Warum ein Vorstands-Trio noch lang kein Teambasiertes Vereinsmanagement ist
„Wir arbeiten schon lange im Team“ höre ich oft von Vereinsverantwortlichen. Wenn ich dann näher nachfrage, stellt sich jedoch heraus, dass es beispielsweise drei gleichberechtigte Vorsitzende gibt, alles andere jedoch genau gleich strukturiert ist, wie in der traditionellen, hierarchischen Vorstandsstruktur. Manchmal sind in diesen Vorstandsmodellen nicht einmal die Aufgaben- und Verantwortungsgebiete pro Vorsitzendem klar abgegrenzt. Eine Vorstandsstruktur mit drei (manchmal auch zwei) gleichberechtigten Vorsitzenden ist jedoch kein Teambasiertes Vereinsmanagement!
Andere Vereinsverantwortliche erklären mir, nachdem sie mir erzählt haben „wir arbeiten schon lange in Teams“, dass es für verschiedene Bereiche Projektteams gibt. Beispielsweise ein „Festausschuss“ für ein Zeltfest. Auch das ist kein Teambasiertes Vereinsmanagement!
So lange, wie ein Verein einen 1. Vorsitzenden oder ein Vorsitzendentrio hat, ist es kein Teambasiertes Vereinsmanagement! (Auch wenn ich sehe, dass manche Vereine es so nennen…)
Das Teambasierte Vereinsmanagement zeichnet sich dadurch aus, dass es sechs festgelegte Management-Bereiche gibt: Musik, Organisation, Verwaltung, Finanzen, Jugend, Marketing. Jeder dieser Bereiche hat eine:n verantwortliche:n Manager. Und jeder Manager wiederrum hat Personen, die in seinem Bereich mitarbeiten bzw. Aufgaben übernehmen. Somit gibt es ein Musik-Team, ein Organisation-Team, ein Verwaltungs-Team, ein Finanz-Team, ein Jugend-Team und ein Marketing-Team. Das ist Teambasiertes Vereinsmanagement!
Bildlich geschrieben: Wenn wir auf der einen Seite einer fiktiven Achse – beispielsweise ganz links – das traditionelle, hierarchische Vorstandsmodell haben, dann haben wir auf der anderen Seite – also ganz rechts – das Teambasierte Vereinsmanagement. Dazwischen gibt es vieles – auch Vorstandsmodelle, die teilweise in Teams arbeiten oder Modelle mit drei oder vier gleichberechtigten Vorsitzenden. Letztendlich muss jeder Musikverein selbst entscheiden, was für ihn die beste Organisations- und Verwaltungsstruktur ist. Und ein Vorsitzendentrio kann auch durchaus sehr gut funktionieren! Es hängt von den Menschen ab… Aber das Teambasierte Vereinsmanagement kann viel mehr! (Siehe beispielsweise: Wie das teambasierte Vereinsmanagement die Zukunft des Musikvereins sichert).
Ich finde es immer sehr schade, wenn von ein paar wenigen Personen oder manchmal auch nur von einer Person die Umstrukturierung verhindert wird, nur weil diese oder dieser behauptet, dass das nie und nimmer funktionieren kann, „wenn nicht einer den Hut auf hat“. Diese Stimmen – oft die „Ja, aber-Sager“, oder diejenigen, die gleich „Todschlagargumente“ verlauten lassen – verhindern das Aufstellen einer modernen, zukunftsgerichteten Organisations- und Verwaltungsstruktur, in der sowohl Verantwortung als auch Aufgaben auf viele Schultern verteilt sind und diese Aufgaben auch sehr viel motivierter von den Mitgliedern wahrgenommen werden, weil die Aufgaben nach dem Prinzip „selbstorganisiert“ erledigt werden. Oft untermauern diese Leute ihre vernichtenden Aussagen noch mit: „ich habe schließlich 30 Jahre Erfahrung in der Vereinsführung“. Nur dass diese „Erfahrung“ meist festgefahrene Arbeitsweisen sind, von denen diese sich nicht verabschieden können oder wollen – beispielsweise weil sie sich in ihren Rollen gefallen (Stichwort „Ego“). “Das haben wir schon immer so gemacht” – ein beliebte Aussage… Manche langgedienten Vorsitzenden haben auch Angst vor „Kontrollverlust“ oder davor, nicht mehr bei allem mitreden und -entscheiden zu können.
Ein großes Problem in den Musikvereinen ist auch das Misstrauen anderen gegenüber, dass sie die Aufgaben nicht erledigen. Wenn wir anderen misstrauen, haben diese schon gar keine Lust mehr, mitzuarbeiten. „Angst davor, Fehler zu machen“ war kürzlich in einem Workshop gleich von zwei Musikern die Antwort auf die Frage: „was hindert Dich daran, im Vorstand mitzuarbeiten?“. Ganz oft begründet sich dieses Misstrauen darauf, dass andere die Aufgabe eben nicht so erledigen „wie es schon immer war“ oder wie sie selbst diese Aufgabe erledigen würden. Oft hört man von diesen Personen: „Ich mache es lieber selbst, dann weiß ich, dass es erledigt ist (wie ich es möchte)“. Solche Haltungen sind respektlos und demotivierend anderen Mitgliedern gegenüber. Ich habe immer die Antwort von Sabine Asgodom im Ohr, die einmal von einem Unternehmer gefragt worden ist, wie er denn seine Mitarbeiter motivieren könnte. Die Antwort dieser intelligenten Dame: „Sie nicht zu demotivieren reicht völlig aus!“.
Viele Menschen sind echte Teamarbeit nicht gewohnt. Sie arbeiten vielleicht in Firmen mit hierarchischen Strukturen. Manche haben auch in ihrer Firma schlechte Erfahrungen mit dem Change Management hin zu agilen Arbeitsstrukturen gemacht. Das übertragen sie auf die Vereine und sind der Überzeugung Teambasiertes Vereinsmanagement funktioniert nie und nimmer. „Es braucht eine Person, die die Fäden in der Hand hält“. Nur dass dies ganz und gar nicht mehr zeitgemäß ist, geschweige denn, dass Personen, die das wollen, heutzutage schlichtweg nicht mehr gefunden werden.
Spätestens, wenn in der traditionellen, hierarchischen Vorstandsstruktur oder der Vorstandsstruktur mit zwei, drei oder vier gleichberechtigten Vorsitzenden keine Nachfolger mehr gefunden werden oder einzelne Vorstandsmitglieder äußern, dass sie mit ihren vielen Aufgaben überfordert sind, ist es Zeit, über das Teambasierte Vereinsmanagement nachzudenken. Sowohl die Nachfolgeregelung als auch Überforderung einzelner sind im Teambasierten Vereinsmanagement kein Thema mehr! (Siehe z. B.: 10 Gründe, die für das Teambasierte Vereinsmanagement sprechen )
Auf dem Blasmusikblog war das Teambasierte Vereinsmanagement schon sehr oft Thema von Beiträgen. Alle diese Beiträge habe ich in einem Whitepaper (PDF) zum (kostenpflichtigen) Download zusammengefasst. Das Whitepaper gibt Euch alle Informationen, wie das Teambasierte Vereinsmanagement auch in Eurem Musikverein funktioniert:



