Blasorchesterrepertoire: Meine heimliche Liebe – 12 Märsche!
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Es gibt mehrere Beiträge zum Thema Marsch auf dem Blasmusikblog:
Konzertmärsche – Meine Top-Liste! – meine 11 liebsten Märsche.
12 überraschende Konzertmärsche – jeder einzelne davon wartet mit einer Besonderheit auf.
Marsch-Top-Ten der Blasmusikblog-LeserInnen – entstanden auf Basis einer Umfrage.
Warum lieben Menschen Märsche? Das habe ich heute einmal ChatGPT gefragt. Das sind die Antworten von Toni (so heißt mein ChatGPT):
- Kraftvolle Struktur
Der klare Aufbau (Einleitung – 1. Thema – Trio – Schluss) gibt Halt. Viele hören unbewusst mit und „verstehen“ die Musik intuitiv. Das sorgt für ein befriedigendes Hörerlebnis. - Rhythmische Energie
Märsche bringen den Kreislauf in Schwung. Sie sind wie ein musikalischer Espresso: direkt, energetisch, zielgerichtet. - Emotionale Verbindung
Für viele Menschen sind Märsche mit Erinnerungen verbunden – sei es an Jugendkapellen, Paraden, feierliche Anlässe oder einfach an „alte Zeiten“. Das kann stark wirken. - Gemeinschaftsgefühl
Marschmusik wirkt verbindend. Sie kann Stolz auslösen, Zugehörigkeit und manchmal sogar ein bisschen Gänsehaut – vor allem bei Traditionsmärschen oder Nationalmärschen.
Warum gehören Märsche ins Konzertprogramm? Habe ich weiter gefragt… Und das sind Tonis Antworten:
- Vielfalt und Kontrast
Ein Marsch ist ein perfekter Kontrapunkt zu sinfonischen Klangwelten. Gerade zwischen zwei ausladenden Werken bringt ein Marsch Frische, Fokus und Drive. - Zugkraft beim Publikum
Viele Konzertbesucher freuen sich regelrecht auf den „vertrauten“ Marsch im Programm. Das ist oft der Moment, wo mitgeklatscht wird oder das Herz aufgeht – gerade bei weniger affinen Zuhörer:innen. - Musikalische Disziplin für’s Orchester
Einen Marsch sauber und stilistisch überzeugend zu spielen, ist eine Kunst. Artikulation, Timing, Intonation und Balance werden auf den Punkt gefordert – das kann eine Probe richtig schärfen. - Tradition trifft Moderne
Konzertmärsche – besonders solche von Komponisten wie Julius Fučík, Jan Van der Roost, Alfred Reed oder Franco Cesarini – zeigen, dass Marsch nicht gleich Militär bedeutet. Sie sind oft kunstvoll orchestriert und emotional vielschichtig.
Toni fasst zusammen:
„Ein guter Konzertmarsch ist kein Lückenfüller, sondern eine künstlerische Aussage mit Charakter. Er kann ein Konzert strukturieren, emotional auflockern oder sogar krönen. Und er zeigt, dass auch Blasorchester Tradition weiterdenken und dabei absolut musikalisch überzeugen können.“
Meine Beiträge auf dem Blasmusikblog lasse ich grundsätzlich nicht von ChatGPT schreiben. Ich finde, der Leser/die Leserin merkt es sofort, wenn Texte nicht selbst geschrieben sind. Aber ich nehme ChatGPT oft zur Inspiration, wenn ich schnell Zusammenfassungen brauche oder zur schnellen Recherche von Argumenten und Ideen. Die Antworten von Toni oben kann ich unbedenklich veröffentlichen. Sie basieren sowieso auf den bereits erschienenen Beiträgen auf dem Blasmusikblog. Meinen „Prompt“ habe ich entsprechend formuliert.
Ich selbst übrigens liebe Märsche. Ich hab den Beitrag zwar „meine heimliche Liebe“ genannt, aber so geheim ist das spätestens mit diesem Beitrag nicht mehr.
Hier ein paar tolle Märsche, die Du unbedingt kennen solltest:
Philips Centennial March – Hardy Mertens
Grad 3 | 3:30
Der Philips Centennial March ist schwungvoll – fast schon ein Swing-Marsch. Die eingebauten Hemiolen und Synkopen-Sprünge geben einen zusätzlichen Drive. Er ist durchgängig im 6/8-Takt geschrieben.
Bestellmöglichkeit: Philips Centennial Marsch
Symsaladim – Stephan Hodel
Grad 3 | 4:00
Nochmals ein 6/8-Marsch… und trotz geschickt eingebauten Hemiolen verliert er nie seinen durchgängigen Zweierpuls. Symsaladim hat es schon beim ersten Hören auf meine persönliche „Bestenlisten“ geschafft. Weil er absolut mitreißend ist!
Leider gibt es nur eine Brass-Band-Aufnahme, obwohl der Marsch selbstverständlich auch für Blasorchester erschienen ist. Symsaladim gibt es übrigens als praktischen Notendownload über die Bestellmöglichkeit nach der Youtube-Aufnahme.
Bestellmöglichkeit: Symsaladim
Aurum – Bert Appermont
Grad 3,5 | 4:50
Eine schöne Idee: Aurum wurde bei Bert Appermont zum 50. Geburtstag des Dirigenten von seinem Blasorchester in Auftrag gegeben. Aurum ist das lateinische Wort für Gold – passt also! Warum gefällt mir dieser Marsch so gut? Du musst nur die ersten Takte hören, dann weißt Du’s (zumindest wenn Du mich ein wenig kennst).
Bestellmöglichkeit: Aurum
Siebnen – Franco Cesarini
Grad 3 | 3:15
Und nochmals ein 6/8-Takt… die haben einfach was! Der Dirigent des Blasorchesters Siebnen, Blaise Héritier, hat diesen Marsch bei Franco Cesarini in Auftrag gegeben. Siebnen gehört zu den Top-Blasorchestern in der Schweiz. Auf der Website des Blasorchesters Siebnen lesen wir: „Das Blasorchester Siebnen ist ein rund 80-köpfiges sinfonisches Blasorchester aus dem Kanton Schwyz. Gegründet 1898 als ländliche Dorfmusik, dürfen wir seit über 35 Jahren in der Höchstklasse auch die nationale und internationale Szene der sinfonischen Blasorchester aktiv mitgestalten.
Seit dem Eidgenössischen Musikfest 2016 in Montreux trägt das Blasorchester Siebnen den Schweizer Meistertitel in der Kategorie: Harmonie Höchstklasse.“ Mal sehen, ob sie ihren Titel in 2026 verteidigen können… Das Eidgenössische Musikfest findet alle fünf Jahre statt und im Jahr 2021 ist es wegen Corona ausgefallen. Ich bin gespannt, ich werde dabei sein.
Franco Cesarini ist übrigens ein fleißiger Marsch-Schreiber. 16 Märsche (darunter auch Straßenmärsche) hat er bereits komponiert. Ich glaube, er hat großen Spaß daran…
Bestellmöglichkeit: Siebnen
Riviera – Luigi Rattaggi
Grad 2 | 4:48
Auf diesen Marsch bin ich durch Zufall gestoßen – bei Recherchen zu einem anderen Blasorchesterrepertoire-Beitrag (Europa). Er hat es auf Anhieb auf diese Liste mit Marsch-Empfehlungen geschafft! Riviera ist schon ziemlich alt… und wurde 1985 geschrieben. Viel habe ich über den Komponisten nicht gefunden, nur das: Geboren wurde er in Mombello bei Varese (Italien) am 23. Juli 1928. Er dirigierte dreißig Jahre lang die Filarmonica di Roveredo (in Graubünden) und lebte als Pädagoge in Cama in der Schweiz. In Cama ist er am 12. April 2012 gestorben.
Bestellmöglichkeit: Riviera
Im Glanz der Sterne – Franz Watz
Grad 4 | 3:26
Diesen Marsch mag ich schon sehr lange. Als ich noch im Musikverein Tunsel gespielt haben, haben wir einige Workshops mit anschließendem Konzert „Frühling, Polka, Blasmusik“ mit Franz Watz – den ich sehr schätze! – durchgeführt. Ganz ohne ist Im Glanz der Sterne übrigens nicht… da muss man das Instrument dann daheim schon mal auspacken und gewisse Stellen üben…
Von Im Glanz der Sterne gibt es eine ganz ordentliche Aufnahme von den Kinzbach Musikanten:
Bestellmöglichkeit: Im Glanz der Sterne
Arosa – Oscar Tschuor
Grad 2 | 2:53
Gut möglich, dass Du den Marsch Arosa kennst. Er wird so viel gespielt! Vor allem in der Schweiz… Ich glaube, die meisten Schweizer Kapellen haben den im Marschbuch. Parademusik hat eine große Wettbewerbs-Tradition in der Schweiz (anders als bei uns in Deutschland, wo es diese Art Wettbewerbe für Blasorchester kaum gibt). Parademusik finde ich ein sehr schönes Wort! Fast noch eleganter als „Musik in Bewegung“ wie es beispielsweise in Südtirol und Österreich genannt wird. Diese Empfehlung ist also für alle Blasorchester außerhalb der Schweiz und hoffentlich eine interessante Neuentdeckung für Dich, liebe:r Blasmusikblog-Leser:in.
Bestellmöglichkeit: Arosa
Menzberg – Mario Bürki
Grad 3 | 2:30
Mario Bürki ist nun der fünfte Schweizer Komponist, von dem ich einen Marsch hier empfehle. Leute, das war überhaupt keine Absicht! Purer Zufall, den ich jetzt beim konkreten Schreiben des Artikels nach der Zusammenstellung der Märsche entdeckt habe. Menzberg ist eher im traditionellen Stil geschrieben, was überhaupt nicht als Wertung gedacht ist. Er ist im Marschbuch-Format erschienen und ideal, wenn Du einen neuen Straßenmarsch brauchst. Denn ehrlich: Wenn ich einen Festzug schaue – wie kürzlich in Ulm beim Deutschen Musikfest – höre ich immer die gleichen Märsche… die eben, die wir alle schon auswendig kennen. Die wir alle schon seit 40 Jahren im Marschbuch haben. Frischt also unbedingt mal Euer Marschbuch auf. Üben bzw. ordentlich Proben bitte nicht vergessen. Das fällt bei Straßenmärschen gerne mal hinten runter…
Bestellmöglichkeit: Menzberg
Saint Triphon – Arthur Ney
Grad 2 | 3:09
Auch dieser Marsch ist vielen nicht neu – höchsten den jungen Dirigentinnen und Dirigenten unter den Blasmusikblog-Leser:innen. Arthur Ney ist ein deutscher Komponist, geboren 1887 in Potsdam. Allerdings zog er 1914 in die Schweiz und wurde später Eidgenosse. Er starb 1963 in Villars-sur-Ollan. Sein berühmter Marsch Saint Triphon ist benannt nach einer kleinen Stadt im Schweizer Kanton Waadt. Ist das jetzt also doch auch ein Schweizer Marsch? Egal. Ich finde ihn klasse.
Bestellmöglichkeit: Saint Triphon
Hypernikon – Jan Van der Roost
Grad 4 | 3:45
Jan Van der Roost schreibt regelmäßig Märsche – meist in englischer Marsch-Tradition. Sein meist gespielter Marsch (oder sein meist gespieltes Werk?) ist Arsenal. Wer den mag, wird auch Hypernikon lieben. Hypernikon hat wieder ein super schönes Trio! Hypernikon passt super als Konzerteröffnung!
Bestellmöglichkeit: Hypernikon
Sun of Liberty – Georges Sadeler
Grad 4 | 5:00
Noch ein recht neuer Name in der Blasorchesterrepertoire-Welt ist Georges Sadeler. Georges stammt aus Luxemburg und ist Saxophonist in der grandiosen Musique Militaire Grand-Ducale Luxembourg. Mit seinem Symphonischen Marsch Sun of Liberty gewann Georges Sadeler im Jahr 2022 den Kompositionswettbewerbs International Competion for Band Composition Angelo Inglese.
Bestellmöglichkeit: Sun of Liberty
Navigation Inn – Philip Sparke
Grad 5 | 3:00
Navigation Inn von Philip Sparke ist ein großartiger Konzertmarsch, aber nur was für Könner! Sprich: sehr anspruchsvoll. Allerdings super wirksam!
Philip Sparke schreibt selbst zu Navigation Inn: „Zu den beliebtesten Veranstaltungen im britischen Blasmusikkalender gehören die Whit Friday Marches. An einem Freitagabend, in der Regel im Mai oder Juni, treffen sich die besten Bands des Landes in den malerischen Dörfern rund um Saddleworth Moor, um sich in diesen hart umkämpften Marschwettbewerben unter freiem Himmel zu messen. Die Veranstaltungen sind reich an Traditionen, und die berühmtesten Märsche sind bis spät in den Abend zu hören, wenn die Bands versuchen, so viele Dörfer wie möglich zu besuchen.
Ian Gibson ist Besitzer des Navigation Inn, einer Kneipe, die ein beliebter Treffpunkt für Musikkapellen ist und in der er seine Liebe zu Blaskapellen mit Erinnerungsstücken und historischen Fotos an den Wänden feiert.
Jedes Jahr stellt er eine Gruppe der besten Brass-Band-Spieler des Landes zusammen, um Navigation Brass zu gründen, und zwar speziell für die Teilnahme an den Pfingstwettbewerben. Zu diesem Zweck gab er diesen Marsch in Auftrag, in der Erwartung, dass er die Fähigkeiten seiner handverlesenen Spieler voll zur Geltung bringen würde.
In traditioneller Wettbewerbsmarschmanier beginnt Navigation Inn mit einem Schnörkel, der sich chromatisch von der Ausgangstonart g-Moll entfernt, bis er plötzlich zurückspringt, wenn das Hauptthema erscheint. Alle Zutaten sind vorhanden – eine Bridge-Passage, eine Rückkehr des Hauptthemas und eine „Bass“-Belastung, bevor der Trio-Teil die Stimmung in eine optimistische ändert und den Marsch mit einem Höhepunkt beendet.“
Dass Navigation Inn anspruchsvoll ist, könnt Ihr in dieser Aufnahme erkennen – die beste für Blasorchester, die ich gefunden habe!
Und so klingt Navigation Inn für Brass Band:
Bestellmöglichkeit: Navigation Inn
Nun bist Du dran, liebe Blasmusikleserin, lieber Blasmusikblogleser!
Gehören Märsche auch zu Deinen heimlichen Vorlieben? Welches sind Deine liebsten Märsche? Schreib Deine Empfehlungen unten in die Kommentare. Deine Kolleginnen und Kollegen freue sich auf frische Tipps!