Blasorchesterrepertoire: Katzen!

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Es war einmal ein Fischer. Der lebte mit seiner Frau und seinen fünf Kindern am Fuße eines Berges, unweit eines Sees. Nachdem er wieder einmal den ganzen Tag auf dem See verbracht hatte, ohne etwas zu fangen, versprach er, den nächsten gefangenen Fisch freizulassen und ins Wasser zurückzuwerfen. Kaum versprochen, fing er einen riesigen Fisch. Sein Versprechen vergaß er jedoch und fischte weiter. Beim nächsten Fang zog er unter großer Anstrengung eine lebende schwarze Katze aus dem Wasser. Der Fischer nahm die Katze mit nach Hause und von da an, machte die Katze ihm und seiner Familie das Leben zur Hölle. Die Katze griff seine Kinder, seine Rinder, seinen Hund und seine Frau an. Der Fischer fing nichts mehr; er verkaufte sein Boot und wurde zum Holzfäller. Aber er verletzte sich bald mit seiner Axt und verlor seine Arbeit. Eines Morgens wurde er vor seinem Haus gefunden, wo er mit seiner Frau und seinen Kindern von der Katze aus dem See – die jetzt die Größe eines Panthers hatte – getötet worden war. Die Katze terrorisierte daraufhin die ganze Region: Sie ließ neun Menschen in Ruhe und tötete jeden Zehnten. Solange, bis ein mutiger Soldat vorbeikam und die Katze erschoß. Die Katze rollte vom Berg und verschwand im tiefen See.

Das ist die Legende vom „La dent du chat“ (Katzenzahn), einem Berg in den Savoyer Alpen am See von Bourget. Vertont hat diese Geschichte Jacob de Haan in seinem Werk Legend of a Mountain (La dent du chat).

Miss Daisy
Miss Daisy

Die Katze als Rächerin für ein gebrochenes Versprechen? Eine schwarze Katze als Unglücks-Botin? Alles Aberglauben! Für mich sind Katzen die schönsten, liebsten und Charakter-stärksten Tiere! Nicht so treuselig wie Hunde. Nicht so unselbstständig wie andere Haustiere. Sie tun was sie wollen und was sie wollen zeigen sie dir auch. Das liebe ich an Katzen. Ich habe gleich zwei davon. Den Kuschelkater Oskar (zu sehen im Beitragsbild), der am liebsten den ganzen Tag auf dem Arm getragen werden möchte. Und Miss Daisy (siehe Bild rechts), unsere vornehme kleine Katzendame, die mit sanfter Pfote in einer eleganten Bewegung einem schon mal die Hand nach unten drückt, weil sie im Moment gerade kein Bedürfnis nach Streicheleinheiten hat. Miss Daisy wäre ja gerne die Freundin von Oskar. Oskar sieht das leider anders und vor allem „sein Reich“ bedroht.

Katzen wird nachgesagt, dass sie schlau sind. Bestätigt wird uns das im Märchen vom gestiefelten Kater. Zunächst erscheint es im Märchen, dass der Kater für den jüngsten Sohn eines Müllers die denkbar schlechteste Erbschaft – im Vergleich zu seinen Brüdern – ist. Als Lederlieferant für neue Handschuhe soll der Kater herhalten. Der schlaue Kater jedoch überredete ihn, ihm Stiefel anfertigen zu lassen. Mit diesen Stiefeln war er in der Lage, sich aufzustellen und aufrecht zu gehen. Er überzeugte durch sein Auftreten und seine Wahl der Worte einen Zauberer, der Inhaber einer großen Burg war, sich zuerst in einen Elefanten, dann in einen Löwen und schließlich in eine kleine Maus zu verwandeln. Der Kater verspeiste die Maus und übernahm für den jüngsten Müllersohn die Burg. Diesen gab er fortan als Graf aus, sodass der Müllersohn sogar die Königstochter zur Frau bekam. Und wenn sie nicht gestorben sind, so lebt das Paar noch immer zusammen mit seinem schlauen Kater auf der Burg… Klasse Märchenstoff zum Vertonen, dachte sich Franco Cesarini und komponierte Puss in Boots für Sprecher und Blasorchester – eine Empfehlung für Euer nächstes Kinderkonzert!

Ein Märchen, in der sich eine Katze die Hauptrolle mit einem Esel, einem Hund und einem Hahn teilt, vertonte Hayato Hirose: Die Bremer Stadtmusikanten. Auch er setzt in The Bremen Town Musicians einen Sprecher ein. Die musikalisch beste Fassung habe ich von einem Blasorchester aus Taiwan gefunden:

Die von Stefan Schwalgin erfundene Geschichte, die er in Cartoon Spectacular vertonte, geht so: Ein Kater erwacht, entdeckt einen Vogel, den er darauf – wie könnte es anders sein? – durch die Landschaft jagt. Dabei überqueren die beiden hörbar eine vielbefahrene Straße. Nach einem tiefen Sturz erblickt der Kater eine wunderschöne Katzendame, die er umwirbt, durch seine Tollpatschigkeit jedoch nur dazu bringt, ihn wutentbrannt wegzujagen. Den darauf folgenden traurigen Blues des Katers vermag der wieder zurückkehrende Vogel aufzuheitern. Kater und Vogel tanzen einen beschwingten Walzer, bis der Kater wieder Appetit bekommt und erneut auf den Vogel losgeht.

Der Musik ist anzuhören, dass berühmte „Katzen“ wie Tom (von Tom und Jerry) und der rosarote Panther Pate für dieses Werk standen. Trickfilmmusik ohne Film also. Sehr klasse geschrieben. Doch hört selbst:

Einer, der Katzen vermutlich genauso liebt wie ich, ist Thomas Asanger. Seiner Katze Nora, die im Alter von 20 Jahren vor einiger Zeit verstarb, widmete er das Werk Nora – Licht des Nordens. Der Titelzusatz bezieht sich auf die Bedeutung des Namens „die Licht bringende“ oder „die Glänzende aus dem Norden“.

Bei meiner Recherche bin ich auf echte „Katzenmusik“ gestoßen. Eigentlich ist das Stück Cats‘ Night Out von Todd Phillips eine echt lustige Nummer für Jugendorchester, aber diese Version rollt allen Katzen bestimmt die Krallen auf:

Oh. Mein. Gott. Überlegt gut, was Ihr von Eurem Blasorchester auf Youtube hochladet…

Noch eine lustige leichte Nummer mit Katzen-Thema: Cool Cat Shuffle von David Schaffer. Die musikalische Darbietung etwas besser als im vorigen Video. Was ich hier sehr kreativ finde sind die beiden Mädchen, die dazu als Katzen tanzen:

Mit Katzen an sich hat La Madre de los Gatos (Die Katzenmutter) von Brian Beck nur am Rande zu tun. Er bezieht sich auf den Spitznamen einer Gönnerin und Unterstützerin des Auftrag gebenden Blasorchesters, die wohl eine große Katzennärrin ist. Und spanisch ist der Titel, weil die Musik einem Paso doble nachempfunden ist. Nun, ich zeige es hier, weil es mit Katzen zu tun hat…

Sehr ausgiebig ist meine Ausbeute an Originalwerken mit dem Thema Katzen nicht. Schade eigentlich. Deshalb heute – entgegen meiner sonstigen Gepflogenheiten – noch ein paar Bearbeitungen.

Im Original für das berühmte Blechbläserensemble von Philip Jones schrieb Chris Hazell Three Brass Cats im Gedenken an drei seiner längst verstorbenen Fellnasen. Und weil der Titel so erfolgreich war auch noch über Kraken – Another Cat, also für eine weitere seiner Katzen. Henk Ummels bearbeitete sowohl die Three Brass Cats als auch Kraken (Another Cat) für Blasorchester. Ein Hörbeispiel von Three Brass Cats für Blasorchester gibt’s direkt vom Verlag:

Und von Kraken (Another Cat) ebenso:

Leroy Anderson lässt in The Waltzing Cat die Katze Walzer tanzen. Sehr witzig, hört und schaut mal rein:

Wer ernsthaft über ein Katzenprogramm für Blasorchester nachdenkt, kommt natürlich an Musical und Filmmusik nicht vorbei.

Von Cats finde ich folgende Ausgaben sehr gelungen:

Cats (Songs from the Musical), arr. Johan de Meij (momentan leider vergriffen)
Cats, arr. Kazuhiro Morita
Selections from Cats, arr. John Edmondson

Von Aristocats gibt es diese Bearbeitungen:

Highlights from The Aristocats, arr. Suzanne Welters
The Aristocats, arr. Ted Parson

Aus Tom & Jerry gibt es den Blue Cat Blues im Arrangement von Joe Bellini. Und von der deutschen Fernseh-Fassung Vielen Dank für die Blumen (arr. William Brighton).

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Beitragsbild: Kater Oskar ©Alexandra

Alexandra Link

Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Musizierende Menschen zusammen zu bringen meine Leidenschaft.

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