Herausforderung für Musikvereine: Keimzellen schaffen

In diesem Gastbeitrag widmet sich Steffen Krug vom Musikverein Bonn-Duisdorf der Frage:

„Wo liegen in Ihrem Musikverein/Ihrer Stadtmusik zur Zeit die größten Herausforderungen und wie packt Ihr diese an?“

Anders als die bisherigen Beiträge beleuchtet dieser Beitrag die Herausforderungen in einem eher städtisch geprägten Musikverein. Ein sehr guter Ansatz im Musikverein Bonn-Duisdorf ist der Gedanke der Schaffung von “Keimzellen”.

Ein Gastbeitrag von Steffen Krug vom Musikverein Bonn-Duisdorf

Steffen Krug, Musikverein Bonn-Duisdorf
Steffen Krug, Musikverein Bonn-Duisdorf

“Wir hatten bis vor nicht allzu langer Zeit das Problem, das wohl jeder Musikverein kennt, der nicht im komplett ländlichen Bereich agiert, sondern (wie wir) in einer größeren Stadt: Wir hatten Nachwuchs”sorgen”.
Es war nicht so, dass Auftritte in Gefahr waren, aber manches Mal war die Besetzung doch ausbaufähig. Dazu kommt dann noch, dass manches Registermitglied es mit den Meldungen (“ich komme”, “ich kann nicht”) nicht ernst genommen hat. (Aber die hat man dann immer als “abwesend” gezählt).

Es war mehr das prinzipielle Problem, dass der Verein “älter wird”. Woher nimmt man nun junge/jüngere Mitspieler? In Zeiten von G8, von vielfältigen Aktivitäten der Schüler in und nach der Schule. Studenten sind uns immer willkommen, leider sind die oft nur eine absehbar kurze Zeit vor Ort und ziehen dann weiter.

Die (ein bisschen zufällige) Lösung war das Gymnasium mit “Bläserklasse”, zu dem sich durch Einschulung des eigenen Kindes der Kontakt zu Musik-Fachschaft ergab und mit denen eine lockere Zusammenarbeit entstand.
Es geht, so haben wir herausgefunden, nicht darum, schnell eine große Zahl von Jung-Musikern in den Verein zu integrieren,sondern darum, eine “Keimzelle” mit jungen MusikerInnen aufzubauen (und zu hegen und pflegen), die dann in ihrer Klasse / Schule / Freundeskreis über Mundpropaganda neue Freunde in den Verein ziehen. Günstigenfalls sind natürlich bei der “Keimzelle” ein oder zwei Elternteile schon aktiv im Orchester.
Die lockere Zusammenarbeit besteht darin, dass wir der Schule anbieten, auf den Notenfundus zurückgreifen zu können, Einladung der Schüler der (etwas fortgeschrittenen) Bläserklasse zu Probenwochenenden (und natürlich zur Teilnahme an den Proben). Auch  die Teilnahme an (dann gemeinsamen, außerschulischen) Konzerten.

Das schöne (und praktische) ist, dass durch diesen Keimzell-Gedanken ein Netzwerk des Vertrauens entsteht (Kindern kennen Kinder, deren Eltern kennen sich oft untereinander). Wenn so ein Grundstock an Nachwuchs entstanden ist, fällt es Fremden (Eltern resp. deren Kindern) erheblich leichter, sich in die Gruppe einzufinden.”

Steffen Krug, Musikverein Bonn-Duisdorf

Ein herzliches Dankeschön an Steffen Krug für den Beitrag und die Idee, die in diesem Beitrag steckt!

 

Hier nochmals der Aufruf an alle Vorstände bzw. Vorstandschaftsmitglieder die Frage zu beantworten: „Wo liegen in Deinem Musikverein zur Zeit die größten Herausforderungen und wie packt Ihr diese an?“ Gerne per Mail an mich: alexandra@kulturservice.link.

 

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Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Musizierende Menschen zusammen zu bringen meine Leidenschaft.

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