6 Fragen an Thomas Conrad zur Teilnahme der Bläserphilharmonie Thum am DOW 2016

Für das Land Sachsen hat sich die Bläserphilharmonie Thum unter der Leitung von Thomas Conrad für den Deutschen Orchesterwettbewerb qualifiziert.

Hier die Antworten von Thomas Conrad zu meinen 6 Fragen:

Wie und wann hat sich Dein Orchester für den DOW qualifiziert? Was waren die Voraussetzungen zur Teilnahme am DOW?

„Qualifiziert hat sich die Bläserphilharmonie Thum am 15. November 2015 beim Sächsischen Orchesterwettbewerb in Zwickau. Mit einem sehr musikalischen Vortrag erspielte sich das Orchester noch zusätzlich den Sonderpreis der Stadt Zwickau, was die Vereinskasse sehr gefreut hat.“

Mit welchen Werken tretet ihr in Ulm beim DOW an und warum hast Du für Dein Orchester gerade diese Werke ausgesucht?

„Wir werden mit dem Pflichtwerk aus der 1. Division des WMC Kerkrade aus 2013 antreten. Vor 3 Jahren nahmen wir in der 2. Division teil und ich habe Extreme Beethoven von Johan de Meij mehrmals live hören können. Eine ganz andere Wirkung als aus der „Konserve“. Danach stand für mich fest, ich will dieses Werk spielen. Es zeigt alle Facetten eines sinfonischen Blasorchesters und verbindet originell Beethovens Themen mit neuer Klangsprache. Ein Vergnügen für Musiker und Publikum. Durch die Aufführungsdauer fiel dann die Wahl des Pflichtwerkes leicht. Mit der Suite for Harmonieorkest hätten wir die vorgegebene Vortragszeit nicht eingehalten. Als Kontrast passte Stamp´s Komposition außerdem hervorragend ins Programm. Wobei man dieses Werk nicht unterschätzen darf. Nur auf den ersten Blick scheinbar leichter, wie ich auch beim Landesausscheid in Karlsruhe hören durfte.“

Was ist Dir in der Wettbewerbsvorbereitung besonders wichtig und wie bereitest Du Dein Orchester ganz speziell auf diesen wichtigen Wettbewerb vor?

„Eine spezielle Vorbereitung gibt es eigentlich nicht. Wir bereiten uns für den Wettbewerb genauso intensiv wie für unsere Konzerte vor. Es ist Zufall, dass unsere Jahreskonzerte 2016 direkt im Vorfeld des Wettbewerbs liegen. Einzig ein Konzert am 30. April in Lauffen am Neckar haben wir zusätzlich in den Terminplan aufgenommen.“

Welchen Stellenwert haben Wettbewerbe und Wertungsspiele einmal für Dich selbst und andererseits für die Musikerinnen und Musiker in Deinem Orchester?

„Wettbewerbe sind eine gute Möglichkeit, sich nochmals intensiver mit ausgewählten Werken zu beschäftigen. Meist wählt man Werke, welche man schon einmal im Konzert gespielt hat. Dadurch kann man noch mehr in die Tiefe der Stücke vordringen und die Musiker können freier musizieren. Schließlich ist die Bläserphilharmonie Thum ein Vereinsensemble und kein Auswahlorchester. Bis vor 5 Jahren hieß das Ensemble noch Jugendorchester. Durch den steigenden Altersdurchschnitt wurde eine Namensänderung notwendig.“

Was spricht Deiner Meinung nach generell für Wertungsspiele bzw. Wettbewerbe, was dagegen?

„Dafür spricht für mich die intensive Vorbereitung eines kürzeren Programms (wann hat man schon Konzert mit 30 Minuten Programm), die fachkundige Standortbestimmung und der Kontakt mit anderen Orchestern. Dagegen spricht, wenn man das so überhaupt so sagen kann, die Subjektivität in der Musik. Welcher Interpretation gibt man den persönlichen Vorzug? Welche Gewichtung von Schwierigkeit der Werke zu musikalischer Gestaltung? Alles sehr subjektiv, wie ich zuletzt beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ wieder erleben durfte.“

Mit welchen Erwartungen gehen Du und Deine Musikerinnen und Musiker nach Ulm?

„Ich wünsche mir, dass unser Orchester auf der Bühne die musikalische Leistung abrufen kann, welche es zu leisten im Stande ist. Wenn wir es schaffen, Publikum und Jury emotional zu berühren, dann hat sich jede Minute der Vorbereitung und der Weg nach Ulm gelohnt.“

Über die Bläserphilharmonie Thum

Der Verein Jugendblasorchester der Stadt Thum/ Erzgeb. e.V. gründete sich im Frühjahr 1990 und zählt nunmehr knapp 500 Mitglieder, von denen sich etwa 170 aktiv mit Musik beschäftigen. Sie musizieren in vier Orchestern sowie in diversen kleineren Ensembles. Hauptaufgabe des Vereins ist die Kinder- und Jugendarbeit. Die wichtigsten Anliegen sind dabei, junge Menschen an das Musizieren heranzuführen, Freude an der Musik zu vermitteln, Talente zu fördern und Gemeinschaftsdenken im Umgang miteinander anzuregen.

Neben Konzerten, Proben und Orchesterreisen sind Veranstaltungen für Vereinsmitglieder, Musikfreunde und die gesamte Bevölkerung ein wichtiger Bestandteil unseres Vereinslebens. Es gibt feste jährliche Höhepunkte, wie z.B. die Theater- und Jahreskonzerte der Bläserphilharmonie und der Bläserkids, den Vereinsball, den Thumer Orchestertreff, die Weihnachtskonzerte oder die Abendveranstaltung Brass & Dance. Weiterhin knüpft und pflegt unser Verein ständig Kontakte und Freundschaften zu Musikfreunden im In- und Ausland.

Die Bläserphilharmonie (ehemals Jugendorchester) ist das Hauptensemble des Vereins und gleichzeitig sein Aushängeschild. Dieses 70-Mann-Orchester aus jungen und jung gebliebenen Musikern hat sich der sinfonischen Blasmusik verschrieben.

Über den Dirigenten Thomas Conrad

Thomas Conrad
Thomas Conrad

Der studierte Posaunist begann seine musikalische Laufbahn bei Karl Röhle, einem der ehemaligen Dirigenten des Jugendblasorchesters Thum. Nach seiner Ausbildung am Musikinstrument und dem Erwerb der Hochschulreife an der Musikhochschule “Franz Liszt” in Weimar erfolgte das Studium mit dem Abschluss als Diplommusiker am Instrument Posaune.

Nach dem erfolgten Aufbaustudium im Bereich “Konzertexamen” folgte in den Jahren 1994-1996 eine Anstellung in der Staatskapelle Weimar. Nach dieser Zeit verschlug es ihn wieder in die erzgebirgische Heimat. Im Verein Jugendblasorchester der Stadt Thum übernahm er von 1997 – 2005 die musikalische Leitung der Erwachsenenformation “Brass94”. An der Musikschule des Landkreises Annaberg unterrichtet er die Fächer Posaune, Euphonium, Tuba, Trompete, Kammermusik und Musiktheorie. Von 2001 – 2006 hat er die Leitung des Fachbereiches Blechbläser inne.

Während dieser Zeit begann auch sein Engagement im Landesblasorchester Baden-Württemberg, welches ihn schließlich sowohl privat als auch beruflich in den Süden des Landes führte; zunächst als Fachbereichsleiter Bläser an der Städtischen Musikschule Heilbronn und seit 2009 als Leiter der Musikschule Lauffen und Umgebung e.V. Zusätzlich übernahm er 2006 die Leitung des Blasorchesters des MV Schwieberdingen, welche er bis heute parallel zum Dirigat der Bläserphilharmonie inne hat. Darüber hinaus dirigiert er die Bigband “Flat-Attack” aus Heilbronn (2008 – 2012) und die Stadtkapelle Marbach (seit 2011).

Herzlichen Dank, lieber Thomas Conrad, für die ausführliche Beantwortung der Fragen!

Die Bläserphilharmonie Thum spielt ihre Wettbewerbsbeiträge beim Deutschen Orchesterwettbewerb 2016 am Montag, den 2. Mai um 12.10 Uhr im Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm. Ich drücke die Daumen und wünsche viel Erfolg!

Der nächste Beitrag in der Serie zum Deutschen Orchesterwettbewerb erscheint am Montag mit dem Interview mit Jörg Seggelke von der Bläserphilharmonie Regensburg. Wer keinen Beitrag verpassen möchte, kann sich gerne rechts oben für den Newsletter eintragen.

 

 

 

 

 

 

 

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Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Musizierende Menschen zusammen zu bringen meine Leidenschaft.

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