Ein musikalischer Genuss von und mit Johan de Meij

Ein Gastbeitrag von Michael Schönberger von der Stadtmusik Stockach

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Die Stadtmusik Stockach hatte im Juni 2017 die einzigartige Gelegenheit, im Rahmen des „2017 New York Sounds of Summer International Music Festival“ in der Carnegie Hall in New York aufzutreten. Der weltbekannte Komponist und Dirigent Johan de Meij ließ es sich, sicherlich auch wegen der persönlichen Verbundenheit mit dem Dirigenten der Stadtmusik Stockach Helmut Hubov, nicht nehmen, den Auftritt der Stadtmusik mit zu erleben. In der ausgelassenen Feier danach im Irish Pub auf der 5th Avenue wurde die Idee geboren, ein Konzert mit Johan de Meji in Stockach zu organisieren. Diese Idee fand dann tatsächlich am 20. Oktober 2019 ihre Realisierung.

Seit den Sommerferien hatte sich die Stadtmusik unter ihrem Dirigenten Helmut Hubov bereits auf dieses Konzert vorbereitet. Es war wie so oft wenig Zeit, das Programm sehr anspruchsvoll und es kam ja schließlich Johan de Meij. Der kam dann in Persona zum ersten Mal am Freitag, den 18. Oktober, zu der ersten 2 stündigen Probe mit ihm als Dirigenten.

Stadtmusik Stockach
Probe am Freitag

Mit dabei war auch schon der Solist des Konzertes Johan van Iersel, Solocellist des Royal Concertgebouw Orchestra aus Amsterdam. Wie zu erwarten waren einige Dinge neu oder anders, aber bereits bei diesem Erstkontakt war die Kompatibilität da. Faszinierend war hier schon die Lässigkeit, mit der sich diese beiden internationalen Kapazitäten eingebracht haben und das Steuer sympathisch aber bestimmt in die Hand genommen haben.

Am Samstag fand dann eine lange und intensive Probe statt. Insbesondere das wichtigste Stück des Abends, das Cello-Konzert Casanova, wurde im Detail geprobt. Die beiden Johans konnten dabei ihre klaren Vorstellungen auch mittels eingängigen Bildern und den Geschichten, die dieses Portrait von Casanova vertont, hervorragend vermitteln.

Stadtmusik Stockach
Probe am Samstag mit Dirigent Johan de Meij und Cellist Johan van Iersel

Aber auch bei den anderen Stücken wusste jedes Orchestermitglied am Samstag-Abend, „wo der Hammer hängt“. Der letzte Spruch kann dabei durchaus wörtlich genommen werden, da im Stück Wind in the Willows im dritten Satz am Ende ordentlich Krach gemacht werden sollte und Johan de Meij nach der ersten Fassung am Freitag sich leicht enttäuscht gezeigt hat, dass diese Variante viel zu harmlos war und bei weitem nicht an eine „zertrümmerte Küche“ herankam. Aber die Schlagzeuger ließen über Nacht ihrer Kreativität freien Lauf und haben ihre Mitmusiker in der neuen Version erstmal regelrecht erschreckt.

Nach der Probe am Samstag-Abend hatten dann die Musiker und Freunde der Stadtmusik bei einem zwanglosen Abend in einem Restaurant die Gelegenheit, auch über die Proben hinaus die beiden Johans näher kennen zu lernen. Davon wurde auch reichlich Gebrauch gemacht und man konnte nur erstaunt sein, wie scheinbar mühelos die Hauptakteure Johan van Iersel, Johan de Meij und Helmut Hubov auch diese Programmpunkte nicht nur absolvierten sondern augenscheinlich auch ihr Vergnügen dabei hatten.

Stadtmusik Stockach
Johan van Iersel, Helmut Hubov und Johan de Meij

Am Sonntag-Morgen stand dann noch ein Ausflug auf die Insel Mainau an und um 15 Uhr die Anspielprobe, bei der die wichtigsten Stellen noch einmal kurz durchgespielt wurden.

Johan van Iersel, Helmut Huboc und Johan de Meji
Auf der Insel Mainau im Bodensee

Am 17 Uhr begann dann das Konzert, zunächst mit The Witches Sabbath, im Original von Giacomo Puccini aus der Oper „Le Villi“ in einer Bearbeitung von Johan de Meij und dirigiert von Helmut Hubov, danach Casanova und das Stück Angelo del Cielo auch im Original von Giacomo Puccini und bearbeitet von de Meij, noch einmal mit dem fantastischen Solisten Johan van Iersel am Cello und Johan de Meij am Dirigentenstab. Nach der Pause wurde dann The Wind in the Willows, ebenfalls dirigiert von Johan de Meij, zu Gehör gebracht, gefolgt von Klezmer Classics, dirigiert von Helmut Hubov und als letztes Stück eine Bearbeitung von de Meij des Musicals Elisabeth von Kunze und Levay, noch einmal dirigiert von Johan de Meij.

Insbesondere das Cello-Konzert Casanova mit Johan van Iersel war vor allem wegen des Solisten eine musikalische Offenbarung und wurde vom Publikum mit stehenden Ovationen beklatscht.

Stadtmusik Stockach
Im Konzert

Aber auch die anderen Stücke fügten sich nahtlos ein, wobei diese beiden Künstler der Extraklasse das Orchester zu Höchstleistungen führten, das Orchester generell, wie auch die Solisten in den Holzbläsern und Blechbläsern, aber auch am Schlagwerk und am Kontrabass, die zum Teil sehr schwere Parts zu bewältigen hatten und das souverän taten. Es war für alle Beteiligten und das Publikum ein einmaliges musikalisches Erlebnis! Die beiden Johans dürfen gerne wiederkommen.

Stadtmusik Stockach
Stadtmusik Stockach mit Johan de Meij und Johan van Iersel

Text: Michael Schönberger
Bilder: Werner Gaiser

Und von Johan de Meij direkt erreichte mich kürzlich:

Johan de Meij
Johan de Meij

“Es war mir eine Freude und Erleichterung, Musik auf so hohem Niveau Musik machen zu können. Das Sinfonische Blasorchester Stockach gehört mittlerweile zu den Top-Blasorchestern im süddeutschen Raum. Eine ausverkaufte Jahn-Halle in Stockach erlebte ein ganz besonderes Konzert: Höhepunkt war sicherlich die fulminante Interpretation von Casanova – für Cello und Blasorchester – mit Johan van Iersel als herausragendem Solisten. Dank Helmut Hubovs perfekter Vorbereitung war dieses Konzert mit nur zwei Proben möglich.” Johan de Meij

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Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Musizierende Menschen zusammen zu bringen meine Leidenschaft.

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