Blasorchesterrepertoire: Einfach gute Musik!
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Gute Musik geht auch in einfach! Aber zugegeben, „einfach“ im Sinne von „nicht schwierig“ zu komponieren, ist für viele Komponisten gar nicht so leicht, also echt schwierig! Sie können nicht aus dem Vollen schöpfen, weil es viele Beschränkungen gibt. Z. B. in der Wahl der Tonart, im Tonumfang bei den einzelnen Instrumenten, in der Auswahl der rhythmischen Patterns, in der Polyphonie (da eher nicht möglich) und letztendlich in gewisser Weise auch in der Besetzung. Denn gerade die weniger leistungsstarken Orchester sind oftmals auch nicht ausreichend und ausgewogen besetzt. Auf Sonderinstrumente – gerade im Schlagzeug, bei den Doppelrohren oder auf Harfe, etc. – muss bei diesen Orchestern verzichtet werden. Eine große Herausforderung für Komponisten!
Es gibt jedoch glücklicherweise ein paar Komponisten, die das richtig drauf haben! Sie meistern alle Einschränkungen, die von Nöten sind, und schaffen es darüber hinaus auch noch, dass die Werke richtig gut klingen und allen – Musikern, Dirigenten und Publikum – Spaß machen.
Einer davon ist Gerald Oswald aus der Steiermark, Österreich. Von ihm möchte ich Euch gleich vier Werke vorstellen.
Music for Joy – Gerald Oswald
Grad 2,5 | 4:36
Mit Music for joy ist Gerald Oswald eine besondere Ouvertüre als Eröffnungswerk eines Konzerts gelungen. Es drückt die pure Freude am Musizieren aus! Und mehr ist zu diesem Werk, das sehr einfach in der Tonsprache gehalten ist, aber trotzdem sehr schwungvoll und motivierend rüberkommt, nicht zu schreiben.
Bestellmöglichkeiten:
Music for Joy (Hebu, print)
Music for Joy (Stretta, digital)
Iron Mountain – Gerald Oswald
Grad 1 | 4:30
Mit Iron Mountain gewann Gerald Oswald den Kompositionswettbewerb Neue Literatur für Jugendblasorchester 2023/2024 des Österreichischen Blasmusikverbands. Beim Hören werdet Ihr merken, dass dieses Werk durchaus auch für ein Erwachsenenensemble, das in den unteren Schwierigkeitsgraden spielt, eine Bereicherung für das Konzertprogramm ist.
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Iron Mountain (Hebu, print)
Iron Mountain (Stretta, digital)
In Time! – Gerald Oswald
Grad 1 | 2:50
Wieder ein Werk im leichtesten Schwierigkeitsgrad. Absolut auch machbar mit einer Bläserklasse im 2. Jahr! Um was es in diesem kleinen Werk geht, ist unschwer beim Hören zu erkennen! Im Text des Komponisten steht: „Die Komposition erzählt eine heitere Morgen-Geschichte, betrachtet aus der Perspektive eines Weckers. Pflichtbewusst folgt der Wecker seinem Auftrag und ruft die Menschen aus ihrem Schlaf, wobei er durchaus auf Widerstände stößt. Doch letztendlich erkennen die Menschen “rechtzeitig”, dass der Morgen einen neuen, freudigen Tag einleitet und eine positive Phase im Leben beginnt.“
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In Time! (Hebu, print)
In Time! (Stretta, digital)
Insects – Gerald Oswald
Grad 0,5 | 2:54
Und es geht noch einfacher! Und ziemlich lustig. Stellt Euch vor, Ihr liegt morgens im Bett und ständig versucht eine Fliege auf Eurer Nase zu landen. Wie nervig! Und meist hat man da keine Fliegenklatsche zur Hand… Doch irgendwann ist die lästige Mücke dran. Dieses Stück ist ganz klar eine Ausgabe für ein kleines Jugendblasorchester oder auch eine Bläserklasse.
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Insects (Hebu, print)
Insects (Stretta, digital)
Deep Machines – Andreas Ziegelbäck
Grad 1,5 | 3:53
Von Andreas Ziegelbäck habe ich Euch im Beitrag Blasorchesterrepertoire: 6 Komponist:innen, die eine Entdeckung wert sind schon drei große, tolle Werke vorgestellt. Andreas kann aber auch „einfacher“ als diese drei Werke. Hört Euch als Beispiel Deep Machines an! In Deep Machines gibt es spezielle Klänge, die mit Klappengeräuschen auf den Holzblasinstrumenten erzeugt werden. Die Idee ist, dass es im Orchester klingt, als würden mehrere Personen hektisch auf einer Computertastatur herumhämmern. In der Partitur wird das mit Key noise und imitate computer keyboard beschrieben. Musik inklusive Thema aus der heutigen Zeit!
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Deep Machines (Hebu, print)
Deep Machines (Stretta, digital)
Datastream – Georges Sadeler
Grad 1,5 | 3:17
Ähnliches Thema wie Deep Machines, anderer Komponist: Georges Sadeler aus Luxemburg. Grad 1,5, aber keine kindlich naive Musik, wie so oft in diesem Schwierigkeitsgrad. Kleine Herausforderungen für die jungen Musikerinnen und Musiker des Jugendblasorchester liegen einerseits im Rhythmus als auch im Klang. Mit diesem kleinen Werk hören die Musiker:innen vor allen Dingen auch aufeinander zu hören!
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Datastream (Hebu, print)
Datastream (Stretta, digital)
Fantastic Creatures – Georges Sadeler
Grad 2,5 | 6:50
In Fantastic Creatures werden wir in die Welt der Fantasy, Mythologie und Legenden entführt. In diesem Werk werden drei Wesen in all ihrer Pracht und Mystik beschrieben: Der Zentaur, eine Verschmelzung aus Pferd und Mensch, verkörpert die Anmut und Stärke der Natur. Die Meerjungfrau, halb Fisch, halb Frau, verzaubert mit ihrer Schönheit und ihrem geheimnisvollen Wesen diejenigen, die ihr begegnen. Und der Phoenix, ein unsterblicher Vogel, symbolisiert die ewige Erneuerung und Hoffnung. Georges Sadeler schreibt zu diesem Werk: „Mythologische Themen faszinieren einfach seit jeher sowohl Kinder als auch Erwachsene da die Kreaturen oder Geschichten sich immer zwischen Realität und Magie abspielen. Und genau dies macht es für mich so musikalisch interessant. Man kann gewagtere Harmoniefolgen und Melodien ausprobieren, die das Publikum sehr schnell verstehen da man ein Bild oder Geschichte vor Augen hat.
Dieses Werk ist so instrumentiert, dass man es sogar mit einer sehr “löchrigen” Besetzung spielen könnte. Selbst ohne Horn, mit nur 2 Trompeten oder nur einer Posaune würde das Stück immer noch klingen. Doch es ist kein Flex-Werk und ist somit trotzdem reich an verschiedenen Klangfarben. Ich habe das Werk schon gehört von Jugendorchester bis hin zu großem sinfonischen Blasorchester, und jedes Mal hatte es seinen Charme.“
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Fantastic Creatures (Hebu, print)
Fantastic Creatures (Stretta, digital)
Century Fanfare – Hermann Pallhuber
Grad 3 | 3:47
Die Century Fanfare wurde im Auftrag des Blasmusikverbands Tirol anlässlich des 100-jährigen Jubiläums bei Hermann Pallhuber in Auftrag gegeben. Hermann Pallhuber stammt selbst aus Tirol und ist Professor für Blasorchesterdirektion an der Musikhochschule in Mannheim.
Gleich zu Beginn der Century Fanfare blitzen kraftvolle Akkorde auf. Hohes und tiefes Blech treten in einen spannungsvollen Wechsel, werfen sich die musikalischen Motive gegenseitig zu und lassen die Klangenergie immer weiter anwachsen. Aus diesem eindrucksvollen Auftakt entfaltet sich ein majestätischer, symphonischer Marsch. Breite Melodiebögen, kraftvolle Klangfarben und eine erhabene Atmosphäre verleihen ihm seinen festlichen Charakter. Die Musik nimmt sich Raum, entwickelt Größe und führt in einen hymnischen Abschnitt, der mit seiner getragenen, würdevollen Stimmung einen wirkungsvollen Kontrast setzt. Hier kann sich die ganze Klangfülle des Blasorchesters entfalten, bevor die musikalische Spannung erneut anzieht.
Im Finale schließt sich der Kreis: Die markante Fanfare des Beginns kehrt zurück, gewinnt noch einmal an Strahlkraft und treibt die Komposition ihrem glanzvollen Höhepunkt entgegen. Die Musik bündelt ihre Energie in einem machtvollen Schluss, der den festlichen Charakter des Werkes eindrucksvoll auf den Punkt bringt.
Und es gibt noch eine besondere Zugabe-Möglichkeit: Der Schlussabschnitt ab Takt 72 lässt sich als eigenständige, rund 40 Sekunden lange Fanfare herauslösen. So kann die Century Fanfare auch unabhängig vom Gesamtwerk bei feierlichen Anlässen für einen prägnanten und wirkungsvollen musikalischen Auftakt sorgen.
Mit ihrem Wechselspiel aus kraftvoller Fanfarenpracht, majestätischem Marsch und hymnischer Ausdruckskraft ist die Century Fanfare eine musikalische Würdigung von 100 Jahren Blasmusik in Tirol – festlich, ausdrucksstark und voller klanglicher Energie.
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Century Fanfare (Hebu, print)
Century Fanfare (Stretta, digital)
Hero – François Rousselot
Grad 2,5 | 5:50
Den Franzosen François Rousselot habe ich Euch schon im Beitrag Blasorchesterrepertoire: 6 Komponist:innen die eine Entdeckung wert sind vorgestellt. Seine Werke sind wirklich eine Entdeckung wert und für alle Orchester, die einen anderen Orchesterklang suchen. Hero ist nicht nur ein erhabenes Werk – perfekt für eine Konzerteröffnung. Hero ist vom Schwierigkeitsgrad sehr einfach gehalten und klingt trotzdem wie ein großes Orchesterwerk für ein voll besetztes Blasorchester – weit anspruchsvoller, als es im Notentext tatsächlich steht. Übrigens auch ideal für ein Konzertwertungsspiel.
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Hero (Stretta, digital)
Teamwork – Peter Knockhaert
Grad 2,5 | 1:40
Mit Peter Knockhaert tritt ein belgischer Komponist in diesen Reigen ein. Nicht typisch für ihn, aber sehr gelungen und feinfühlig kreierte er mit Teamwork ein Stück für Blasorchester in einer 7-stimmigen variablen Instrumentation. Also ideal für nicht vollständig und unausgewogen besetzte kleinere Blasorchester. Er hat übrigens noch ein weiteres Werk in diesem 7-Flex-Format geschrieben: Coincidences! Es ist eine Spur anspruchsvoller als Teamwork. Da viele Blasorchester eher kleiner werden, aber trotzdem nicht auf die ganz einfache Musik für Jugendkapellen zugreifen möchten, sind sowohl Teamwork als auch Coincidences geradezu ideal!
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Teamwork (Hebu, print)
Teamwork (Stretta, digital)
Coincidences (Hebu, print)
Coincidences (Hebu, digital)
Partners in Crime – Matthias K. Weber
Grad 3 | 3:24
Mit Partners in Crime beweist der österreichische Komponist Matthias K. Weber, wie frisch, groovig und mitreißend Musik für Blasorchester klingen kann! Das Werk kommt mit dem Charakter eines Popsongs daher und erzählt musikalisch von zwei Menschen, die zusammenhalten, sich blind verstehen und selbst dann zueinanderstehen, wenn es einmal turbulent wird. Echte Komplizen eben!
Matthias K. Weber, der als Musiker und Komponist vor allem in der Jazz- und Big-Band-Welt zuhause ist, gehört zu den spannenden jungen Namen, die es in der Blasorchesterszene zu entdecken gilt. Schon in meinem Beitrag Blasorchesterrepertoire: 6 Komponist, die eine Entdeckung wert sind habe ich Euch seine Musik vorgestellt. Mit Partners in Crime zeigt er erneut, wie selbstverständlich sich Einflüsse aus der Popularmusik in ein modernes Blasorchesterwerk einbringen lassen.
Musikalisch geht es dabei richtig zur Sache: Die verschiedenen Instrumentengruppen treten miteinander in Dialog, greifen Ideen der anderen auf, antworten, spinnen Motive weiter und spielen sich die musikalischen Bälle gegenseitig zu. Mal wirkt es, als würden sich die einzelnen Register verschwörerisch verständigen, mal treiben sie sich gegenseitig an. Über allem liegt ein pulsierender Rhythmus, der die Musik in Bewegung hält und ihr diesen unwiderstehlichen Pop-Groove verleiht.
Partners in Crime ist ein energiegeladenes Stück über Freundschaft, Zusammenhalt und die Freude daran, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Und ganz nebenbei erinnert es daran, was auch ein Blasorchester ausmacht: Menschen, die aufeinander hören, sich gegenseitig inspirieren und zusammen mehr erreichen, als jeder für sich allein könnte.
Bestellmöglichkeiten:
Partners in Crime (Hebu, print)
Partners in Crime (Stretta, digial)




