Mario Caroli – Bedingungslose Liebe zur Musik!

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In seinem Leben ist nicht viel Platz für Dinge, die nichts mit Musik zu tun haben. Er lebt und atmet Musik. Die Querflöte war schon immer sein Instrument. Sie war in seinem Körper, seinem Gedächtnis, irgendwo in seinem Unterbewusstsein, noch bevor er anfing, Flöte zu lernen und zu studieren.

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Mario Caroli
Mario Caroli

Mario Caroli (*1974), Professor für Flöte an der Musikhochschule in Freiburg, hat mit 14 Jahren angefangen Flöte zu lernen. Es gab keinen triftigen Grund für die Wahl dieses Instruments. Es schien, als gäbe es überhaupt keine Alternative für ihn. Beim Lernen des Instruments hatte er immer wieder das Gefühl, dass er nicht etwas Neues lernte, sondern dass er lediglich „auffrischte“, was sowieso schon in seinem Gedächtnis und seinem Inneren war. Es war für ihn, als würden die Finger schon wissen, was sie zu tun haben. Ein besonderes, aber auch ein komisches Gefühl: „Wie könnte man sonst erklären, dass ich schon mit 16 Jahren, also zwei Jahre nachdem ich begonnen habe, Flöte zu lernen, das gewaltige Stück „Chants de Linos“ von André Jolivet spielte?“

Er hat sich nie ausdrücklich entschieden, den professionellen Weg als Musiker einzuschlagen. Vielmehr stellte es sich für ihn als offensichtlich heraus, Flötist zu werden: „Ich fühlte von Anfang an, dass dies zweifellos mein Weg sein wird!“ Mario Caroli studierte zunächst am Konservatorium von Monopoli (Apulien, Italien), der Stadt, die seinem Wohnort am nächsten war. Später studierte er bei Annamaria Morini in Bologna (Emilia-Romagna). Das Zusammentreffen mit ihr war entscheidend für seine Vorliebe für zeitgenössische Musik. Gleichzeitig studierte er Philosophie an der Universität Bari (Apulien), wo er mit einer Arbeit über Nietzsches „Der Antichrist“ Doktor der Philosophie wurde. Mit 22 Jahren hat er in Darmstadt den „Kranichsteiner Musikpreis“ gewonnen. Seither rollt seine Karriere praktisch wie von selbst: Er gibt regelmäßig Konzerte in der ganzen Welt, hält Meisterkurse und nimmt für Radio und Fernsehen auf. Im Jahr 2001 zog er nach Frankreich und unterrichtete 15 Jahre lang Flöte am Konservatorium und der Musikhochschule in Straßburg. Seit April 2018 ist er Professor für Flöte an der Musikhochschule in Freiburg.

Schon während seines Studiums war die österreichische Flötistin Manuela Wiesler (*1955 †2006) seine Inspiration. Sie war nicht Teil des „Star-Systems“, sondern folgte immer ihrem eigenen Weg. Vor allem in ihren eigenen Interpretationen ihres Repertoires. Sie war für ihn Vorbild: Man kann mit seiner eigenen Persönlichkeit Karriere machen, ohne unbedingt den vom Markt auferlegten Gesetzen gehorchen zu müssen. Diese Wahl braucht Mut und sie ist nicht ohne Folgen: „Manuela hätte ohne Zweifel viel mehr verdient als das, was sie gehabt hat. Aber: hat es sie interessiert? Ich vermisse sie jeden einzelnen Tag. Manchmal finde ich mich im inneren Dialog mit ihr. In diesen kostbaren Momenten höre ich anstatt ihrer Stimme den Klang ihrer Flöte. Ich erinnere mich immer an ihre Worte: ‚Wenn ich mich im Spiegel anschaue, wenn ich auf den Klang meiner Stimme höre, wenn ich etwas lese, das ich geschrieben habe, dann ist das alles nicht unbedingt ‚ich‘. Aber wenn ich auch nur einen Klang meiner Flöte höre, dann ja, ich bin es!‘“

Viele Parameter sind seiner Meinung nach notwendig, um professioneller Musiker zu werden. Talent allein ist für ihn nicht genug. Er hat in seiner Lehr-Laufbahn als Flötenprofessor viele hochbegabte Studenten erlebt, die sich verloren haben. Andererseits aber Studierende gehabt, die nicht so begabt waren, aber methodisch vorgingen und so erfolgreich geworden sind. Ideal wäre es für ihn, wenn das Talent Hand in Hand mit Engagement, Neugier, Empathie und Demut einher ginge. Der Ehrgeiz ist für ihn auch wichtig, aber nur in positiver und intelligenter Art und Weise. Ziele zu setzen, um zu lernen, wie man sie erreicht und nicht nur um des reinen Erreichen Willens. Und schließlich gehört für ihn die Begeisterungsfähigkeit zu einem professionellen Musiker: „Man darf nie vergessen, dass Musik ein Wunder ist. Wir dürfen nie die Fähigkeit verlieren, von der Musik begeistert zu werden!“

Neben seiner Lehrtätigkeit hat Mario Caroli das Glück gehabt, bisher weit mehr als 100 Konzerte als Solist mit Orchester spielen zu dürfen. Besondere Erlebnisse waren dabei für ihn Konzerte mit dem WDR Sinfonieorchester Köln. Er hat mit großer Freude mit dem isländischen Sinfonieorchester in verschiedenen Projekten zusammengearbeitet. Auch mit dem Philharmonia Orchestra in London hat er sehr gerne auf allerhöchstem Niveau gearbeitet. Außerdem konzertierte er mit dem Tokyo Philharmonic und dem Metropolitan Orchestra Tokyo in Japan, mit Orchester von Radio France in Paris und mit dem Philharmonischen Orchester von Monaco in Montecarlo. Besondere Erinnerungen hat er an das Konzert mit dem polnischen Aukso Kammerorchester sowie dem griechischen Radiosinfonieorchester.

Vom Konzert mit dem Aukso Kammerorchester in Warschau erzählt Mario Caroli voller Leidenschaft: „Es war die Uraufführung von ‚L’Ange avec une seule aile‘ von Doina Rotaru. Dirigent war Marek Mos. Ich werde nie seine tiefe, geistvolle und besondere Empfindlichkeit vergessen. Klar, die allgemeine Situation war sehr speziell: Das Stück war traumhaft und schmerzlich, mit Zitaten der Mazurka op. 17 Nr. 4 von Chopin. Dessen Präsenz ‚kreiste‘ während der Aufführung im Konzertsaal der Chopin Musikakademie in Warschau. Obligatorisch ist dort die Büste von Chopin angeleuchtet. Alles trug zur Schaffung einer einzigartigen Atmosphäre bei. Und ich werde nie die spezielle Persönlichkeit von Marek Mos vergessen. Aber die gleichen Dinge könnte ich auch über Cristian Mandeal sagen, bei dem ich einmal das D-Dur Flötenkonzert von Mozart spielte. Und ganz besondere Erfahrungen habe ich mit den Dirigenten Pierre Boulez, Peter Eötvös, Peter Rundell, Pierre-André Valade, Brad Lubman und Sylvain Cambreling gemacht. Es ist leider unmöglich, hier alle Namen aufzuzählen.“

Neben seiner Solotätigkeit als Flötist mit großen Sinfonie- oder Kammerorchestern widmet er sich der Kammermusik. Er ist seit 2019 Mitglied des Ensemble Recherche in Freiburg, das sich zeitgenössischer Kammermusik widmet. Seine Kollegen in diesem Ensemble sind äußerst professionell und haben alle die Gabe, Arbeit in Freude zu verwandeln. Seine Lieblingsbesetzung ist Flöte im Duo mit Klavier. Mit seinen Duett-Partnern braucht er jedoch immer eine enge menschliche Verbindung. Zurzeit spielt er vor allem mit Akiko Okabe und Katharina Kegler, zwei hervorragenden Musikerinnen, zusammen.

Mario Caroli

Das Lieblingsrepertoire von Mario Caroli ist Barock und Modern (von Debussy bis heute). „Wir haben ein riesiges Glück das Barock-Repertoire zu haben. Herausragend in Qualität und Quantität! Albinoni, Vivaldi, Boismortier, Blavet, Bach, Telemann…“ Die Entwicklung des zeitgenössischen Repertoires empfindet er als positiv und unaufhaltsam. Es gibt bereits „Klassiker“ unter den zeitgenössischen Komponisten. Dazu gehören für ihn Giacinto Scelsi, Luciano Berio, Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez, Gérard Grisey oder Olivier Messiaen. Welche zurzeit lebenden Komponisten in 100 Jahren noch gespielt werden, kann er nicht voraussagen. Jedoch wünscht sich Mario Caroli, dass Komponisten wie Doina Rotaru, Toshio Hosokawa oder Kaija Saariaho dazu gehören.

Auch beim Unterrichten von jungen FlötistInnen ist ihm die menschliche Verbindung von entscheidender Bedeutung: „Ich bin sehr ehrlich und extrem verfügbar. Ich will um jeden Preis das Wachstumspotential jedes Studierenden entwickeln und ich respektiere die jeweilige individuelle Persönlichkeit. Jeder Mensch ist besonders! Mein Anliegen und mein Bedürfnis ist es, die Persönlichkeit jedes einzelnen Studenten zu verstehen und ihr/ihm dabei zu helfen, der persönlichen Tendenz zu folgen, sie zu verbessern und die Bewusstseinsbildung zu vertiefen. Musiker sind besondere Wesen. Es ist für mich auch besonders wichtig, Studierenden zu helfen ihre Verwundbarkeit in eine Stärke umzuwandeln.“

Ein guter Musiker zu sein ist für Mario Caroli etwas, das den ganzen Menschen mit einbezieht. Die Gesamtheit seiner Persönlichkeit. „Wir wollen um jeden Preis die Musik beherrschen, aber wir müssen lernen, die Idee zu akzeptieren, dass die Musik diejenige ist, die uns beherrscht! Wir handeln nicht an der Musik. Es ist die Musik, die an uns handelt und uns für immer verändert. Deswegen ist mein Hauptziel im Unterricht, den Studierenden beizubringen die Musik zu respektieren. Die Musik ist ein Totem, dessen Macht ist gewaltig. Sie zwingt uns zur Ehrlichkeit und Integrität. Um Nietzsche zu paraphrasieren, könnte ich sagen, dass die Musik ‚für alle und keinen‘ ist.“

Musiker auszubilden, heißt immer auch, sie auf die professionelle Musik-Landschaft vorzubereiten. Seiner Meinung nach ist Deutschland hier vorbildlich: Die Präsenz von vielen Orchestern und Theatern macht das musikalische Leben intensiv und lebendig. Das Musikhochschulnetzwerk ist beeindruckend und das Niveau des Unterrichts und der Studierenden ist eindrucksvoll. Mario Caroli empfindet die Musik als allgegenwärtig in Deutschland: „Die Menschen lieben die Musik, sie ist Teil ihres Lebens: Sie brauchen die Musik, sie respektieren die Musiker, sie fördern sowohl die Kultur als auch die Studierenden der Musikhochschulen. Die Vielfalt an Orchestern stellt für die jungen Musiker eine fantastische Gelegenheit zur Ausübung der Musik dar. Die Orchester bieten Praktika, Orchester-Akademien, Zeitverträge, Aushilfsjobs an. Deutschland ist eine unerschöpfliche Quelle von Ausbildung, Vorbereitung und Arbeitsmöglichkeiten für die Musiker. Ein Beispiel, das auf Weltebene einzigartig ist.“ Jedoch ist es heutzutage viel schwieriger als in der Vergangenheit, einen Platz im Orchester zu bekommen. Das Niveau wird höher und höher, die Kandidatinnen sind durchweg top motiviert. Die Konkurrenz ist sehr international und es ist sehr schwer, auch für die Orchester, eine Person für eine Stelle auszuwählen. Für Mario Caroli und seine Lehrtätigkeit bedeutet das, dass die Studierenden lernen müssen, sich zu 100% auf ihre Leistung zu fokussieren, die Konzentration zu schaffen und die Energie zu kanalisieren. Ein Probespiel für eine Orchesterstelle ist sehr kurz. Die Zeit fliegt und man darf nicht eine Sekunde der Zeit verschwenden.

Jungen Musikern, die ihre professionelle Ausbildung noch vor sich haben, gibt Mario Caroli folgende Ratschläge mit auf ihren Weg: „Man muss sicher sein, dass die Musik einen sehr besonderen Platz im Leben hat. Die Musik benötigt Disziplin und bedingungslose Liebe. Die Musik zu erarbeiten sollte nicht als Mühe, sondern als Notwendigkeit erlebt werden. Die Disziplin sollte nicht als etwas wahrgenommen werden, das uns von außen mit Gewalt auferlegt wird sondern als Chance! Wenn dies als selbstverständlich gelebt wird, muss man seinen Weg geradeaus gehen. Immer unterstützt von der Liebe und dem Bewusstsein, dass die musikalische eine schwere Welt ist – die Konkurrenz enorm! Dies soll jedoch kein Grund zur Demotivation sein. Im Gegenteil! Dies sollen Impulse sein, die uns jeden Tag motivieren uns zu verbessern – sowohl musikalisch als auch menschlich. Wir müssen uns immer tiefer erkunden. Wer nicht musiziert, weiß vielleicht nicht, wie viele Konstellationen im Labyrinth unserer Seele versteckt sind.“

Mario Caroli wohnt in Straßburg. Sein beruflicher Lebens-Mittelpunkt ist die Schwarzwaldhauptstadt Freiburg. Er beschreibt Freiburg mit den drei Worten „sonnig, toll, lebendig“! Freiburg ist für ihn eine ideale Stadt: „Die Natur ist überall anwesend und die Freiburger lieben es, wenn die Natur atmet. Die Größe der Stadt ist perfekt, weder zu groß noch zu klein. Die Lebensqualität ist sehr hoch, die Atmosphäre in der Stadt ist sehr ruhig, die Leute zeigen keinen Stress und genießen das Leben und die Zeit.“ Einschätzungen die ich selbst nur teilen kann!

Darüber hinaus ist das musikalische Angebot in Freiburg sehr lebendig. Es gibt Ensembles für alte und für zeitgenössische Musik, mit wunderbaren Formationen wie dem Freiburger Barockorchester, dem Ensemble Recherche, dem Ensemble Aventure. Es gibt das Konzerthaus, die Musikhochschule und viele Orte des professionellen Musikausübens mehr. Mario Caroli ist stolz auf seine Tätigkeit in Freiburg: „Die Musikhochschule ist einfach großartig, ich habe wunderbare Kollegen, die auch zu Freunden wurden. Das Niveau von sowohl Lehrenden als auch Studierenden ist unglaublich hoch. Die Verwaltung der Musikhochschule ist sehr gut aufgestellt, freundlich und sehr geduldig. Die Bläser haben ein Festival gegründet und spielen oft zusammen – sowohl die Professoren als auch die Studierenden – in einer sehr gemütlichen Atmosphäre. In Freiburg habe ich meinen Platz gefunden!“

Mario Caroli spielt seit 13 Jahren eine Miyazawa Platinum Flöte. Diese Flöte liegt ihm sehr am Herzen, vor allem wegen ihrer Klangqualität, ihrer perfekten und ultrastabilen Mechanik (Brögger-System), ihrer Intonation und auch wegen ihrem Design. „Es ist eine wunderbare Flöte. Und selbst heute noch – nach 13 Jahren! – entdecke ich neue Möglichkeiten, neues Potenzial und neue Geheimnisse“, so Mario Caroli liebevoll über das Instrument seiner Wahl! „Ich glaube, dass es das Instrument meines Lebens ist. Und da ich sehr treu bin, ist die Kombination zwischen ihr und mir einfach perfekt!“

Ein herzliches Dankeschön an Mario Caroli für das freundliche Interview. und an Miyazawa Flutes Europe GmbH, mit Namen Christian Bach, für die angenehme Kooperation.

Für mich als (Amateur-)Flötistin war die Zusammenarbeit mit Mario Caroli sehr gewinnbringend. Aus allen seinen Antworten spricht seine absolute, bedingungslose Liebe zur Musik und seine Leidenschaft für die Querflöte. Seine philosophischen Aussagen haben mir eine neue Welt und eine neue Art eröffnet, die Musik zu denken. Dieses Interview war für mich eine große Bereicherung.

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Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Musizierende Menschen zusammen zu bringen meine Leidenschaft.

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