Der „Depp für alles“….

Nein! Ich bin keinesfalls respektlos gegen die ehrenamtlich hochengagierten Menschen in den Musikvereinen und Musikverbänden, die in den Vorstandschaften, Orgateams und Präsidien mitarbeiten. Ganz im Gegenteil! Ich zolle ihnen allerhöchsten Respekt! Sie machen es erst möglich, dass wir sorgenfrei unserer liebsten Beschäftigung, dem Musizieren, nachgehen können.

Vielleicht war es ja ein Scherzbold, der sich diese Funktion in meiner Umfrage gegeben hat. Vielleicht aber auch jemand, der sich genau so fühlt!

Was sind die Gründe für die Unzufriedenheit von ehrenamtlichen Führungskräften in den Musikvereinen und -verbänden?

In erster Linie ist das die mancherorts fehlende Unterstützung seitens der Mitglieder, die sich nicht außerhalb des Musizierens in die Organisation einbringen. „Es sind immer die Gleichen die was tun“, höre ich immer wieder da und dort.

Hinzu kommt die fehlende Anerkennung. Es reicht nicht, unseren Organisatoren in den Vereinen und Verbänden gemäß „Ehrungsordnung“ mit einer Urkunde zu danken. Aktive Unterstützung, ein kleines Dankeschön, ein Schulterklopfen, ein Kompliment sind so kleine Dinge, die aber eine ganz große Auswirkung auf die Motivation der Funktionäre haben.

Weniger „nein“, mehr „ja“. Miteinander und nicht GegeNEINander!

Kritisiert wird viel, allerdings fehlen im Nachsatz der Kritik die Gegen-Vorschläge. Bitte, liebe Leute, Eure Meinung dürft ihr alle sagen, sie ist explizit gefragt, aber dann bitte erstens begründen und zweitens einen besseren Vorschlag bringen. Und vor allen Dingen: selbst was tun!

„Wenn ich übers Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker: nicht mal schwimmen kann er.“ Berti Vogts

Neue Vorstandsmitglieder werden oft ins „kalte Wasser“ geworfen. Wie sie selbst ihren neuen Job sehen und was von ihnen erwartet wird stimmt oftmals nicht überein. Hier kann ein Vereinsorganigramm kombiniert mit einer genauen Stellenbeschreibung Abhilfe schaffen. Unterstützung und eine Einarbeitung durch den vorigen Stelleninhaber sind selbstverständlich oder sollten es sein. Außerdem lege ich allen neuen Vorständen, Beisitzern oder sonstigen Orga-Mitgliedern dringend eine geeignete Weiterbildung ans Herz.

In vielen Vereinen hängt die Hauptlast immer noch am ersten Vorstand. Ich will jetzt nicht von Überarbeitung und unzumutbarer zeitlicher Belastung reden, aber in die Richtung geht das schon. Hier ist mehr Teamarbeit und Delegation gefragt. Es gibt vorbildliche Vereinsorganigramme, in denen die Arbeit auf vielen verantwortungsvollen Schultern verteilt ist.

Liebe Vorstände, liebe Funktionäre! Wie geht es Euch so in den Vereinen und Verbänden? Seid Ihr der „Depp für alles“ oder hochmotivierte, zufriedene und anerkannte „Macher“ innerhalb eines gut funktionierenden Vorstandsteam?

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4 thoughts on “Der „Depp für alles“….

  • 17. März 2015 at 17:19
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    In diesem Beitrag lese ich vieles, was mir sehr bekannt ist. Ich habe nach 37 Jahren, in denen ich die verschiedensten Funktionen hatte (25 Jahre Notenwart, fast 20 Jahre Initiator und Webmaster der Vereinshomepage, 15 Jahre Haus- und Hoffotograf, 20 Jahre Verwaltungsarbeit, darunter auch Vorstand … und natürlich Musiker). Da sind zwar die verschiedensten Gründe zusammen gekommen, aber auch ein bißchen von dem, was hier beschrieben wurde. Abschließend dazu möchte ich aber noch sagen, es war ein Abschied im Guten.

    In dieser Zeit hatte ich mal eine Sache eingeführt, die ich heute noch für ein gutes Instrument halte, um Aufgaben im Verein gerecht zu verteilen – einen Aufgabenkatalog.

    Für einen solchen Aufgabenkatalog müssen im ersten Schritt alle im Verein über das Jahr auftretenden Aufgaben erfasst werden, was später natürlich ergänzt werden muss, falls Aufgaben fehlen oder neue hinzukommen. Sind alle Aufgaben erfasst, werden diese in einer Versammlung der Musiker mit anwesender Verwaltung gleichmäßig an alle verteilt. Die Jüngeren sollten natürlich erstmal kleinere Aufgaben haben, damit sie nicht gleich verheizt werden (das wird oft falsch gemacht).

    Dieses Konzept hat den großen Vorteil, dass jeder weiß, was er zu tun hat und nicht Angst haben muss, wenn er sich meldet eine Unmenge von Aufgaben zu bekommen, die er vielleicht nicht machen will oder auch kann. Gleichzeitig ist jeder für seine Aufgaben verantwortlich, d.h. kann er sie nicht erfüllen, muss er sich selbst Ersatz suchen.

    Es gab sehr viel positive Resonanz zum Aufgabenkatalog, weil jeder wußte, was er zu tun hat. Und die, die früher alles machen mussten, werden entlastet.

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  • 16. November 2016 at 22:01
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    Der Artikel ist zwar schon älter, aber ich habe ihn erst heute entdeckt und möchte auch meine Gedanken dazu teilen. Bei uns ist das Problem, dass der Vorstand sich nichts aus der Hand nehmen lässt. Er muss alles selbst machen, weil er niemandem richtig vertraut. Wenn Aufgaben deligiert werden, kontrolliert er es trotzdem nocheinmal selbst, beklagt sich dann aber am Ende, dass er der Depp für alles ist. Da kann man dann nur sagen selbst schuld. Es ist ja nicht so, dass der Rest nichts machen will…ganz im Gegenteil.

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