Schwierigkeitsgrade von Blasorchesterwerken – Fragestellung

Es ist so eine Sache mit den von den Verlagen oder Verbänden festgelegten Schwierigkeitsgraden von Blasorchesterwerken. In wie weit haben diese Schwierigkeitsgrade eine Aussagekraft? Nach welchen Kriterien werden sie überhaupt festgelegt? Werden nur technische Aspekte berücksichtigt oder auch musikalische bzw. die Interpretation? Sind die unterschiedlichen Werke innerhalb eines gleich angegebenen Schwierigkeitsgrades überhaupt auch wirklich im Schwierigkeitsgrad komplett gleich?

Fragen über Fragen zu diesem Thema. Deshalb habe ich verschiedene Fragen auf Grund der Subjektivität des Themas jeweils direkt an mehrere Dirigenten, Komponisten und Verleger gestellt.

In den nächsten Tagen werde ich die Antworten in insgesamt vier Beiträgen veröffentlichen.

Den Anfang machen die Dirigenten mit den Antworten zu der Frage:

“In wie weit orientierst Du Dich bei der Auswahl von Blasorchesterwerken am Schwierigkeitsgrad?”

Die Dirigenten Markus Frieß, Jakob Scherzinger, Christian Steinlein und Wolfgang Wetzel haben sich die Mühe genommen, diese Frage ausführlich zu beantworten.

Der folgende Beitrag enthält dann die Antworten zu der Frage

“Nach welchen Kriterien legst Du den Schwierigkeitsgrad für ein Werk fest und welche Vorgaben hast Du dafür von Deinem Verlag?”

Diese habe ich an die Komponisten Thomas Asanger, Mario Bürki, Jacob de Haan, Hubert Hoche und Thiemo Kraas gestellt.

Anschließend kommen die Verleger zu Wort, denen ich die Frage gestellt habe:

“Wer legt in Deinem Verlag die Schwierigkeitsgrade, die für ein Blasorchesterwerk letztendlich veröffentlicht werden, fest und nach welchen Kriterien werden diese festgelegt?”

Die Antworten erhalten wir von Ben Haemhouts (Hal Leonard MGB – Beriato, De Haske, Mitropa, Scherzando, u.a.), Alexander Knam (Hebu-Musikverlag), Koen Vergouwen (Tierolff Muziekcentrale) und Walter Weinzierl (Orchestral Art).

In einem vierten Beitrag veröffentliche ich die Antwort zu einer Frage, die ich an alle 13 Herren gestellt habe:

“Was soll der Schwierigkeitsgrad eines Werkes Deiner Meinung nach aussagen und in wie fern hältst Du die Angabe für notwendig?”

Da ich alle Antworten schon kenne weiß ich, dass das ganz spannende Beiträge werden, die uns vermutlich die aufgedruckten Schwierigkeitsgrade in einer gewissen Relation sehen lassen.

Deine / Eure Erfahrungen mit Schwierigkeitsgrade und wie Ihr damit umgeht könnt Ihr gerne schon heute unten in den Kommentaren verewigen.

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Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Musizierende Menschen zusammen zu bringen meine Leidenschaft.

5 thoughts on “Schwierigkeitsgrade von Blasorchesterwerken – Fragestellung

  • 11. März 2018 at 10:39
    Permalink

    Das ist ein interessantes Thema, Alexandra.
    Dazu kann ich beitragen, dass ich schon mehrfach die Erfahrung gemacht habe, dass manchen europäischen Komponisten genaue Festlegungen für Schwierigkeitsgrade (https://www.bandworld.org/pdfs/GradingChart.pdf) einfach nicht bekannt sind. Dies schließe ich nicht nur indirekt durch Analyse von Stücken, sondern ich weiß es auch ganz konkret vom direkten Kontakt mit Komponisten. Wenn in den untersten Schwierigkeitsgraden für Anfänger geschrieben wird und diese Dinge werden nicht beachtet, ist das für mich ein K.O. Kriterium für ein Stück. Wenn in einem Stück z.B. plötzlich ein oder zwei Töne vorkommen, die (noch) zu hoch sind, das ganze restliche Stück aber machbar wäre, spiele ich so ein Stück nicht. Das selbe gilt für Rhythmen, die noch nicht gelernt wurden.
    “Den Ton kann man ja in dieser Situation lernen” ist für mich kein relevantes Argument, da ich mit Anfängerorchestern in ein Curriculum eingebunden bin, das vom Lehrwerk vorgegeben wird.

    Andererseits weiß ich von anderen europäischen Komponisten, die Stücke in genauer Abstimmung mit Lehrwerken und curriculums-konform geschrieben haben, was für eine schwierige Aufgabe das genaue Einhalten von Vorgaben zu Schwierigkeitsgraden für einen Komponisten ist. Dies vor allem, wenn man sich diesen genauen Beschränkungen vorher noch selten unterworfen hat und es deshalb nicht gewohnt ist.

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    • Alexandra Link
      11. März 2018 at 10:43
      Permalink

      Vielen Dank Christoph für Deinen Beitrag und den Link zur “Grading Chart”.

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  • 13. März 2018 at 15:06
    Permalink

    Nach meiner Meinung nach können Blasmusikwerke innerhalb eine Kategorie nicht absolut als leicht mittel oder schwer bezeichnet werden. Ein Orchester besteht bekanntlich aus verschiedenen Register, die vom Arrangeur mit unterschiedlichen Schwierigkeiten bedacht werden. Was bei einem bestimmten Werk für das Klarinettenregister sehr schwer sein kann ist möglicherweise bei den Tenören oder Baritons einfach.
    Zum Schweirigkeitsgrad zählt auch die Harmonisierung und die Rhythmik. Ein C-Dur Akkord ist wesenlich einfacher zu spielen als z.B. ein C7/9 Akkord. Ein Salsa wird die Bassisten vor grössere Probleme stellen als eine Polka. Die Interpretation komplexer Akkorde oder Rhythmen stellt hohe oder höhere Ansprüche. So gesehen ist eine Klassierung in leicht, mttel oder schwer fragwürdig, oder nur bedingt aussagekräftig. Die Proben werden es jeweils zeige, wie hoch sich der Aufwand gestalten wird. Wie anderweitig erwähnt kann eine “etwas” zu hohe Passage für die Trompeten für die “sichere” Interpretation des Registers ein Problem werden, obschon die übrigen Register mit ihren Noten keine Mühe haben.

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