Wer und was steckt eigentlich hinter dem Blasmusikblog?

Ganz unbescheiden sage ich hier jetzt einmal: In der Blasmusikszene bin ich – Alexandra Link – bekannt wie der berühmte bunte Hund. Und das, obwohl ich kein Komponist, Arrangeur, Dirigent und schon gar kein Verbandsfunktionär bin. Ich bin Blasmusikbegeistert. Und das schon seit Jahrzehnten. Mit dieser Begeisterung habe ich mir in fast 40 Jahren ein internationales Netzwerk aus Gleichgesinnten aufgebaut.

Ich erzähle Euch heute ein wenig davon, wie das alles so kam.

Schon in der Schule habe ich mehr blasmusiziert als es meinen Schulnoten gut getan hat. Habe im örtlichen Musikverein gespielt doch auch bald in die Blasmusikszene anderswo reingeschnuppert. Hab bei diesem und jenem Verein ausgeholfen, Flötisten in mehreren Vereinen ausgebildet, hab (Flöte) gespielt, wo immer möglich. Studieren war jedoch nie ein Thema.

Lehrgänge im Blasmusikverband

Zur Untermauerung meiner flötistischen Kenntnisse habe ich im Blasmusikverband den Lehrgang C2 zum Instrumentalausbilder bereits mit 16 Jahren gemacht. Das Jungmusikerleistungsabzeichen in Silber habe ich bereits mit 11 und Gold mit 13 eingeheimst (Bronze habe ich übersprungen). Nachdem ich bei der Prüfung zum C2-Lehrgang wohl nicht so schlecht gespielt habe hat mir ein Dozent und Lehrgangsleiter ans Herz gelegt, auch den C3-Lehrgang, also den Dirigentenschein, zu machen. (Ich glaube, er brauchte hauptsächlich noch eine Flöte für sein Lehrgangsorchester…) In diesem Lehrgang habe ich meine ersten Blasmusikkontakte geknüpft und Freundschaften aus diesem Lehrgang bestehen noch bis heute! (Ja, Ihr seid gemeint, Karl, Martin, Gottfried, Petra, Gerhard, Dagmar, Clemens, Bernd, Thomas). Viele dieser tollen Menschen dirigieren heute noch – einer davon sogar mit professioneller Dirigentenausbildung. Ich selbst habe mich nie als Dirigent gefühlt.

Nach dem Abitur wußte ich zwei Jahre lang nicht konkret, was ich beruflich machen sollte. Hab dies und das überlegt. Dies und das gemacht. Ein bisschen Jura studiert, nochmals eine kaufmännische Schule gemacht, in Restaurants und Hotels gejobbt. Und natürlich musiziert.

Musikalienhändlerausbildung bei Musik Gillhaus in Freiburg

Irgendwann habe ich einfach im Musikhaus meines Vertrauens in Freiburg angefragt, ob sie nicht zufällig eine Musikalienhändlerin ausbilden würden. Und wie der Zufall so will: Musik Gillhaus wollte. Hans Gillhaus, der Chef, wollte nicht einmal meine Bewerbungsunterlagen sehen. Es war für ihn Referenz genug, dass mein Vater zur damaligen Zeit sicher schon seit über 20 Jahren Kunde bei ihm war. Er sagte, „Mädchen, Du machst ein Praktikum für 2 Wochen und wenn’s Dir gefällt, geht das klar“. Mein Chef war ein großartiger! Schon bald nach Ausbildungsbeginn war klar, dass Noten meine Leidenschaft werden. Viele Kunden, die bei Gillhaus ein- und ausgegangen sind kannte ich bereits. Zu vielen habe ich im Laufe der Zeit eine freundschaftliche Beziehung aufgebaut. Irgendwann ging der Chef dazu über, dass er zu Dirigenten, die eigentlich von ihm in puncto Literaturauswahl für Blasorchester beraten werden wollten, sagte: „fragen Sie Frau Link, die macht schon 30 Jahre Blasmusik…“ (Damals war ich Anfang 20….) Noch eine schöne Geschichte: Ich war allein im Laden. Die Chefin gerade nicht da. Kunde kommt rein und sagt: „Ich möchte gerne eine Trompete kaufen“. Ich zum Chef in die Werkstatt und ihm Bescheid gesagt, dass ein Kunde eine Trompete kaufen will. Er zu mir: „Na, dann mach mal!“ Augenblicke von großem Vertrauen, die ich nie vergessen werde.

Während meiner Zeit bei Gillhaus habe ich viele Kontakte zu Verlagen geknüpft. Der Chef hat mich jedes Jahr zur Musikmesse geschickt, außerdem zu jeder Veranstaltung, die irgendwo war und interessant für eine junge Musikalienhändler hätte sein können und auch war. Zum Beispiel Musikalienhändlertagungen, Tag der offenen Türen bei Verlagen, usw. Irgendwann habe ich dann auch meine erste Reise nach Holland angetreten. Bei einem holländischen Notengroßhändler war ‘Tag der offenen Tür’. Diese erste Reise habe ich auch dazu genutzt, bei Molenaar anzufragen, ob ich sie besuchen dürfte. Bob Molenaar hat mich mit offenen Armen sehr herzlich empfangen. Damals gab es bei Molenaar in Wormerveer noch richtig viel zu sehen. Ein großes Verlagsgebäude mit Lager und einem Gebäude separat mit Druckerei. Damals – es war so Anfang der Neunziger Jahre – hatte Molenaar ungefähr 25 Mitarbeiter. Für damalige Verhältnisse ein großer Verlag. Die Verbindung zu Ilse und Bob Molenaar bestand bis zum Ausscheiden von Bob aus dem Verlag. Er besorgte mir sogar einmal eine Ferienwohnung in Bergen an Zee für meine Ferien. Ich war bei jedem Besuch auch bei ihm zu Hause eingeladen, einmal zum Geburtstags-BBQ seiner Tochter.

Niederlassungsleiterin bei De Haske Deutschland

Jan de Haan, Alexandra Link
Jan de Haan, Alexandra Link

Während meiner Ferien in Bergen an Zee beschloss ich auch die Kontakte zum damals noch relativ neuen De-Haske-Verlag zu intensivieren. Natürlich kannte ich die Verkaufsleute Garmt van der Veen und Chris de Moor. Aber ich wollte auch die Hauptniederlassung in Heerenveen kennen lernen. So habe ich dort angerufen und gefragt, ob ich De Haske besichtigen könnte. Bei De Haske habe ich Jan de Haan kennen gelernt. Wir lagen sofort auf gleicher Wellenlänge und diskutierten und fachsimpelten über Literatur und die Blasmusikszene in Deutschland und anderswo. Ich denke, dieser Besuch war auch ausschlaggebend dafür, dass sie mich für die Gründung der deutschen Niederlassung gefragt haben. Nach meiner Zusage begann eine aufregende Zeit!

Ich, gerade mal 28 Jahre alt, übernahm das Abenteuer „Niederlassungsleiterin De Haske Deutschland“.

Durch meinen guten Draht zu Jan de Haan habe ich nicht nur die Niederlassung, den Vertrieb, Verkauf und das Marketing initiiert, organisiert und gemanaged, ich habe auch aktiv am Verlagsprogramm der einzelnen Verlage im De Haske-Verlag mitgearbeitet. Viele Produktideen geliefert, ausgearbeitet und später in den Markt gesetzt. Die Sammlung 371 Bach-Choräle ist im Zusammenspiel Alexandra – Jan entstanden. Die Reihe Musicbox, viele Blasorchesterarrangements, Instrumentalausgaben und vieles mehr wurden aus meinen Ideen heraus entwickelt und gemacht. Ich habe mein Netzwerk international ausgebaut. Viele Komponisten wurden zu Freunden. Auch innerhalb der Verlags-, Instrumentenhersteller- und Musikalienhändlerszene habe ich viele (freundschaftliche) Kontakte geknüpft. Bald auch International. Natürlich war ich bei sämtlichen Messen, Events, Tagungen in Deutschland. Aber auch in Österreich, der Schweiz, in den Niederlanden, den USA (ich war 15mal bei der MidWest in Chicago, einmal bei der WASBE in San Luis Opispo und mehrmals beim Kongress der Nordamerikanischen Notenhändler und Verlage), und zwei Mal auch in Japan bei der dortigen Musikmesse.

Unzählige Geschichten kann ich von tollen Anlässen im Verlag mit den Kollegen und den Komponisten erzählen. Ich war dabei, als die „Scherzpolka“ von Thomas Doss entstand – sie sollte eigentlich „Spaßlaiberlpolka“ heißen und war Produkt aus einer feucht-fröhlichen Royer-Hotelterrassen-Party in Schladming. Ebenso, wie Jacob de Haan nach einer weiteren tollen Dinner-Party „Nessun Dorma“ mit Klavierbegleitung von Thomas Doss spontan sang – ein Erlebnis, das ich nicht vergessen werde! Ich könnte mit lustigen und weniger lustigen Pannen, tollen Begebenheiten und Begegnungen, großartigen Aufführungen und Uraufführungen mit unseren Komponisten (zum Beipspiel die Sinfonia Hungarica von Jan Van der Roost in Budapest) und vielem mehr wohl ein ganzes Buch füllen – würde damit aber bestimmt verbotenerweise auch ein paar Betriebsgeheimnisse veröffentlichen und verraten….

Meine eigene Firma: der Kulturservice Link

Rainer Pötz, Gerald Oswald, Alexandra Link, Thomas Doss
Rainer Pötz, Gerald Oswald, Alexandra Link, Thomas Doss

Ich bin dankbar für die großartige Zeit, die ich bei De Haske hatte. Bei De Haske habe ich den Grundstein gelegt und das Gebäude gebaut, mit dem ich heutzutage meine eigene Firma Kulturservice Link und somit auch den Blasmusikblog betreibe.

Ja, und meine eigene Firma, der Kulturservice Link, feiert heute, am 1. September 2016 schon sein einjähriges Bestehen! Mittlerweile stehe ich Musikvereinen beratend zur Seite (Stichwort “Zukunftskongress”), stelle mein Know-How und mein Netzwerk Musikvereinen und Blasmusikverbänden zur Verfügung. Veröffentliche neben meinem Blasmusikblog auch in der Fachzeitschrift Clarino. Habe das Management und Marketing für Auftragskompositionen und Gastdirigate für Siegmund Andraschek, Jacob de Haan, Thomas Doss, Hubert Hoche, Johan de Meij und Otto M. Schwarz übernommen (zwei weitere Komponisten stehen in den Startlöchern) und promote die Karikaturen von Rupert Hörbst. Ich halte Vorträge über die „Zukunft der Musikvereine“ und „Marketing für Musikvereine“. Bin mein eigener Chef, genieße meine Freiheit und Unabhängigkeit und natürlich nach wie vor die (Sinfonische) Blasmusik. Gehe zu Blasmusikevents und Konzerten. Spiele im Markgräfler Verbandsblasorchester und hie und da in einer Orchesterwoche, beim Bläserensemble 13 oder in einem Musikverein, wie es mir gerade Spaß macht.

Der Blasmusikblog.com

Rolf Hinrichs, Otto M. Schwarz, Alexandra Link, Rainer Gehri, Ralf Eckert
Rolf Hinrichs, Otto M. Schwarz, Alexandra Link, Rainer Gehri, Ralf Eckert

Dreh- und Angelpunkt meiner Aktivitäten ist in der Zwischenzeit der Blasmusikblog.com geworden. Der großartige Erfolg dieses Blogs schon bereits seit seinen Anfängen vor ca. anderthalb Jahren hat mich umgehauen. 5.000 Nutzer monatlich sind in der Zwischenzeit keine Seltenheit mehr. Ich versuche, zwischen einem und drei Beiträgen pro Woche zu veröffentlichen. Ganz erstaunt war ich, wie viele großartige Menschen mich bei meinem Blasmusikblog unterstützen. Dabei sind viele Dirigenten und Komponisten, mit denen ich schon in meiner De-Haske-Zeit zusammengearbeitet habe. Aber im Laufe der Monate sind auch viele Musiker, Dirigenten und Komponisten hinzugekommen. Einige besondere Ratgeber und Unterstützer möchte ich hier gerne nennen: Ralf Eckert, Thomas Conrad und Kirsten Lin. Gerne möchte ich auch Christian Topp danken, der vor ein paar Monaten leider verstorben ist (er fehlt mir!). Christian war vom ersten Beitrag an begeisterter Blasmusikblogleser, Tipp-Geber und Gastautor. Euch und allen bisherigen und zukünftigen Interview-Partnern, Tipps- und Ratgebern, Gastbeitragsschreibern und Ideenlieferanten ein herzliches Dankeschön!

Abschließend möchte ich sagen (falls Ihr das nicht schon gemerkt habt): ich liebe, was ich tue!

Alexandra Link, Carina Weber
Alexandra Link, Carina Weber. Bläserensemble 13

Es fühlt sich nie wie Arbeit an. Ich stehe morgens mit Freude auf (früher war ich mal Morgenmuffel), sitze in der Regel ab 7 Uhr am Schreibtisch und – chakka! – geht es los. Mal weniger, mal mehr motiviert. Und manchmal auch mit dem Gefühl: ich muß jetzt raus! Freue mich dann darauf, mich mit Leuten aus der Blasmusikszene zu verabreden, sie zu treffen und mit ihnen zu Fachsimpeln, zu Events zu fahren, neuen Ideen nachzuspüren, Konzerte und Events zu organisieren und vieles mehr.

Und was wünsche ich mir für die Zukunft?

Natürlich noch mehr Leser für den Blasmusikblog! Also, Leute, wenn Euch (manchmal) gefällt, was Ihr hier lest: bitte unterstützt mich, teilt die Beiträge und erzählt Euren Blasmusikfreunden vom Blasmusikblog! Schreibt mir Eure Ideen, Wünsche und Anregungen – gerne unter diesen Beitrag ins Kommentarfeld (weiter unten auf dieser Seite). Stellt auch gerne Eure Fragen! Teilt mir mit, was Euch wichtig ist, was Euch interessiert und was Ihr gerne im Blasmusikblog lesen möchtet. Schließlich soll er Euch Blasmusikerinnen und Blasmusiker nicht nur unterhalten sondern auch nützlich sein!

Schreibt mir auch, was Euch nicht gefällt, wenn Ihr anderer Meinung seid oder was ihr verbessern würdet. Für diese Kategorie gerne per Mail an: alexandra@kulturservice.link.

Wenn Ihr selbst einmal einen Beitrag schreiben möchtet: schreibt mir Eure Vorschläge oder ruft mich an! Alles was unsere Blasmusikszene nach vorne bringt ist herzlich willkommen!

Zur Kontaktaufnahme könnt Ihr auch gerne das Kontaktformular verwenden. Ihr findet es hier.

Die größte Freude macht Ihr mir, wenn ihr den Newsletter des Blasmusikblogs abonniert. Jeder neue Abonnent ist für mich die Bestätigung, dass es nützlich für Euch ist, was ich hier tue, schreibe und berichte. Ihr erhaltet den Newsletter jedes Mal wenn ein neuer Beitrag erschienen ist.

Wer mehr darüber wissen möchte, was ich mit meinem Kulturservice Link so alles zu bieten habe, schaut gerne hier.

Herzlichst,

Eure Alexandra

 

Eine Präsentation über den Kulturservice Link und mein Angebot an Orchester, Musikvereine und Musikverbände könnt Ihr hier gerne (gratis) downloaden:

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Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Musizierende Menschen zusammen zu bringen meine Leidenschaft.

3 thoughts on “Wer und was steckt eigentlich hinter dem Blasmusikblog?

  • Pingback: 1 Jahr Kulturservice Link - Kulturservice Link

  • 2. September 2016 at 17:13
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    Liebe Alexandra ! Es ist einfach toll. Wer Dich ein bißchen (oder mehr) kennt, sagt “Es ist Alexandra. Punkt !). Ich finde Deinen Blog sehr interessant und lese ihn jedesmal gerne. Ich gratuliere zum 1.Geburtstag und wünsche mir, daß Du uns noch lange, lange, lange mit dem Blog erfreust und daß Du alle Interessenten noch lange helfen kannst.

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    • Alexandra Link
      2. September 2016 at 17:34
      Permalink

      Lieber Henry, tausend Dank für Deine lieben Worte! You made my day…. Liebe Grüße Alexandra

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