Blasorchesterrepertoire: Im Jahreslauf von Neujahr bis Silvester

Blasorchesterwerke zum Thema „Zeit“ – Teil 2

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In meinem Beitrag Blasorchesterrepertoire: Von morgens früh bis tief in die Nacht habe ich es Euch schon erzählt: Ich wollte Euch Blasorchesterwerke zum Thema „Zeit“ vorstellen. Da aber „die Zeit“ so vielfältig ist, wurden daraus vier Repertoire-Beiträge:

  1. Von morgens früh bis tief in die Nachtf
  2. Im Jahreslauf von Neujahr bis Silvester
  3. Vom Anbeginn der Zeit bis in alle Ewigkeit
  4. Von Momentan, Stunden und besonderen Zeiten

In diesem Beitrag folgen wir dem Jahreslauf vom 1. Januar bis zum 31. Dezember.

Thomas Doss: Firework

Grad 4 | 7:00

Jedes neue Jahr beginnt mit einem Feuerwerk! Es sei denn, das Feuerwerk ist gerade wegen irgendeiner Pandemie verboten. Eine Ausnahme ist auch die Schweiz. Die zünden ihr Feuerwerk nicht an Silvester, sondern am 1. August. Zumindest habe ich das im Tessin so erlebt. Egal, das musikalische Feuerwerk könnt Ihr zünden, wann Ihr wollt. Und Thomas Doss ist mit Firework eine ganz hervorragende Vertonung eines Feuerwerks gelungen. Ein Feuerwerk steht nicht nur für den Jahresanfang, sondern allgemein für einen festlichen, prickelnden oder lebenssprühenden Anlass.

Demo-Aufnahme, kostenfreie Demo-Partitur, weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: Firework


Chang Su Koh: Carnival Day

Grad 4 | 2:20

Wenn das Jahr beginnt ist Winter. Dieser wird an Fasnacht, Fasnet, Karneval ausgetrieben. Und für das bunte Durcheinander, die ausgelassene Fröhlichkeit und die feucht-fröhlichen Partys passt Carnival Day von Chang Su Koh symbolisch sehr gut! Carnival Day repräsentiert den Karneval, ist aber vor allem eins: eine ganz klasse Zugaben-Nummer!

Demo-Aufnahme, kostenfreie Demo-Partitur, weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: Carnival Day


Jan Van der Roost: Kebek

Grad 4 | 14:20

Das Jahr beginnt im Winter, aber wenn wir von den vier Jahreszeiten reden, dann sagen wir „Frühling, Sommer, Herbst und Winter“. Wir beginnen also mit dem Frühling. Bei Vivaldi in seinen berühmten Vier Jahreszeiten ist das auch so. Nicht bei Jan Van der Roost. Kebek beschreibt die vier Jahreszeiten in der kanadischen Stadt Québec und in der Region drum herum. Und Jan Van der Roost beginnt in Kebek mit dem Herbst. Logischerweise folgen dann der Winter und der Frühling. Schließlich endet Kebek mit dem fröhlichen Sommer.

Der Herbst wird mit Jagdszenen im Wald dargestellt. Die Hörner imitieren Parforce-Hörner (Ob es auch mit Fürst-Pless- und Parforce-Hörner gespielt werden kann? Muss ich mal nachfragen…). Im Winter können wir schneebedeckte majestätische Berge in der Sonne glitzern hören. Im Frühling plätschert munter ein Bächlein daher, Vögel zwitschern am Ufer, das Bächlein wird zum Fluß, die Natur erwacht, es grünt und blüht plötzlich überall. Den Sommer verbringen die Québecer wohl am liebsten an einem See – die Satzbezeichnung ist „Summer at the Lake“. Wir hören unbeschwertes Leben, wir riechen die Natur, erleben völlige Freiheit und sind sorglos.

Der Titel Kebek verweist übrigens auf die Bezeichnung der Region der indianischen Ureinwohner. Erst die siedelnden Franzosen haben Québec daraus gemacht.

Demo-Aufnahme, kostenfreie Demo-Partitur, weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: Kebek


Alfred Reed: A Springtime Celebration

Grad 3 | 8:00

A Springtime Celebration

Eine Ouvertüre wie sie „reediger“ nicht sein könnte. Alles drin, was wir von Alfred Reed hören möchten. Sprühende, fröhliche Musik mit festlichem Charakter gefolgt von einem romantischen, fast melancholischen Teil, der schließlich wieder in der Ausgelassenheit des Anfangs endet. In der Partitur ist zu lesen: „A Springtime Celebration setzt die Jahreszeit in Musik um, die als Sinnbild für Jugend, Schönheit und neues Leben steht: den Frühling.“

Eine fast vollständige Aufnahme, kostenfreie Demo-Partitur, weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: A Springtime Celebration


Piet Swerts: Martenizza

Grad 5 | 5:07

Martenizza ist das bulgarische Wort für “März” und beschreibt die dortige Tradition, guten Freunden jährlich am 1.März auf eine lustige Art viel Glück und Gesundheit zu wünschen. Traditionsgemäß schenken sich gute Freunde am 1. März eine Anzahl weiß-roter Wimpel. Wenn im März zum ersten Mal ein Storch gesichtet wird, werden die Wimpel in einen Baum gehängt und man darf sich etwas wünschen.

Demo-Aufnahme, kostenfreie Demo-Partitur, weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: Martenizza


Satoshi Yagisawa: A Glorious Summer Day

Grad 2+ | 2:31

Mit A Glorious Summer Day wird die Auflistung dieser Repertoire-Vorschläge sowohl leichter als auch ruhiger und langsamer. Ein wenig innehalten. Die Sonnenstrahlen auf die Haut scheinen lassen. Den Stress ablegen. Einen herrlichen Sommertag genießen. Mehr nicht. Schöne Musik!

Demo-Aufnahme, kostenfreie Demo-Partitur, weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: A Glorious Summer Day


Adam Gorb: Summer Dances

Grad 4 | 9:00

Mit Adam Gorb erleben wir zuerst einen Sommertag, dann eine Sommernacht und schließlich eine Sommerparty. Der Komponist gibt zu Summer Dances folgende Spielanweisungen:

„Satz 1) (Sommertag)
Lebhaft, aber nicht zu schnell, ein Stück für das gesamte Ensemble, bis zu den letzten sechs Takten, wenn die Dinge subtiler und intimer werden, vielleicht der Sonnenuntergang.

Satz 2) (Sommernacht)
Sehr entspannt und sexy. Der Satz sollte als wunderbar vielversprechende erste Verabredung oder Hochzeitsnacht betrachtet werden, mit großartigen Möglichkeiten mit dem unaufgelösten Akkord am Ende des Satzes.

Satz 3) (Sommerfest)
So schnell, wie es bequem möglich ist. Der Beginn sollte zart und kammermusikalisch sein, aber die allgemeine Spannung langsam ansteigen, insbesondere ab Ziffer 31. Für ein echtes Fortissimo bei 34 sollte etwas aufgespart werden.“

Alles klar?

Summer Dances war übrigens Pflichtstück in der 2. Division Blasorchester beim WMC in Kerkrade im Jahr 2017.

Demo-Aufnahme, kostenfreie Demo-Partitur, weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: Summer Dances


Eric Ball: Indian Summer

Grad 3 | 8:50

Manche Werke möchte ich gerne vor der Vergessenheit bewahren. Indian Summer von Eric Ball gehört dazu. Indian Summer bezeichnet in Amerika das, was wir in Deutschland Altweibersommer oder Goldener Oktober nennen. Es ist die Zeit, in der sich die Blätter der Bäume bunt färben, die Sonne jedoch noch so viel Kraft hat, uns warme sonnige Herbsttage zu bescheren. Somit würde es ganz prima in diesen Beitrag passen. Allerdings geht es hier mehr um die Indianer im Gebiet in und um Neuengland. Die Sätze sind bezeichnet mit 1. The Great Chief Speaks, 2. By the Cool Waters, 3. Totem Dance und 4. Hymn to the Great Spirit. In der Brass-Band-Szene ist das Werk noch weit verbreitet, deshalb habe ich Euch nur eine Brass-Band-Version zum Hören.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: Indian Summer


Kamioka Youichi: In Autumn Skies

Grad 3 | 4:23

Ein Konzertmarsch! Ein Produkt einer WASBE-Konferenz, denn es wurde im Auftrag des japanischen Blasmusikverbands geschrieben für die Uraufführung 1997 in Schladming. Dies zur Info für alle, die denken, bei WASBE-Konferenzen werden nur schwere, abgehobene Werke gespielt…

Vom Titel her passt In Autumn Skies ganz wunderbar in dieses Themenfeld. Aber ganz ehrlich, er könnte auch „Frühlingserwachen“ heißen. Egal, In Autumn Skies ist als Konzertmarsch eine ganz wunderbare Empfehlung, weil er modern und klangvoll ist. Ich höre in ihm eine fröhliche Leichtigkeit und bin sicher, dass es einfach Spaß macht, diesen Konzertmarsch zu spielen. Und Ohrwurm-Charakter hat er auch…

Vollständige Aufnahme, kostenfreie Demo-Partitur, weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: In Autumn Skies


Etienne Crausaz: The Last Night of Fall

Grad 3 | 4:50

So, es wird in diesem Beitrag wieder ruhiger und besinnlicher. Etienne Crausaz beschreibt in großer Klangvielfalt das Fallen der Blätter, die Vergänglichkeit der Blütenpracht, die letzten Tage bevor die Natur endgültig in den Winterschlaf fällt. Der Verlag schreibt zu diesem Werk: „The Last Night of Fall illustriert die Wintersonnenwende, die längste Nacht des Jahres. Das Ende des Kreislaufs der Natur beschreibend, hat es einen eher melancholischen Charakter bis zum Schlussakkord, der den Neuanfang symbolisiert.“

Demo-Aufnahme, kostenfreie Demo-Partitur, weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: The Last Night of Fall


Michael Daugherty: Winter Dreams

Grad 3+ | 8:56

Winter Dreams

Winter Dreams ist für mich eine fantastische Neuentdeckung. Und dies nicht nur, weil es mit einem Solo für Alt-Querflöte beginnt…

Beim Verlag ist folgender Text zu finden: „Winter Dreams für Blasorchester ist Michael Daughertys zeitgenössische musikalische Reflexion über die kreative Welt des Iowa-Künstlers Grant Wood (1891-1942). In Anlehnung an Michaels Vater Willis Daugherty (1929-2011) reflektiert die Musik auch die Jahre, in denen der Komponist in Cedar Rapids, Iowa, aufwuchs. Ein üppiger Teppich langsam fließender Klänge entfaltet sich, während Winter Dreams die trostlosen Winterszenen des ländlichen Iowa in Grant Woods Gemälden und Lithografien der 1930er und 1940er Jahre wie “Januar” und “Februar” darstellt. Eine eindringliche Melodie erinnert an einen kalten Winterwind, der durch ein tiefes Tal pfeift.“ Tatsächlich: die winterliche Kälte ist deutlich zu hören. Aber auch Schellen von Schlittengespannen, eisige Schneekristalle und weite Schneeflächen. Über weite Strecken spielen übrigens nur die Holzbläser und Schlagzeuger. Es dauert eine Weile, bis sich ein paar Blechbläser dazugesellen dürfen. Sehr speziell! Die Blasorchester-Stimmen von Winter Dreams sind nur mietweise erhältlich. Die Partitur ist käuflich zu erwerben.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: Winter Dreams


Franco Cesarini: The White Thrill – An Overture op. 53

Grad 3+ | 8:05

Wenn eine Musikkapelle eines berühmten Ski-Ortes in Österreichs Alpen einen Kompositionsauftrag vergibt, dann kann es eigentlich nur um eines gehen: den Wintersport! Die Musikkapelle St. Anton am Arlberg ist von The White Thrill der Auftraggeber. In St. Anton am Arlberg gibt es jährlich das berühmte Ski-Rennen „Der weiße Rausch“ (Englisch: The White Thrill). Auf der Website von St. Anton am Arlberg ist über den weißen Rausch, der im Jahr 2022 am 23. April stattfindet, zu lesen: „Wenn am 23. April nachmittags die Lifte schließen, geht es im Skigebiet von St. Anton am Arlberg erst richtig los. Es ist der Tag des „weißen Rausch“ – dem Kultskirennen, das seine Teilnehmer alljährlich an ihre sportlichen Grenzen treibt. Schon tagsüber liegt eine knisternde Stimmung in der Luft: Auffällig viele Skifahrer tragen Rennanzüge und überspielen ihre aufsteigende Nervosität mit Witzen in der Gondel oder betont lässigen Gesichtern. Um 17 Uhr wird es ernst: Dann begeben sich 555 Skifahrer, Snowboarder oder Telemarker an den Massenstart beim Vallugagrat.

Das mittlerweile legendäre alpine Skirennen „Der Weiße Rausch“ zieht jedes Jahr Tausende Wintersportler aus aller Welt nach St. Anton am Arlberg. Dabei sein kann grundsätzlich jeder, doch manch einer weiß aus Erfahrung: Dieses Rennen ist nichts für jedermann. Bereits die richtige Position beim Massenstart bringt später entscheidende Sekunden. Die wahre Herausforderung folgt jedoch kurz danach am „Schmerzensberg“: Wer den rund 150 Meter langen Zwischenaufstieg zu schnell hinauf hastet, dem brennen oben die Lungen. Wer´s zu entspannt angeht, fällt zurück. Auch sonst erfordert die unpräparierte Piste skifahrerisches Können und Geschicklichkeit. Die Rekordzeit über die Gesamtstrecke stellte 2017 Mathias Gorbach mit sieben Minuten und 9 Sekunden auf. Seitdem gilt es, diese zu knacken. Elf bis 18 Minuten sind hingegen guter Durchschnitt. Das spielt aber gegen Ende des Rennens oft eine untergeordnete Rolle – denn dann heißt es nur noch: Hauptsache im Ziel ankommen. Zuschauer können dort übrigens einige schrill gekleidete Teilnehmer beobachten, die erst nach einer halben Stunde gelassen eintrudeln. Spätestens dann wird klar – bei diesem Rennen bleibt der Spaß nicht auf der Strecke.“

Wenn Franco Cesarini es gut gemacht hat, dann hört Ihr die Spannung, die Action, das Risiko und den Spaß in The White Thrill

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: The White Thrill


Roland Kernen: Christmas Variations

Grad 3 | 8:16

Die Advents- und Weihnachtszeit beendet den Jahreslauf. Deshalb darf eine Weihnachtsnummer an dieser Stelle nicht fehlen. Es gibt natürlich hunderte von schönen Weihnachtsausgaben. Ich habe mich an dieser Stelle für Christmas Variations von Roland Kernen entschieden. Es sind Variationen über „Es ist ein Ros‘ entsprungen“.

Demo-Aufnahme, kostenfreie Demo-Partitur, weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: Christmas Variations


Itaru Sakai: Omisoka – New Year’s Eve

Grad 4 | 8:10

Ganz zu Ende ist das Jahr und dieser Beitrag noch nicht. Schließlich fehlt noch Silvester. Dem letzten Tag des Jahres hat der japanische Komponist Itaru Sakai ein Werk gewidmet: Omisoka. Wenn man Omisoka so anhört, kommt einem der Gedanke, dass die Silvesternächste von Itaru Sakai ziemlich quirlig, lustig und aufregend sind. Im obligatorischen Mittelteil scheint er aber auch das Jahr Revue passieren zu lassen – was wir in der Silvester-Nacht wohl alle machen. Und in den letzten zwei Jahren kam jeweils noch hinzu, dass wir uns ganz sicher ein besseres neues Jahr als das vergangene gewünscht haben.

Demo-Aufnahme, kostenfreie Demo-Partitur, weitere Informationen und Bestellmöglichkeit:  Omisoka

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