Sonntag, Juli 14, 2024
MarketingVereinsmanagement

Warum Facebook für die Musikvereine keinesfalls out ist…

… und warum Blasorchester nicht nur auf Instagram setzen sollten!

„Facebook ist out“ – höre ich ab und zu in den Musikvereinen bei Zukunftswerkstätten. Und kann es überhaupt nicht nachvollziehen. Wie einige von Euch wissen, bin ich sowohl auf Facebook als auch in Instagram sehr aktiv und immer noch ist Facebook für mich und meine Bedürfnisse – alles im Zusammenhang mit Blasorchestern bzw. Musikvereinen – der sehr viel bessere Kanal.

Auch für die Musikvereine und Blasorchester ist Facebook – momentan, Stand Juni 2024 – der bessere Kanal.

Oft heißt es als Begründung zu der Aussage „Facebook ist out“: „Die Jungen sind heutzutage nicht mehr auf Facebook unterwegs.“ Das wirft bei mir zwei Fragen auf:

1. Sind die Zielgruppe, die die Musikvereine auf den Social-Media-Kanälen erreichen möchten, nur die jungen Leute?

2. Kennen die Personen, die das Social-Media in den Musikvereinen betreuen, die viel besseren Möglichkeiten von Facebook für unsere Belange nicht?

Werfen wir erst einmal einen Blick in die Statistik. Dabei verwende ich den Social Media Report 2024 von Blog2Social, meinem Social-Media-Plugin für WordPress, mit dem ich die Posts in meinen Sozialen Netzwerken (FB, Insta, X, LinkedIn und Xing) organisiere.

Die wichtigsten Kennzahlen daraus: 3.05 Mrd Menschen nutzen Facebook, 2.5 Mrd YouTube, 2 Mrd Instagram und 1,56 Mrd TikTok.

Social Media Statistik

In Deutschland nutzen 67.8 Mio YouTube, 30.35 Mio Instagram, 23.90 Facebook und 23.56 Mio TikTok. Aus diesen Zahlen könnte man schließen, dass Facebook out ist – aber 23.90 Millionen Menschen… Ist doch immer noch ganz schön viel bei 80 Mio Deutschen, oder nicht?

Social Media Statistik

Es heißt immer, dass auf Facebook nur noch die „Alten“ sind. Allerdings zeigt die Statistik, dass in 31% der Facebook-Nutzer in der Altersklasse 25 – 34 sind, 23,2% in der Altersklasse 18 – 24 und 20,1% in der Altersklasse 35-44 Jahre alt.

Social Media Statistik
Social Media Statistik

Und jetzt nochmals die Frage nach unserer Zielgruppe. Wen wollen wir in den sozialen Netzwerken erreichen? Nur die Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren, die ein Instrument bei uns lernen sollen und sehen sollen, wie cool der Musikverein ist? Oder auch die Eltern, die letztendlich für ihre Kinder entscheiden?
Weitere Zielgruppen fallen mir ein, die wir mit den Sozialen Medien erreichen:

  • Personen, die unsere Konzerte, Auftritte und Veranstaltungen besuchen sollen (alle Altersklassen bis 100 Jahre)
  • Personen, die ein Blas- oder Schlaginstrument spielen und bei uns mitspielen sollen und können (auch Erwachsene!)
  • Personen, Institutionen oder Firmen, die unseren Musikverein unterstützen sollen (sowieso nur Erwachsene)

Sind das die sogenannten „jungen Leute“? Nein. Keinesfalls. Die Zielgruppe für uns Musikvereine bzw. Blasorchester lässt sich nicht auf die „jungen Leute“ beschränken. Ganz davon abgesehen, dass die Aussage, „Facebook“ ist für junge Leute out, nicht stimmt (siehe oben).

Richtig ist: Wir müssen beide Kanäle – sowohl Facebook als auch Instagram – nutzen und jeweils ausnutzen, was uns der jeweilige Kanal zu bieten hat. Für unsere Belange – siehe oben bei der Zielgruppen-Klärung – bietet Facebook unschlagbare Tools, die wir sonst in keinem anderen Netzwerk haben.

Bevor ich diese Vorteile erläutere, noch der Hinweis der Nutzung der Sozialen Netzwerke: Instagram wird (fast) ausschließlich mit dem Smartphone konsumiert, Facebook zusätzlich auch mit PC/Mac und Tablet.

Darstellung der Beiträge mit Text

In Facebook beginnt der Post im Feed bzw. der Timeline oder Chronik (wie es früher hieß) mit dem Text und dann folgt das Bild / die Bilder oder das Video. In Instagram steht der Text unter dem Bild / den Bildern. Videos in Instagram werden in Reels umgewandelt und sind an einem anderen Ort der App zu finden. Gemischt Bild und Video in einem Post geht in Instagram nicht. In Facebook jedoch schon.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Text in Instagram nicht gelesen wird. In Facebook ist das anders. Wenn Ihr also Informationen habt, sind sie in Facebook als Text besser aufgehoben (Bild/Video nicht vergessen!). Vielleicht liegt das daran, dass Instagram-Nutzer ausschließlich am Smartphone „scrollen“ und FB-Nutzer doch noch eher am PC/Mac oder Tablet aktiv sind. Eventuell sind am Smartphone auch eher die „Swiper“ unterwegs – die sich also durch die Stories „wischen“… Verlässliche Zahlen habe ich zu diesem Thema nicht recherchieren können. Eventuell liegt es aber doch auch daran, dass der Altersdurchschnitt der Nutzer in Facebook etwas höher liegt und diese Personengruppen doch noch gerne lesen… (und sich nicht nur von Bildern berieseln lassen).

Social Media Statistik

Verlinkte Posts

In Instagram können wir aktive Links mit Weiterleitung zu unseren Websites nur in der Bio und in den Stories setzen. In Facebook können wir unsere URLs, egal von welchen Websites aktiv setzen und gleichzeitig wird auch auf das hinterlegte Foto zugegriffen. Unschlagbar wenn man die eigene Website gut mit aktuellen Beiträgen füllt! Der Weg führt dann sofort von FB auf Eure Website! Auch das Posten von Youtube-URLs ist möglich – wird aber leider vom FB-Algorithmus nicht gerne gesehen, da Youtube nicht zum Zuckerberg-Universum gehört. Das heißt aber nicht, dass es gar nicht ausgespielt wird.

Liken, Teilen sowie Kommentier- und Diskussionsverhalten

Das Liken, Teilen sowie Kommentier- und Diskussionsverhalten ist in Facebook sehr viel ausgeprägter als in Instagram! Dies ist einerseits eine Erfahrung, die ich mit meinen Blasmusikblog-Accounts auf FB bzw. Insta gemacht habe, andererseits eine Beobachtung meinerseits. Ich habe sowohl in FB als auch in Insta Pages von Musikvereinen abonniert. Ich versuche tatsächlich alle zu abonnieren, sowohl im In- als auch im Ausland. Sie geben mir den maximalen Überblick über das blasmusikalische Geschehen und liefern gute Ideen, die ich dann wiederum nutze, um sie allen über den Blasmusikblog zugänglich zu machen. Jeden Tag räume ich mir Zeit ein, um durch die Musikverein-Feeds zu scrollen und da habe ich diese großen Unterschiede im Liken, Teilen sowie im Kommentier- und Diskussionsverhalten festgestellt. In Facebook sind die Blasmusiker:innen in diesen Hinsichten sehr aktiv, in Instagram werden zwar manchmal Herzchen vergeben, aber sonst passiert nicht viel.

Das Liken, Teilen sowie das Kommentier- und Diskussionsverhalten wirkt sich auf beiden Plattformen jedoch sehr auf die jeweiligen Algorithmen aus. Deswegen, und das habt Ihr bestimmt auch schon festgestellt, ist es immer noch einfacher, auf FB eine große Community aufzubauen als in Instagram.

Teilen von Posts

Das direkte Teilen von Posts in Instagram ist nicht uneingeschränkt möglich. Wenn wir einen Post teilen möchten, dann können wir das direkt in den Stories, mit anderen Personen, auf Facebook und anderen sozialen Plattformen teilen. Nicht im eigenen Insta-Feed. In Facebook ist es ohne weiteres möglich, im eigenen Feed (auf dem persönlichen Account und auf der Page des Musikvereins) zu teilen. Wichtig ist das für uns beispielsweise für unsere Konzertwerbung oder für die Bewerbung unserer anderen Veranstaltungen. Oder wenn wir unseren Followern z. B. mal einen Beitrag auf dem Blasmusikblog zeigen möchten.

Facebook-Gruppen

Gruppen gibt’s auf Insta nicht. Und auf Facebook sind sie für uns Gold wert. Es gibt einige gute Gruppen für uns Blasmusik-Leute. Z. B. das Netzwerk Sinfonische Blasmusik (werde gerne Mitglied! Aber Achtung: Du musst deinen Musikverein angeben, sonst wirst Du nicht angenommen. Dies hält Spammer aus der Gruppe.). In diesen Gruppen gelingt der Austausch. Wenn z. B. jemand auf der Suche nach einer guten Idee für das Konzertprogramm ist. Es gibt gute Ideen, weil die Mitglieder ihre Posts darin teilen. Und das ist eben auch das, was wir gut für unsere Veranstaltungsbewerbung nutzen können. Werdet Mitglied der Blasmusikgruppen und verschafft mit Hilfe der Gruppe Eurem Blasorchester mehr Sichtbarkeit in Facebook!
Weit wichtiger als die Blasmusik-Gruppen sind die lokalen Gruppen Eurer Gemeinden und der Region. Recherchiert mal, ihr werdet erstaunt sein, wie viele geeignete regionale Gruppen es gibt. Werdet in allen Gruppen, die etwas für Euren Musikverein bedeuten können, Mitglied und teilt fleißig Eure Posts darin!

Einladen von Freunden

Ich muss hier in diesem Beitrag keine Grundlagen-Vermittlung machen. Ihr wisst selbstverständlich, dass Ihr für Euren Musikvereine eine Page bzw. Seite anlegen müsst. Accounts sind natürlichen Personen vorbelassen. Und das ist auch richtig so. Allerdings müssen wir schon einiges tun, um unsere Seite in FB bekannt zu machen. Das eine ist das aktive Posten und auch das Liken, Teilen und Kommentieren anderer Seiten im Namen der Seite. Ihr könnt ja jeweils oben rechts anwählen, ob ihr mit dem eigenen Account oder mit der Seite aktiv seid.

Die privaten Accounts der Musikerinnen und Musiker in Facebook sind auch wichtig. Denn die eigenen Freunde können direkt auf der Seite des Musikvereins über die drei Punkte oben rechts eingeladen werden.

Screenshot FBO Freunde einladen
Screenshot FBO: Freunde einladen

Macht davon Gebrauch und leitet Eure Musikerinnen und Musiker entsprechend an, ihre FB-Freunde wiederrum einzuladen, die FB-Seite des Musikvereins zu liken! Ohne große Community, keine Reichweite. Reichweite braucht Ihr, um gesehen zu werden. Der Algorithmus steht auf Reichweite!

Eine solche Funktion gibt es übrigens in Instagram nicht! Wir können in Insta niemanden aktiv einladen uns zu folgen.

Veranstaltungen

Das ist überhaupt eine der besten Funktionen in Facebook. Besonders für uns Musikvereine. In Instagram ist diese Funktion nicht enthalten!

Leider nutzen die Musikvereine diese Funktion viel zu wenig. Und wenn eine Veranstaltung, beispielsweise für das Konzert, erstellt wird, dann wird nicht das Maximale der Möglichkeiten rausgeholt.

Eine Veranstaltung nur zu erstellen, reicht nicht aus. Jede Musikerin und jeder Musiker kann direkt auf der Seite seine Freunde auf FB einladen.

Screenshot FBO Zum Konzert einladen
Screenshot FBO: Zum Konzert einladen

Doppelt einladen geht übrigens nicht.

Fordert Eure Musikerinnen und Musiker auf, die Veranstaltung in ihren Feeds zu teilen. Nicht nur einmal, sondern mehrmals. Teilt als Admin die Veranstaltung selbst im eigenen Feed und in den Gruppen – regional und überregional!

Gebt für das Einladen und für das Teilen der Veranstaltung eine Kurz-Anleitung an Eure Musiker:innen durch (jedes Mal! Sonst wird es wieder vergessen…).

@Follower

Wenn Ihr auf Eurer FB-Seite etwas postet, könnt Ihr in der Beschreibung (der „Caption“) entweder einzelne Personen mit einem @ „taggen“ (also verlinken). Als erste Möglichkeit, wenn Ihr das “@” tippt, schlägt Euch FB @follower vor. Das bedeutet, dass alle Eure Follower eine Benachrichtigung erhalten, dass es einen neuen Post von Euch gibt. Das Taggen aller Follower geht in Insta nicht.

Meta Business Suite

In der Meta Business-Suite könnt Ihr alle Eure Posts gleichzeitig in Facebook und Instagram 29 Tage im Voraus planen. Sehr genial!

Am besten mit Hilfe des Blasmusik-Almanachs die Posts (sowohl als Bild-Text oder als Video) vorproduzieren und in der Meta Business Suite vorplanen. Und das bequem am Bildschirm des PCs bzw. Macs. Genial. Den Blasmusik-Almanach könnt Ihr bequem per Mail an info@kulturservice.link bestellen. Kostet 19,90 Euro und wird als PDF geliefert. (Info: Zurzeit läuft das Sommer-Angebot 2 für 1!)

Überzeugt, dass Facebook für die Musikvereine bzw. Blasorchester noch lange nicht out ist?

Meine Empfehlung: Nutzt beide Kanäle! Verbindet beide Kanäle, denn ihr könnt sowohl von Instagram aus als auch von Facebook aus beide Kanäle gleichzeitig bedienen. In Instagram poste ich z. B. Stories, Reels und Posts vom tagesaktuellen Geschehen gleichzeitig auf beiden Kanälen. Von Facebook aus – über die Meta Business Suite – poste ich alles, was sich vorplanen lässt und Beiträge vom Blasmusikblog (per URL). Natürlich auch gleichzeitig in beiden Kanälen. Facebook und Instagram getrennt zu verwalten – beispielsweise von 2 Personen aus dem Musikverein, die jeweils für einen Kanal zuständig sind – macht keinen Sinn!!! Hie und da speziell etwas für Instagram oder speziell etwas für Facebook zu kreieren ist gut und sinnvoll.

Noch immer gilt: “Bild vor Text, bewegtes Bild vor Bild”. Also: Produziert Videos! (Auch für Videos gibt es täglich Ideen im Blasmusik-Almanach 2024!)

Alexandra Link

Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Musizierende Menschen zusammen zu bringen meine Leidenschaft.

    2 thoughts on “Warum Facebook für die Musikvereine keinesfalls out ist…

    • Liebe Alexandra,
      Lieben Dank für Deinen Bericht!
      Habe ihn gerne gelesen und habe in vielen Punkten Bestätigung meiner Meinung erfahren.
      Ich bevorzuge vor allem Facebook und hatte schon gedacht, ich bin da total ” out “. Vonwegen!
      Ich bleibe dabei: für meinen persönlichen Gebrauch/Austausch ist Facebook die beste Plattform!
      Viele Grüsse,
      Marco

      Antwort
    • Pingback: Blasmusikblog Monatsrückblick Juni 2024 – Blasmusik

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