Über das Buch „Die Kunst der Musikausbildung“

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Müsste ich das nahezu 500 Seiten dicke Buch „Die Kunst der Musikausbildung – Wege zur erfolgreichen Existenz als Musikpädagoge“ von Carl F. Hartmuth in drei Punkten beschreiben, würde das so aussehen:

  1. Umfangreich
  2. An (vermutlich) alles gedacht, was den Beruf des Instrumentalpädagogen ausmacht
  3. Informations- und Inspirationsquelle für Instrumentallehrer und Dirigenten (der Amateurmusikszene)

Die Themen, die in „Die Kunst der Musikausbildung – Wege zur erfolgreichen Existenz als Musikpädagoge“ behandelt werden, reichen vom Selbstverständnis eines Musikpädagogen, über Grundlagen der Lern- und Lehrpsychologie, neuen Methoden und Ideen in der Musikausbildung, Kommunikation im Musikunterricht bis hin zu Probenmethodik für Dirigenten von Amateur-Orchestern und das Leiten einer Musikschule. Der Autor Carl F. Hartmuth ist somit vermutlich der erste, der innerhalb des großen Themas „Instrumentalausbildung von Kindern und Jugendlichen“ auch das Ensemble- und Orchesterdirigieren wie selbstverständlich für einen Musikpädagogen betrachtet.

Carl F. Hartmuth erkennt drei notwendige Kernkompetenzen eines Musikpädagogen. Während beim Musikstudium meist die Musikpädagogik und -didaktik neben dem künstlerischen Aspekt im Vordergrund stehen, Musikwissenschaft bestenfalls ein Nebenschauplatz ist, fehlen Managementkomponenten meist ganz. Er beschreibt im Buch ausführlich drei Säulen:

„Die erste Säule umfasst das gesamte musiktheoretische Wissen und spielpraktische Können, das ein Musiklehrer mitbringen muss, und zwar in allen wichtigen Stilrichtungen historischer und zeitgenössischer Musik.

Die zweite Säule besteht aus Musikpädagogik, der Lehre von Ausbildung und Erziehung, und Didaktik, der Lehre vom Lehren und Lernen in der Musik. Hierzu gehören alle Konzepte und Methoden, den Schüler als Musiker und in seiner Persönlichkeit auszubilden und zu fördern.

Die dritte Säule bezeichnet das unternehmerische Know-how, das erforderlich ist, um privatwirtschaftlich wirken und existieren zu können. Dazu gehören u. a. Selbstmanagement, Führung, Betriebswirtschaft, Organisation und Administration, Marketing, Strategieentwicklung und Systembildung.“

Somit schließt der Autor Lücken in der gängigen Ausbildungspraxis an Musikhochschulen.

Sehr interessant zu lesen ist die geschichtliche Betrachtung der Musikausbildung. Erklärt es doch subtil, warum Instrumentalunterricht in den letzten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts (ungefähr) so war – Lehrerkonzentriert und oft nicht an der (amateur-)musikalischen Wirklichkeit orientiert.

Die Lernpsychologischen Grundlagen sind in einfachen Aufsätzen schlüssig erklärt und erspart manches kompliziert geschriebene Buch über dieses Thema. Was für den Instrumentalunterricht und auch die Probenarbeit in Amateur-Ensembles – wo der Dirigent meist hauptsächlich Pädagoge sein muss – gilt, beschreibt er sehr schlüssig. Sehr eingehend beschreibt er den Umgang mit Fehlern. Fehler als Hinweise auf genau die Bereiche des Schülers, die noch Unterstützung benötigen. Fehler, die gleichzeitig Chancen aufzeigen, das Spiel des Musikers in Ausbildung zu verbessern.

In seinen Ausführungen berücksichtigt er nicht nur die Instrumentalausbildung von Kindern und Jugendlichen, sondern auch von Erwachsenen.

Für den Ablauf einer zielführenden Unterrichtsstunde skizziert er ausführlich einen roten Faden. Außerdem gibt er Lehrern Ideen an die Hand, wie abstrakte Musiktheorie mit visuellen Methoden vermittelt werden können.

Vieles, was im Buch verschriftlich ist, erscheint logisch, selbstverständlich und ist vielen auch bekannt. Und doch ist es wichtig, sich gewisse Dinge zu verinnerlichen, sich daran zu erinnern, in anderem Kontext zu betrachten und neue Aspekte (z. B. angewandte Kinesiologie) in Zusammenhang zu bringen. Ein Beispiel: habt Ihr Euch schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie Eure nonverbale Kommunikation im Unterricht auf den Schüler wirkt?

Es wurde oben schon beschrieben. Dieses Buch ist nicht nur für Instrumentallehrer mit wichtigen Erkenntnissen gefüllt. Dirigenten von Amateur-Orchestern wie zum Beispiel Musikvereinen sind – sofern es sich nicht um ein Orchester der oberen Leistungsstufen handelt – hauptsächlich als Pädagogen gefragt. Sie stehen vor Ensembles mit Instrumentalisten der unterschiedlichsten Leistungsstände und Motivationen und haben die Aufgabe, sie für ein bestimmtes Werk auf den gleichen Stand zu bringen. Grundlage: das Verständnis und die Kenntnis der Partitur (mit musiktheoretischem und musikgeschichtlichem Hintergrund). Wie das gelingen kann, beschreibt Carl F. Hartmuth in einem ausführlichen Beitrag mit dem Titel „Alles steht in den Noten, nur das Wesentliche nicht“ und weiter in „Die Kunst des Dirigierens – aus etwas Musik werden lassen“.

Wie unsicher eine Selbstständigkeit als Künstler sein kann, zeigt uns erstmalig ganz brutal das unselige C-Jahr 2020. Existenzen von Profi-Musikern, die als Solo-Selbständige unterwegs sind, sind massiv bedroht. Im Buch findet Ihr keine Lösungen für dieses Dilemma – der Fehler im System liegt im Virus und nicht in der Persönlichkeit des Künstlers. Und doch zeigt es auf, was bei aller künstlerischer Ausbildung an den Musikhochschulen bei vielen Künstlern etwas zu kurz kommt: Betriebswirtschaftliche Grundlagen. Das unternehmerische Denken ist oftmals bei Profi-Musikern nicht sehr ausgeprägt. Die Musik steht im Vordergrund. Gott sei Dank, ist man geneigt zu sagen. Und doch: Ist man von Berufs wegen Musiker, muss man davon leben können. Die Butter für’s Brot zu verdienen reicht nicht aus. Gut ein Drittel des Buches beschäftigt sich damit, wie eine Selbständigkeit gelingen kann. Die wichtigen Kernkompetenzen dafür werden angesprochen: Führungsqualitäten bzw. Mitarbeiterführung (Musikschulen), Selbstorganisation und -management, Qualitätssicherung, Finanzierung, Vertragsgrundlagen, Finanzierung und Marketing. Das Marketing für Musiker wie ich es auch für die Musikvereine sehe: im Spannungsfeld von Mission, Qualität und Wirtschaftlichkeit und ganzheitlich betrachtet.

Ergänzt wird das Buch mit sehr interessanten Interviews einerseits mit Instrumentallehrern und ein bis zwei ihrer Schüler. Sehr nützlich auch die Checklisten im Anhang, die jeder als Kopiervorlagen verwenden kann. Darunter Listen für den Lernfortschritt eines Schülers, eine Checkliste „Schülervorstellung“, eine zur Mitarbeiterauswahl (Musikschulen), zur Mitarbeiterkompetenz und zur Ermittlung des Fortbildungsbedarfs.

Das Buch „Die Kunst der Musikausbildung – Wege zur erfolgreichen Existenz als Musikpädagoge“ ist im gut sortieren Buchhandel oder über die Website des Autors erhältlich: https://shop.musicon-verlag.de Es kostet 38,00 Euro.

Es freut mich sehr, dass ich ein Exemplar dieser Informationsquelle für Musikpädagogen verlosen darf! Wer das Buch haben möchte, schreibt bitte einen Kommentar mit seiner Motivation in das Kommentarfeld unter diesen Beitrag bis zum 1. Januar 2021. Am 2. Januar 2021 wird das Buch unter allen Kommentierenden verlost.

Über den Autor

Carl F. Hartmuth

Carl F. (Ferdinand) Hartmuth stammt aus dem Raum Augsburg und lebt in München. Er ist als Feinmechanikermeister, Maschinenbau- und Qualitätsingenieur ausgebildet. Von Kindheit an begeisterte ihn die Musik. So erlernte er früh das Klavier- und Akkordeonspielen. Später kamen Orgel, Mundharmonika, Didgeridoo, Tenorhorn/Bariton, Parforcehorn und Steirische Harmonika hinzu. In der Schweiz absolvierte er eine berufsbegleitende Ausbildung zum Dipl. Musiklehrer für Tasteninstrumente. Seither unterrichtet er Musikschüler und hält Seminare. Beim Bayrischen Musikbund sowie an der Bundesakademie Trossingen erfuhr er eine Ausbildung als Dirigent für Laien-Blasorchester. Als Autor und Verleger (Musicon-Verlag) veröffentlichte er mehrere Fachbücher im Bereich der Musik. Dazu gehören ein umfangreicher Leitfaden für Steirische Harmonika und mehrere Spielhefte. An der IHK München und Oberbayern ist er als ehrenamtlicher Prüfer für den Beruf des Musikfachhändlers tätig. In seiner Freizeit ist er gerne beim Segeln oder Bergwandern.

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit dem Autor Carl F. Hartmuth entstanden. Herzlichen Dank für die angenehme Zusammenarbeit!

Alexandra Link

Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Musizierende Menschen zusammen zu bringen meine Leidenschaft.

4 thoughts on “Über das Buch „Die Kunst der Musikausbildung“

  • 12. Dezember 2020 at 15:49
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    Dieses Buch scheint sehr viele Aspekte der musikalischen Ausbildung in Blasorchestern zu behandeln. Wenn es den in der Beschreibung enthaltenen Umfang hat, ist der Preis durchaus gerechtfertigt.

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  • 13. Dezember 2020 at 16:50
    Permalink

    Das Buch bringt sicher viel Kenntnis, Motivation, Frustrationsverhütung aber auch existentielle Erfahrung für Musiker/Lehrer und Schüler mit sich. Sollte ich das Buch gewinnen, verspreche ich einen Kurs zum Dirigenten eines Blasorchesters zu absolvieren(was für mich als Rentner eine neue Herausforderuung bedeutet)

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  • Pingback: Blasmusikblog Vorausblick 2021 – Blasmusik

  • 31. Dezember 2020 at 14:39
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    Ich dirigiere ein Amateurorchester und freue mich über wertvolle Profi-Tipps. Deshalb möchte ich das Buch gern gewinnen.

    Reply

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