Wenn es um historische Stoffe geht ist es fast schon logisch, dass die Wahl für den Auftrag auf Otto M. Schwarz fällt. Schließlich hat er einst neben Musik auch Geschichte studiert.

Das Kreisjugendblasorchester Ostalb gönnte sich zu seinem 25-jährigen Bestehen diese extra für dieses Orchester angefertigte Komposition von Otto M. Schwarz. Finanziert durch eine groß angelegte Crowdfunding-Aktion. Einstudiert hat das Werk einer der Dirigenten des Orchesters, Christian Wolf. Am Konzertabend selbst und in einem vorangehenden Workshop überließ dieser dem Komponisten selbst das Dirigierpult.

Um was geht es in diesem geschichtsträchtigen Werk? Wie wir es von Otto M. Schwarz gewohnt sind gibt es eine ausführliche Werkbeschreibung und ein sogenanntes „Drehbuch“ in der Partitur. Darin ist zu lesen:

Otto Ostalb„Mauern – Grenzschutz – Schutzwälle – Zäune

Immer wurden Mauern zum Schutz, zur Abwehr als umfassender Grenzwall aufgebaut.Temporär hielten sie dem Ansinnen stand, doch im Laufe der Geschichte wurden alle überwunden und oft ganz zerstört.

Denken wird an die Mauern von Babylon, die Chinesische Mauer, den Limes und in den letzten Dekaden an die Berliner Mauer, die Grenzbefestigung zwischen den USA und Mexiko oder auch den Zäunen im heutigen Südosteuropa.

In diesem Werk geht es um den Limes, genauer gesagt um den Obergermanisch-Raetischen Limes der mir einer Länge von über 550 Kilometern zwischen Rhein und Donau als Schutzwall der Römer gegen die Germanen diente. Von ca. 150-260 nach Christus hielt er vielen Angriffen stand. Unkontrollierter Grenzübergang war den Germanen nicht erlaubt. Lager, wie z.B. in Aalen, waren die Heimat großer Gruppenkontingente. Die über 1000 Reiter starke „Ala II Flavia“ war dort an der Nordgrenze stationiert. 213 kam es zu einer der größten Schlachten, in der die Römer unter Kaiser „Caracalla“ als Sieger hervorgingen. Als Ehren wurde der Kaiser zum „Germanicus Maximus“. Nur ca. 50 Jahre später wurde durch innere Unruhen des römischen Reiches und die Erstarkung der Germanen der Limes überrannt.

Parallelen zur heutigen Zeit bieten sich an.“

Zum Werk, zu den Proben und zur Uraufführung habe ich dem Dirigenten Christan Wolf ein paar Fragen gestellt:

Christian, warum ist die Wahl für den Auftrag auf Otto M. Schwarz gefallen?

Otto M. Schwarz ist einer der bedeutendsten Komponisten für sin(n)fonische Blasmusik heutzutage. Er versteht es nicht nur kompositorisch und thematisch, sondern auch im Bereich der Instrumentation hervorragende Werke für Laienmusiker zu konzipieren. Seine Werke klingen auf Anhieb „gut“ und die Melodien sind sehr eingängig – kaum ein/e MusikerIn, der/die nicht nach den ersten Proben Melodien seiner Kompositionen pfeift.

Ebenso wichtig ist seine Verknüpfung eines spätromantischen Kompositionsstils mit Elementen der modernen Musik, wie z.B. der Einsatz der Stimme, Bodypercussions oder Ähnlichem.

Für mich persönlich ist er neben Johan de Meij und Jan Van der Roost einer der Komponisten der ersten Wahl!”

Wie habt Ihr den Auftrag an Otto M. Schwarz formuliert, was waren Eure Wünsche?

Am Anfang stand die Idee überhaupt eine Komposition in Auftrag zu geben. Nachdem wir für unsere Region typische historische Gegebenheiten prüften, kamen wir relativ schnell auf den Limes. Das Remstal war rund hundert Jahre lang, von etwa 160 n. Chr. bis 260 n. Chr. die äußerste Grenzzone des Römischen Reiches. Das Gmünder Gebiet bewachten und kontrollierten über 1500 Soldaten, die in Kohorten formiert in Lorch, am Schirenhof und Böbingen sowie einigen kleineren Anlagen wie Freimühle, Kleindeinbach und Hintere Orthalde stationiert waren. Am westlichen Stadtrand von Schwäbisch Gmünd zu beiden Seiten des Rotenbachtales wurde die innerrömische Provinzgrenze von ungewöhnlich dicht platzierten Kastellanlagen gesichert, die man heute zum Teil begutachten kann.
Damit war das Thema geboren und Otto M. Schwarz erhielt Material und erarbeitete so seine Komposition für uns.

Wünsche waren: Ein ca. 9 minütiges Stück zum Thema „Limes“ in der Kategorie 4 (Oberstufe) für unser Kreisjugendblasorchester.”

Wie war es für Dich selbst, die Partitur erstmalig in den Händen zu halten?

Ehrlich gesagt: Gewohnt! Otto M. Schwarz schickte uns kein Skript oder etwas „Unfertiges“. Seine Partituren und auch Kompositionen weisen kaum Fragen für einen Interpreten auf. Er versteht es, sowohl genaue, als auch freie Angaben zu machen – somit kann sowohl der „werksgetreue Dirigent“, als auch der „neuschöpferische Dirigent“ hervorragend mit dem Material arbeiten, ohne dass größere Fragen entstehen. Außerdem ist  es doch immer wieder verblüffend, wie alleine die exakte Umsetzung der Zeichen wirklich gute Musik entstehen lässt – das ist bei vielen Kompositionen bei Weitem nicht der Fall!”

Wie haben die Musikerinnen und Musiker in der ersten Probe reagiert? 

Begeistert! Wir fingen damit an, kurz die Komposition und deren Inhalt zu erläutern. Dann spielten wir los. Selbstverständlich klang das noch nicht wirklich berauschend, jedoch waren (wie bereits oben beschrieben) die Melodien sofort im Kopf. Vor allem die „Marktszene“ mit ihren schauspielerischen Inhalten begeisterte sofort – allerdings konnten sich die Flötistinnen erst später mit dem Einsatz von Blockflöten anfreunden.”

Wie verliefen die Proben?

Völlig normal! Da das Material wirklich gut war, gestaltete sich die Einstudierung völlig problemlos – wie eben bei jedem anderen Werk auch. Die Schwierigkeitsstufe war perfekt umgesetzt, sodass man auch wirklich an musikalischen Inhalten arbeiten konnte.”

Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit Otto M. Schwarz im Vorfeld des Auftrags, bei der Besprechung des Auftrags, der Fertigstellung und in den Proben?

Problemlos! Wir waren ja bereits mit dem Entwurf sehr zufrieden und hatten fast keine Fragen dazu. Deshalb gab es nicht wirklich viele Besprechungen. Das Material wurde wie vom Verlag geliefert und die MusikerInnen konnten sich damit perfekt vorbereiten.

Als Otto M. Schwarz dann kam, war er „einer von uns“. Völlig unkompliziert und nett! Er veranstaltete zunächst einen Workshop, bei dem es um seine Arbeit als Komponist und Dirigent und das Entstehen seiner Werke ging. Sehr interessant und verständlich – und keine reine Werbeveranstaltung (das gibt es ja auch bei einigen seiner Kollegen). Danach arbeitete er mit dem Orchester und seiner Komposition „The Wall“ – und das sehr pädagogisch und mit viel Geduld! Man merkt, dass er bereits selbst schon Laienorchester dirigierte und nicht von professionellen Spielern verwöhnt Topleistungen erwartete. Dies führte zu einer gelösten und guten Probenstimmung und einem erfolgreichem Konzert.”

Das Kreisjugendblasorchester Ostalb besteht aus Musikerinnen und Musiker im Alter von 14 bis 26 Jahren und kommen aus 34 Musikvereinen des Kreisverbandes Ostalb.

Ein herzliches Dankeschön an Christian Wolf für die Beantwortung der Fragen und an Matthias Weller für die Fotos und die Presseartikel.

 

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Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Musizierende Menschen zusammen zu bringen meine Leidenschaft.

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