Leonardo und andere historische Stoffe in der Musik von Otto M. Schwarz

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Heute, am 2. Mai 2019 jährt sich der Todestag von Leonardo da Vinci zum 500. Mal. 

Einer der Leitsprüche des Malers, Bildhauers, Erfinders, Philosoph, Forschers oder kurz „Universal-Genies“ war: „Ich werde die Erinnerungen an mich in den Köpfen der Anderen bewahren“. Das ist ihm durch seine Werke, Zeichnungen, Schriften, Erfindungen gelungen. Sowohl die Mona Lisa in Paris als auch das Letzte Abendmahl in Mailand ziehen noch immer die Massen aus der ganzen Welt an (wer sich schon mal in die Schlange vor einem der beiden Kunstwerke eingereiht hat, kann ein Lied davon singen…). 

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis sich Otto M. Schwarz, als historisch sehr interessierter Mensch (mit studiertem Hintergrund im Fach Geschichte) an die Persönlichkeit Leonardo da Vinci musikalisch, kompositorisch heranwagt. Es ist sein neuestes Werk mit geschichtlichem Hintergrund für Blasorchester.

So langsam können wir ja allein mit Otto’s Werken die Weltgeschichte blasmusikalisch nacherzählen. Ich wage mich einmal an eine Zeitleiste:

Man in the Ice – Steinzeit

In Man in the Ice erzählt Otto M. Schwarz die Geschichte von „Özi“, dem Steinzeitmenschen, der als Eis-Mumie in den Dolomiten gefunden wurde, die heute in Bozen in einem Museum aufbewahrt wird und besichtigt werden kann.

The Wall – Die alten Römer

In The Wall geht es um den Limes, den Grenzwall, den die alten Römer als Schutz gegen die barbarischen Germanen in den ersten Jahrhunderten nach Christus gebaut haben.

Johannes Gutenberg 1400 – 1468

Um die Erfindung des Buchdrucks geht es natürlich in seinem Johannes Gutenberg.

Mundus Novus – Amerigo Vespucci 1451 – 1512

Nach Amerigo Vespucci ist der Kontinent Amerika genannt. Übrigens hat das ein Kartograph der aus Wittnau bei Freiburg, also meiner Heimat, stammt auf einer seiner Karten so erstmalig geschrieben. Der Briefwechsel des Kaufmanns, Seefahrers, Navigators und Entdeckers mit dem florentinischen Adligen Lorenzo di Pierfrancesco di Medici wird in Mundus Novus musikalisch dargestellt.

Leonardo – 1452 – 1519

Das Leben des Leonardo da Vincis. Weiter unten mehr dazu.

Nostradamus 1503 – 1566

Die Prophezeiungen des Nostradamus.

Mantua – Andreas Hofer 1767 – 1810

Das Leben und schließlich das Sterben des Tiroler Freiheitskämpfers, der in Mantua erschossen bzw. hingerichtet wurde.

Bonaparte 1769 – 1821

Diese Komposition beschreibt große Schlachten und Siege, aber auch dunklere Kapitel im Leben des französischen Herrschers, wie die Verbannung auf Elba und die verhängnisvolle Schlacht von Waterloo ebenso wie den Privatmenschen Napoleon.

The Secret of the White Rose – Sofie Scholl 1921 – 1943, Hans Scholl 1918 – 1943

Dieses Werk handelt von der Gruppe „Weiße Rose“, die zwischen 1942 und 1943 Widerstand gegen das Naziregime leistete. Zur Weißen Rose gehörten Hans und Sofie Scholl, sowie einige ihrer Freunde und Komilitonen.

The Story of Anne Frank – 1929 – 1945

Über das Werk The Story of Anne Frank habe ich bereits einmal einen Blogbeitrag geschrieben. Ihr findet ihn hier.

Apollo 11 – Mondmission von 1969

Wer kennt sie nicht, die berühmten Worte von Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betrat: „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit!“ Dieses Werk von Otto M. Schwarz lässt einen dieses Ereignis Schritt für Schritt vom Countdown bis zur Landung auf dem Mond erleben.

Zu allen oben genannten kommen weitere Werke mit historischem Hintergrund, die eher von lokalem geschichtlichem Interesse sind, wie zum Beispiel Incendium, The Heart and the Crown, The White Tower, Imperial Overture und 1805 – A Town’s Tale.

In allen seinen Werken verwendet Otto M. Schwarz – wie bei einem richtigen Film – ein Drehbuch. Das jeweilige Drehbuch wird in jedem seiner Werke in der Partitur abgedruckt. Der Dirigent ist somit taktgenau in der Lage, seinen MusikerInnen zu erzählen, was im musikalischen Moment passiert, wie es interpretiert werden soll und wie es gemeint ist.

Und da sich, wie eingangs schon bemerkt, heute der Todestag von Leoanardo da Vincis zum 500. jährt, exemplarisch hier das Drehbuch von Leonardo:

Takt 1:

Gedankenmotiv – Leonardo da Vinci

Erste Bilder in Gedanken entstehen – alles fließt, alles bewegt sich.

Zusammenhänge werden klar.

Takt 13:

Die Lösung – alles ist klar – Großes entsteht

Takt 21:

Der Geist eines Genies schläft nie. Immer drehen sich die Räder……

Takt 25:

Der junge Leonardo – voller Tatendrang. Er arbeitet im Atelier des damals berühmtesten Bildhauers und Males Verrochio.

Takt 59:

Er begann bereits in seinen Jugendjahren Gedanken und Ideen in Notizbüchern aufzuschreiben

Takt 67:

Naturstudien, Skizzen von Menschen, Tieren, Pflanzen.

Er zweifelte die „Sintflut“ an. Verglich die Wasserbahnen der Erde mit den Blutbahnen des Menschen – „Das Wasser ist eine beständige Menge, Wasser bildet alles…..”)

Takt 83:

Da Vinci bekommt den Auftrag eines „Reitermonuments des Francesco Sforza“ – einer riesen Bronzestatute, die aber zu seiner Zeit nie realisiert wurde. Ebenso war er an der Fertigstellung des Mailänder Doms beteiligt.

Takt 103:

Gedankengang – mathematische und physikalische Überlegungen. Proportionsstudien von menschlichen Körpern – er lernte das Innere des Menschen kennen – die Studie über Körperproportionen nach Vitruv – Der vitriuvianische Mensch (1492)

Takt 118:

Die Gemälde des Leonardo da Vinci

Mona Lisa

Takt 143:

Die Schule von Athen

Takt 158:

Das letzte Abendmahl

Takt 176:

Gedankengang – Leonardo der Universalgelehrte

Takt 182:

Erfindungen, wie ein frühes U-Boot, Fluggeräte (sein Ziel war zu fliegen), Pumpen werden in seinen Codices gezeichnet.

Takt 202:

Auch Kriegsgeräte waren Teil seiner Erfindungen und Notizen.

Takt 226:

Eine  Enzyklopädie ist in all diesen Jahren entstanden und von ungeheurer Bedeutung für die Nachwelt.

Takt 242:

Leonardo – einer der bedeutendsten Künstler und Visionäre.

Seine Aufzeichnungen waren Jahrhunderte lang verschollen.

Zum Nachlesen, Hören und Nachvollziehen hier die Musik mit Partitur:

Wenn ich oben genannte Zeitleiste der Weltgeschichte so lese, dann fallen mir spontan noch andere geschichtliche Ereignisse ein, die da von Otto M. Schwarz unbedingt noch vertont und eingereiht werden sollten: Die alten Griechen, die chinesische Mauer, der 30-jährige Krieg, die Reformation, die Eroberung des Wilden Westens, der amerikanische Bürgerkrieg, die Industrialisierung, der erste Weltkrieg und der Fall des eisernen Vorhangs…. Otto, es gibt noch etwas zu tun…

Und welche historischen Ereignisse wünscht Ihr Euch noch von Otto M. Schwarz vertont? Unten gibt es ein Kommentarfeld für Eure Wünsche…

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Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Musizierende Menschen zusammen zu bringen meine Leidenschaft.

4 thoughts on “Leonardo und andere historische Stoffe in der Musik von Otto M. Schwarz

  • Avatar
    13. Mai 2019 at 0:44
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    Musikalische Reihenhäuser

    Wenn mir die Programm-Musik-Rübe so vor die Nase gehalten wird, muss ich Esel wohl früher oder später einmal reinbeissen:

    Nach dem Hören und Spielen einiger Titel komme ich zu der Erkenntnis, dass die Werke und ihr musikalischer Gehalt und Aussage sich voneinander lösen und austauschbar erscheinen. Ich finde sie handwerklich sehr gelungen, aber der Hans Zimmer / Danny Elfman Sound erzeugt auch immer eine gewisse Redundanz.

    Vielleicht wäre in diesem Zusammenhang und dem Beitrag vom 23.04.2019 die folgende Fragestellung notwendig:
    Braucht jede Geschichte ein Blasorchester-Werk? Oder doch eher die Komponisten?

    Trotzdem freue ich mich über jede Neuerscheinung, die in diese Richtung komponiert und veröffentlicht wird.

    Musikalische Grüße

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    15. Mai 2019 at 9:23
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    Ich habe das Stück angehört und die Partitur studiert und bin hoch erfreut darüber, dass es im Grad 4 eingestuft ist, aber es technisch und rhythmisch auch im Holzregister realisierbar erscheint.
    Danke auch, dass das hohe Blech aufgrund der langen Passagen im oberen Register “Demut” lernen wird, ich glaube, das Stück wird mich in die kommende Konzertsaison begleiten.

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    18. Mai 2019 at 10:29
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    Es wäre schon lange mal Zeit ein Stück über Augsburg zu schreiben. Da sind Kaiser Maximilian, die Fugger , der Handel, die Geschlechtertänze, die vielen Künstler in der lebendigen,lebensfrohen Stadt. Aber auch Kriege.
    Da ist der große ungebändigte Lech mit seinem Wasser das für die Stadt so wertvoll ist und dadurch dem Handwerk und der Textilindustrie Aufschwung verleiht. Ich finde die Geschichte der Stadt ist wie geschaffen für ein großes Werk vielleicht sogar aus den Händen von Otto M. Schwarz.

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    • Alexandra Link
      20. Mai 2019 at 10:02
      Permalink

      Hallo Fritz,
      danke für Deinen Kommentar. Die Werke entstehen in den meisten Fällen als Auftragskompositionen. Wenn Du weitere Informationen möchtest, wie das geht, kannst Du Dich gerne an mich wenden: alexandra@kulturservice.link.
      Viele Grüße
      Alexandra

      Reply

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