Hubert Hoche’s MYSTIKA – Ein „Lebens“-Werk zwischen Eros und Ethos

Mit Interviews mit dem Komponisten Hubert Hoche und mit dem musikalischen Leiter des Polizeiorchesters Prof. Johann Mösenbichler

Das Stadttheater Fürth wird am Samstag, den 8. April 2017 zum Schauplatz eines Tri-Medialen Projekts, bei dem neben Tanz und Bildproduktion ein großes Sinfonisches Blasorchester die musikalische Hauptrolle spielt. Die Kombination dieser drei künstlerischen Elemente Tanz, Bild und Musik ist einzigartig und dieser Weise noch nie dagewesen.

Es geht um nichts weniger als das Leben selbst: von der Geburt bis zum Tod, vom Werden über das Wachsen und Gedeihen zum Vergehen. Der Komponist Hubert Hoche hat in sieben Bildern eine Musik geschaffen, die den Verlauf des Lebens widerspiegelt. MYSTIKA ist im wahrsten Sinne des Wortes ein „Lebens“-Werk, an dem Hubert Hoche seit vielen Jahren immer wieder und weiter gearbeitet hat.

Ein kleiner Einblick in das Werk gibt Euch dieser Teaser:

 

MYSTIKA ist ein Performance-Projekt für Blasorchester, wie es noch nie da war. Über die Entstehung, die Besonderheiten und den Inhalt von MYSTIKA habe ich mit Hubert Hoche gesprochen:

Hubert Hoche
Hubert Hoche

Hubert, wann hat die Idee zu MYSTIKA begonnen in Dir zu „keimen“, wie hat sich die Idee entwickelt bis hin zum Endresultat?

MYSTIKA habe ich schon in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts komponiert, allerdings in einer Besetzung für Flöte, Oboe, Viola, Violoncello, Klavier und im letzten Satz kam noch Synthesizer dazu. Es entstand in meiner Studienzeit, zwischen 1994 und 1999. Normalerweise habe ich Werke sehr viel schneller komponiert, aber MYSTIKA brauchte einfach diese Zeit. Es geht ja um ein philosophisches Thema – die Entwicklung eines Menschen durch verschiedene Lebensabschnitte – so etwas diskutiert man nicht in einer Nacht. Wir waren damals eine Gruppe von Studenten, denen die Lebensfragen – Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Was sollen wir tun? – unheimlich beschäftigt haben und endlos darüber diskutiert haben. MYSTIKA war für mich der Weg dies alles zu verarbeiten und meinen persönlichen Weg zu finden.

Das ganze Werk wurde damals auch inspiriert von der Atmosphäre der Bilderwelt von HR Giger, der 2014 verstorben ist. Seine Sicht der Dinge hat mich seit meiner Jugend beeindruckt. Eine düstere Bilderwelt, reduziert auf unsere Urtriebe – letztendlich auch auf unser Menschsein. Viele Dinge, die wir tun, werden von diesen Trieben gesteuert und beeinflusst.

Schon beim Komponieren merkte ich, dass ich selbst in eine surreale Bilderwelt abtauchte. Diese, meine, Bilderwelt erstellte ich dann im Jahr 1999 selbst. Eine Welt deren Landschaft der Zuschauer selbst durchwandert in dem er nur zugeschaut hat. Die Landschaftsbilder habe ich damals sehr aufwendig mit einer 3D Landscape-Software gemacht. Das war eine sehr aufregende Zeit, seine eigene Welt real werden zu lassen.

Vom Entstehungsprozess her, war also erst die Musik fertig und dann habe ich mich an die Umsetzung der Bilderwelt gemacht.

Die Uraufführung war gedacht mit Live-Ensemble und 3 Diaprojektoren als Überblend-Projektion. Heute würde man sich das alles im Computer fertig machen und mit Beamer arbeiten. Wie gesagt, es war so gedacht, aber die Aufführungspraxis stellte uns damals vor ein nicht zu lösendes Problem. Es waren so viele Szenen und Sequenzen, die absolut synchron mit der Musik laufen mussten und kleinste Tempo-Nuancen würden das zum Scheitern bringen. Ich erinnere mich, dass ich damals sehr unglücklich war. Ich beriet darüber mit den Musikern. Letztendlich lösten wir das Problem, dass wir uns entschlossen die Musik aufzunehmen und von CD laufen zu lassen. Leider ging der Live-Effekt dadurch verloren, aber wir gewannen die absolut notwendige Präzision.

Aus welchen Sätzen besteht MYSTIKA, was möchtest Du jeweils in den einzelnen Sätzen ausdrücken und in welcher Reihenfolge sind diese Sätze entstanden?

MYSTIKA besteht aus 7 Sätzen, Mystikum I-VII. Es entstanden Mystikum VI und Mystikum I zuerst. Wobei das erste, Mystikum VI, den Impuls zur Erweiterung auf eine Großform gab. Danach entstand, wie gesagt, Mystikum I und Mystikum II. Etwas später dann Mystikum III – V und zuletzt Mystikum VII.

Die einzelnen Sätze spiegeln Lebensabschnitte wider, die ich nur grob anreissen möchte, da der Zuschauer ja selbst seine Position zu den Ereignissen finden soll. Im Mittelpunkt von MYSTIKA steht eine Person – man selbst, die erst gezeugt und geboren wird (Mystikum I). Mystikum II spiegelt die Jugend und Pubertät wider, wobei letzteres sich in Mystikum III mit hineinzieht. Mystikum III beschreibt das Lösen von den Eltern und die erste Liebe. In Mystikum IV wird die Loslösung vom Elternhaus als etwas befreiendes dargestellt, der Weg in die Ausbildung – neue Wege! Mystikum V erzählt von der harten Realität nach der sorgenfreien Ausbildung bzw Studienzeit. In Mystikum VI geht es um Begriffe wie Partnersuche, erotische Exzesse, Familiengründung und am Ende der Tod. Der Sterbensprozess zieht sich in Mystikum VII hinein. Die Seele trennt sich langsam vom Körper, während das Gehirn das gelebte Leben in Fetzen zurückspult .

Wann kam Dir der Gedanke MYSTIKA für Sinfonisches Blasorchester umzusetzen und wie lange hast Du nun an der Blasorchesterfassung gearbeitet??

Die Thematik von MYSTIKA wird sich ja weiter durch mein Leben ziehen und ich hoffe natürlich, dass das Ende von Mystikum VI und Mystikum VII noch lange auf mich warten werden. Somit ist mir aber MYSTIKA immer präsent und man reflektiert immer wieder die damalige Aussage. Die Idee das Werk für größere Besetzung zu machen kam mir, als ich ca 2008 die DVD-Version der Urfassung wieder anschaute. Zu diesem Zeitpunkt dirigierte ich bereits seit 8 Jahren Sinfonische Blasorchester und durch die Kraft der Musik MYSTIKA’s drängte sich diese Besetzung förmlich auf. 2009 erstellt ich eine Blasorchesterfassung von Mystikum VI. Diese Fassung zeigte ich damals Prof. Johann Mösenbichler, der sich die Partitur anschaute, begeistert war und das Werk dann zur Uraufführung brachte und mehrfach wieder aufführte. Danach schlummerte der Gedanke für das ganze Werk wieder ein, ich weiß gar nicht warum, wahrscheinlich, da der Alltag andere Dinge verlangte. Wie gesagt, das Thema lies mich ja nie los und 2012, 2013 war mir klar, wenn es zu MYSTIKA in dieser großen Besetzung kommen sollte, dann nicht nur mit Bildern, sondern auch mit Tänzern, alles getragen von der Musik und nicht umgekehrt, wie es bei Filmmusik notwendig ist. Mein Problem war zu diesen Zeitpunkt, dass ich keine Kontakte zu Visual Arts-Künstlern noch zu Tänzern hatte. Vor 3 Jahren lernte ich dann jemanden kennen mit dem ich mich über diese Idee unterhalten habe und der mir gleich den Visual Arts-Künstler Khoa Doan empfohlen hat, denn ich wollte dieses mal die Bilderwelt nicht selbst machen, es sollte jemand anders seine „Welt“ dazu erstellen. Ich nahm Kontakt zu ihm auf und der Rest ergab sich dann, wie von selbst. Khoa war von der Idee total begeistert, seine Freundin Kristy Ann Butry war „zufällig“ Choreografin, die kannte wieder eine Choreografin, Tatiana Diara, ich fragte dann sofort wieder bei Prof. Johann Mösenbichler an, der sofort zusagte und jetzt stehen wir kurz vor der Uraufführung. Ein Prozess von letztendlich 2,5 Jahren.

Ich muss zugeben, dass ich mir die Erarbeitung der Gesamtpartitur doch einfacher vorgestellt hatte. Die Besetzung wurde erweitert und somit war die 2009er Blasorchesterfassung von Mystikum VI obsolet. Letztendlich dauerte die Arbeit an der Partitur ungefähr 6 Monate und die Erstellung der Partitur und des Orchestermaterials nochmals 1,5 Monate.

Warum wird die Musik MYSTIKA mit Tanz und Bildproduktion ergänzt?

Das Bild an sich war ja schon immer Teil der Komposition, schon in der Urfassung in den 90ern. Wie und warum nun Tanz dazugekommen ist kann ich gar nicht konkret sagen. Die Idee war auf einmal da, schien mir auch völlig logisch und lies mich nicht mehr los. Kürzlich habe ich ein erstes Video der Tanzproben gesehen, da ich selbst nicht dabei sein konnte und war total berührt. Der Tanz wird das Gesamtergebnis nochmals auf einer höheren Ebene erscheinen lassen, da bin ich mir sicher.

Videokünstler Khoa Doan
Videokünstler Khoa Doan

Welche Vorgaben haben die Choreografinnen und der Visual Arts-Künstler für die Umsetzung von MYSTIKA erhalten?

Alle, Kristy, Tatiana und Khoa haben detaillierte Informationen von mir erhalten, was ich wo wie meine und mir vorstelle. Ich habe MYSTIKA in Szenen eingeteilt und innerhalb dieser Szenen Unterteilungen gemacht. Diese thematisch gefüllten Einheiten haben wir gemeinsam besprochen. Es ging ja nicht nur um thematische Inhalte, es ging auch darum welche grundsätzliche Atmosphäre MYSTIKA haben soll. Das ganze sekundengenau festzulegen wollte ich nicht, da das für mich den kreativen Prozess den alle drei durchlaufen müssen, zu sehr hemmen würde. Da das Werk eine Uraufführung ist, gibt es natürlich keine originale Aufnahme dazu auf der alles aufgebaut werden konnte. Ich habe dann mit einem befreundeten Komponistenkollegen eine computerbasierende Klangdatei erstellt mit der Khoa, Kristy, Tatiana und alle Tänzer nun arbeiten. Spannend wird dann die erste Probe mit dem „realen“ Orchester werden.

Welche Bilder schweben Dir vor und wie setzt der Videokünstler Deine Ideen um?

Khoa kennt die Urfassung mit meiner Bilderwelt. Die Grundstimmung soll düster sein, ansonsten soll er seine Sicht und seine Welt erfinden und darstellen. Er muss ja authentisch bleiben können, sonst wird es nicht überzeugen. So sehe ich das bei den Tänzern auch. Nicht zu sehr reglementieren, sie sollen sich auch verwirklichen können, deren Erfahrungsschatz muss sich mit der Thematik mischen. Dann bekommt alles seine eigene Energie.

Aber zurück zur visuellen Umsetzung von Khoa Doan’s visueller Welt. Hinter den Tänzern wird es eine riesige Leinwand geben auf der er seine Bilderwelt mit Rückprojektion via Beamer werfen wird. So werden die Tänzer auch keine Schatten auf die Leinwand werfen, selbst wenn sie ganz nahe davor tanzen werden. Aktuell warte ich noch darauf die ersten Entwürfe zu sehen, obwohl ich weiss, dass er schon intensiv daran arbeitet.

Welche ganz persönliche Bedeutung hat MYSTIKA für Dich?

Im Vorfeld zu diesem Trimedialen-Projekt wird nun oft von meinem Lebenswerk gesprochen. Wenn ich bedenke, dass meine Beschäftigung wohl erst mit meinem Tod enden wird, kann man das wohl zu Recht so sagen. Die lebensphilosophischen Fragen stellen sich täglich neu. Sie definieren sich auch damit neu wie sich unser Umfeld, sich unsere Welt verändert. Das Werk war wichtig für mich Standpunkte im Leben zu finden, die mir wichtig sind und um für mich Prioritäten zu definieren, die mir im Umgang mit Menschen und meinem Umfeld wichtig sind. Durch die Beschäftigung mit der ganzen Thematik habe ich auch gelernt unser Menschsein zu akzeptieren. Da ich einen Teil meiner Kindheit in einem kirchlichen Internat verbringen „durfte“, hat mir MYSTIKA wirklich geholfen diese religiöse „Erziehung“ zu verarbeiten und für mich ins Positive zu wenden, damit ich mit mir in Frieden leben kann. Von daher ist MYSTIKA ein sehr persönliches Werk.

Tänzerin MystikaWas macht MYSTIKA für Dich einzigartig und was ist das ganz Besondere an der Musik zu MYSTIKA?

Alles was ich mit diesem Werk verbinde macht es einzigartig. Es ist eines der wenigen Werke, die sich immer wieder in meinen Kopf schleichen, mich beschäftigen. Dann der Umfang als Trimediales-Projekt macht es für mich außergewöhnlich. Das erste mal mit so einem großen Team – Orchester, Tänzer, Visual-Arts-Künstler und einem Theater – an einem meiner Werke zu arbeiten ist eine besonders schöne und aufregende Erfahrung.

Den zweiten Teil der Frage kann ich leider nicht beantworten, das sollen bitte andere übernehmen. Für mich ist fast jede meiner Kompositionen etwas besonderes, da es immer das Klangergebnis einer sehr intensiven Auseinandersetzung mit etwas war und ist.

Was wünschst Du Dir für die Uraufführung in Fürth?

Natürlich erst einmal, dass die Umsetzung unserer „Lebensvision“ mit allen Beteiligten gut läuft. Dann wäre es wunderbar, wenn viele Besucher und Neugierige dieses Ergebnis langer Vorbereitung und vieler Arbeit anschauen möchten und wir ein volles Haus haben. Ich hoffe auch auf angeregte Diskussionen nach der Aufführung, denn Redebedarf wird es geben, da bin ich mir sicher!

Für die Uraufführung konnte Hubert Hoche das Polizeiorchester Bayern gewinnen. Mit dem Leiter des Polizeiorchesters, Professor Johann Mösenbichler, habe ich über die Musik und das Tri-Mediale Projekt MYSTIKA gesprochen:

Neben dem Komponisten sind Du und Deine Musikerinnen und Musiker des Polizeiorchesters Bayern die Einzigen, die die Musik zu MYSTIKA bisher komplett kennen. Was ist das Besondere an der Musik und was macht MYSTIKA einzigartig?

Die Einzigartigkeit ist die Tatsache, dass es sich bei MYSTIKA um ein Gesamtkunstwerk handelt. 

Tänzer, visuelle Effekte und eine – zumindest für Blasorchester – ungewöhnliche, spannende, aber auch sehr herausfordernde Musik.

Vor welche Herausforderungen sind Du und Deine Musiker bei der Uraufführung gestellt, wie bereitest Du Dich auf diese vor und wie setzt Du diese um?

Die Vorbereitungen laufen ja bereits. Für ein Berufsorchester besteht die große Herausforderung, ein derartig komplexes Werk in den musikalischen Alltag – Neujahrskonzerte, Kirchenkonzerte, u. v. m. – probentechnisch zu integrieren. Selbstverständlich ist es eine Notwendigkeit, dass sich jedes Orchestermitglied perfekt für die ersten Proben vorbereitet, sodass es keine technischen Proben werden, sondern vielmehr die komplexe Gestaltung und Interpretation im Mittelpunkt der Arbeit stehen. Natürlich sind besonders die rhythmischen Elemente mit zahlreichen Taktwechseln im gemeinsamen Ablauf und in der orchestralen Entwicklung spannende Elemente.

Die ersten Verständigungsproben haben schon stattgefunden und nun beginnt bald die Finalphase der musikalischen Probenarbeit.

Mit welchen Worten kannst Du die Musik zu MYSTIKA beschreiben? Welche Klänge erwarten die Besucher?

Für mich ist es eine wunderbare Symbiose von Tönen und Klängen, die das Leben repräsentieren. Es gibt wenige – im klassischen Sinne gemeinte – Dur- und Moll-Passagen, aber dafür wunderbare Melodieelemente umwogen von pulsierenden und rhythmisch puschenden, teilweise pochenden Harmonien. Vielfach ist für mich die „Lebenslinie“ in Form von durchlaufenden Sechzehntel-Noten über komplexe Taktwechsel hinweg ein sehr spannendes Element. Ich bin überzeugt, dass durch die Visualisierung mittels Tanz und Projektionen ein unglaublich tiefes Erlebnis für die Besucher zu erwarten ist.

Welcher Satz von MYSTIKA ist Dein ganz persönlicher Favorit und warum?

Ich habe nicht wirklich einen Favoriten – vielmehr sind es die unterschiedlichsten Stimmungen, Lebens- und Liebessituationen, die in all ihren individuellen Facetten sehr interessant, unterschiedlich und hörenswert sind.

Daher ist für mich die Gesamtheit der Komposition eine sehr stimmige und emotional berührende Angelegenheit. Ich kann es kaum erwarten und freue mich schon riesig – nach all den vielen Vorbereitungen zuerst im Partitur-Studium und dann in der Arbeit mit dem Orchester – auf die Geburt und auf das Live-Erlebnis im Stadttheater in Fürth.

Der Kartenvorverkauf zu MYSTIKA läuft über die Theaterkasse des Stadttheaters Fürth www.stadttheater.de. Karten können auch telefonisch (Tel. 0911-9742400) oder per Mail (theaterkasse@fuerth.de) bestellt werden. Vor der Uraufführung am 8. April 2017 um 19.30 Uhr findet um 18.30 Uhr eine Werkeinführung durch den Komponisten Hubert Hoche statt.

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Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Musizierende Menschen zusammen zu bringen meine Leidenschaft.

4 thoughts on “Hubert Hoche’s MYSTIKA – Ein „Lebens“-Werk zwischen Eros und Ethos

  • Pingback: Anonymous

  • 30. Juni 2017 at 2:49
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    Vielen Dank für dieses interessante Interview!

    Eigentlich war mir das meiste davon schon bekannt, da ich die Uraufführung und die Einführung davor erlebt habe und diesen Beitrag erst jetzt entdeckt habe. Aber es ist eine schöne Zusammenfassung, die der Erinnerung auf die Sprünge hilft, weshalb ich mir da Interview gleich abgespeichert habe. Es ist schön, wenn man aus erster Hand Gedanken und Vorgehensweisen beim Komponieren erfährt. Es hätte sicher auch so gewirkt, aber durch die Einführung in das Projekt war man sicher noch wesentlich “näher” am Gehörten und Gesehenen. Man brauchte nicht rätseln, ob man das, was der Komponist ausdrücken wollte, auch richtig interpretiert.

    Diese Uraufführung war für mich ein durch und durch bewegendes Erlebnis, von vielen Emotionen getragen. Liegt es daran, dass man Analogien in seinem eigenen Leben wiederfindet? Weil die Musik und ihr tiefer Ausdruck noch durch die TänzerInnen (ihr Beitrag war unheimlich stimmig zur Musik!) vertieft wird? Bei den Videos muss ich für mich persönlich leichte Abstriche machen, weil sie mir teilweise zu aufregend waren und ich dann die Augen geschlossen hatte. Durch die Musik erlebte ich zwar die Aufregungen und Wirrungen, aber die TänzerInnen konnte ich dann leider nicht sehen.

    Dieser kleine Abstrich bei meinem persönlichen Empfinden sollte jedoch nicht den hervorragenden Gesamteindruck verwischen. Es war für mich trotz veschiedener wunderschöner und besonders berührender Konzerte ein besonderes Highlight im Reigen meiner “Konzertlaufbahn”.

    Aber es war ja auch kein Konzert, sondern (s)ein Lebenswerk, das man mitfühlen konnte, das durch die drei unterschiedlichen Medien ein prägendes Gesicht als Gesamtprojekt erhielt.

    Sorry, dass ich mehr über das Projekt selbst geschrieben habe, als über das Interview. Aber gerade durch dieses sind die Erinnerungen noch präsenter als vorher. Somit hat es für mich persönlich einen hohen Stellenwert.

    Vielen Dank!

    JS

    PS: die angeführte Website gehört nicht mir, ist aber für Blasmusikfreunde (ich war aus verschiedenen Gründen nur kurz aktiver Musiker) sicher sehr interessant. Handelt es sich doch um das größte deutschsprachige Blasmusikforum im Internet.

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